Problem-Zahlung

Weil der Anschluss-Wechsel scheitert: BNetzA bestraft Deutsche Telekom

75 000 Euro soll die Deutsche Telekom zahlen, weil sie wiederholt gehen seine Pflichten beim Anbieter­wechsel verstoßen hat. Die BNetzA hat nach eigenen Angaben vergangenes Jahr insgesamt 5 000 Fälle auf dem Tisch gehabt.
Von Thorsten Neuhetzki
AAA
Teilen

Die Bundesnetzagentur hat nach eigenen Angaben gegen die Deutsche Telekom ein Bußgeld in Höhe von 75 000 Euro verhängt. Das Unternehmen habe wiederholt gegen seine Pflichten beim Anbieterwechsel verstoßen. Dabei geht es um den Wechsel des Festnetz­anbieters, der seit einer Gesetzesänderung dahingehend geregelt ist, dass ein Kunde nicht länger als einen Tag ohne Anschluss sein darf. Der Anbieter hatte dagegen offenbar auffallend oft verstoßen.

"Endkunden sollen vor langwierigen Ausfällen beim Anbieter­wechsel ihres Tele­kommuni­ka­tions­anbieters geschützt werden. Der Anbieter, gegen den wir ein Bußgeld verhängt haben, hat wiederholt seine gesetzlichen Pflichten beim Anbieter­wechsel verletzt", so Jochen Homann, Präsident der Bundesnetzagentur in einer Presse­mitteilung. Die Kunden seien hier längeren Versorgungs­unterbrechungen und den damit verbundenen Belastungen ausgesetzt gewesen. "Mit den in diesem und im vergangenen Jahr verhängten Bußgeldern haben wir mehr als 70 Prozent des Beschwerdeaufkommens zum Anbieterwechsel erfasst", erläutert Homann weiter.

Homann sieht "dringenden Verbesserungsbedarf" auf dem gesamten Markt

Wenn länger kein Signal mehr aus der TAE-Dose kommt, kann der Anbieterwechsel gescheitert seinWenn länger kein Signal mehr aus der TAE-Dose kommt, kann der Anbieterwechsel gescheitert sein Die Bundesnetzagentur setzt sich für Verbraucher auch in Einzelfällen ein, wenn es bei einem Anbieterwechsel zu einer Versorgungs­unterbrechung gekommen ist. Dabei wird die Behörde mit Beginn des zweiten Kalendertages, an dem ein Kunde nicht mehr versorgt wird, tätig. Dies ist nach Angaben des Regulierers allein im vergangenen Jahr in etwa 5 000 Fällen geschehen. "Mit Blick auf die unverändert hohe Anzahl der Beschwerden wird ein weiterhin dringender Verbesserungs­bedarf auf dem gesamten Markt deutlich", heißt es vom Chef-Regulierer.

Die Unterbrechung bei einem Wechsel des Telekommunikations­anbieters darf nicht länger als einen Kalendertag dauern. Der Gesetzgeber nimmt dabei sowohl den neuen als auch den alten Anbieter in die Pflicht, alle Vorkehrungen für einen weitestgehend unterbrechungsfreien Wechsel zu treffen. Die gesetzlich vorgesehene Bußgeldobergrenze bei Verstößen gegen die Regelungen zum Anbieterwechsel liegt bei jeweils 100 000 Euro. Zugunsten des betroffenen Anbieters wurde laut BNetzA berücksichtigt, dass sich dieser aktiv an der branchenübergreifenden Erarbeitung und Einführung effizienterer Prozesse zur langfristigen Verbesserung des Anbieterwechsels beteiligt. Daher wurde gegenüber dem Anbieter ein Bußgeld in Höhe von 75 000 Euro festgesetzt. Die Geldbuße ist noch nicht rechtskräftig. Gegen den Bescheid kann Einspruch eingelegt werden, über den das Amtsgericht Bonn entscheidet.

Tipps für Verbraucher bei Problemen

Bei Problemen während des Anbieterwechsels sollten Verbraucher zunächst auf die beteiligten Unternehmen zugehen. Verbraucher können sich auch an die zum Anbieterwechsel geschaffene Beschwerdestelle bei der Bundesnetzagentur wenden. Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die von der Bundesnetzagentur angebotene Hilfe von immer mehr Verbrauchern angenommen wird.

Wie die Bundesnetzagentur konkret hilft und wo es das Formular im Beschwerdefall online gibt, haben wir an anderer Stelle zusammengefasst. In einem Ratgeber erfahren Sie zudem, wie Sie den Festnetzanbieter richtig wechseln. Hier muss nämlich auch der Kunde einiges beachten.

Update-Hinweis: Betroffener Anbieter ist Deutsche Telekom

Ein Sprecher der Deutschen Telekom räumte gegenüber der Nachrichtenagentur dpa ein: "Dieses Mal sind wir betroffen". Insgesamt liefen die bundesweit rund drei Millionen Anbieterwechsel im Jahr meist problemlos, sagte der Telekomsprecher. Die Prozesse seien technisch sehr komplex. Hinzu komme, dass die Kunden auch nicht immer vollständige oder korrekte Angaben machten. Wir haben die Meldung nach Bekanntwerden des Anbieternamens entsprechend aktualisiert.

Teilen

Mehr zum Thema Anschluss-Wechsel