Abgeklemmt

FFP2-Masken & Corona-Tests: BNetzA kappt Fax-Spammer

Haben Sie noch ein Faxgerät oder eine Faxruf­nummer? Viel­leicht wundern Sie sich schon länger über unver­langte Faxwer­bung für FFP2-Masken und Corona-Schnell­tests.

Wer Werbefaxe ohne Einverständnis verschickt, bekommt die Nummern abgeschaltet, die Bundesnetzagentur greift durch. Wer Werbefaxe ohne Einverständnis verschickt, bekommt die Nummern abgeschaltet, die Bundesnetzagentur greift durch.
Image licensed by Ingram Image/piyaphunjun-fotolia.com, Logo: BNetzA, Montage: teltarif.de
Viel­leicht wundern Sie sich schon länger über unver­langte Faxwer­bung für FFP2-Masken und Corona-Schnell­tests, die aus Ihrem Faxgerät oder dem Fax-to-Mail-Konverter in ihrem E-Mail-Post­fach ankommen. Gegen diese uner­wünschte Faxwer­bung ist jetzt die Bundes­netz­agentur vorge­gangen. Es wurden Rufnum­mern abge­schaltet und Abmah­nungen ausge­spro­chen.

"Faxwer­bung ohne vorhe­rige ausdrück­liche Einwil­ligung ist unzu­lässig. Daran ändert auch die allge­meine pande­mische Lage nichts", erklärt Jochen Homann, Präsi­dent der Bundes­netz­agentur sein Vorgehen. "Wer sich rechts­widrig Wett­bewerbs­vor­teile verschafft, muss mit Konse­quenzen rechnen."

Deut­licher Beschwer­dean­stieg

Wer Werbefaxe ohne Einverständnis verschickt, bekommt die Nummern abgeschaltet, die Bundesnetzagentur greift durch. Wer Werbefaxe ohne Einverständnis verschickt, bekommt die Nummern abgeschaltet, die Bundesnetzagentur greift durch.
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Seit Mitte Dezember 2020 gingen bei der Bundes­netz­agentur über 4.000 Beschwerden zu unver­langt zuge­sen­deten Werbe­faxen ein, in denen für FFP2 Masken oder Corona-Schnell­tests geworben wurde. Die Werbe­faxe wurden in Einzel­fällen regel­recht massen­haft versandt. Beson­ders negativ fielen die Namen „Amedical“, „Care­medical“, „easymed+“ und „Medical One“ auf. Durch die Werbe­faxe sollen die Empfänger zu einem Vertrags­schluss animiert werden. Regel­mäßig sollte unmit­telbar durch Rück­sen­dung eines über­mit­telten Formu­lars per Fax eine Bestel­lung erfolgen, wie es im Geschäfts­leben durchaus üblich ist.

Was von solchen Firmen (un)bewusst miss­achtet wird: Faxwer­bung darf nach den Vorgaben des Gesetzes gegen den unlau­teren Wett­bewerb (UWG) nur nach vorhe­riger ausdrück­licher Einwil­ligung zulässig. Den Nach­weis entspre­chender Einwil­ligungen sind die Werbenden schuldig geblieben.

Netz­agentur zieht den Stecker

Die Bundes­netz­agentur ordnete die Abschal­tung mehrerer in diesen Faxen als Kontakt ange­gebenen Rufnum­mern an. Betroffen davon sind folgende Unter­nehmen:

  • easymed+ (Freund Handels­gesell­schaft mbH)
  • MedicalOne (M.E. Handel & Consul­ting e.K.)
  • Care­medical (TV Office Manage­ment GmbH)
Auf voraus­gegan­gene Abmah­nungen der Bundes­netz­agentur hatten diese Unter­nehmen nicht reagiert. Gegen­über weiteren Unter­nehmen hat die Bundes­netz­agentur eben­falls Abmah­nungen ausge­spro­chen.

Vorfälle bei der Bundes­netz­agentur melden

Die Bundes­netz­agentur gibt einen Über­blick über Rufnum­mern, deren Abschal­tung sie verfügt hat. Von Fax-Spam Betrof­fene können sich via Internet bei der Bundes­netz­agentur melden. Im Jahr 2020 gingen 26.268 Beschwerden im Bereich Fax-Spam ein.

Fax als E-Mail empfangen

Die Anzahl der echten Faxge­räte (mit Papier) geht weiter zurück. Es gibt aber zahl­reiche Anbieter, die eine Rufnummer bereit stellen, bei der ankom­mende Faxe in eine PDF-Datei umge­wan­delt und per E-Mail zuge­stellt werden, beispiels­weise bei T-Online, GMX oder web.de. Die dafür verwen­deten Fax-Rufnum­mern liegen oft im Vorwahl­bereich 032, der von einigen Tele­fon­gesell­schaften zu geson­derten Tarifen abge­rechnet wird. In den aktu­ellen Magenta-Zuhause-Tarifen der Telekom ist 032 in der Fest­netz-Flat­rate hingegen enthalten.

Im Jahre 2020 sind 76 Milli­arden Giga­byte durch die Netze gerauscht.

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