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BNetzA sperrt unseriöse Erotik-Rufnummern

Die Bundesnetzagentur zieht Erotik-Rufnummern aus dem Verkehr, welche mit verschiedenen Methoden die Verbraucher täuschen sollen.
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BNetzA zieht 0900-Nummern aus dem VerkehrBNetzA zieht 0900-Nummern aus dem Verkehr Manch einer erinnert sich vielleicht noch an die anrüchigen Werbe-Spots, die spätabends im Privatfernsehen (DSF, Vox & Co.) zu sehen waren, und den Zuschauer mit leicht bekleideten Frauen und dem Versprechen einer "guten Zeit" an die Telefonhörer zu locken versuchten. Diese Tage sind allerdings im Zeitalter des Highspeed-Internet längst gezählt. Mit den Spots sind auch die dazugehörigen 0190-Rufnummern, welche bis vor zwölf Jahren hauptsächlich mit Erotik-Diensten in Verbindung gebracht wurden, in der Versenkung verschwunden. Bereits 2005 wurden die Nummern durch 0900-Nummern ersetzt.

Bei 0190-Nummern gab es im Gegensatz zu 0900-Nummern noch die zwei verschiedene Varianten des sogenannten Online-Billings auf der einen, und des Offline-Billings auf der anderen Seite. Mit Online-Billing waren alle 0190-Nummern versehen, auf welche eine 1-9 folgte (also 0190-1 bis 0190-9), während 0190-Nummern, auf welche eine 0 folgte, in die Kategorie des Offline-Billings fielen. Im Online-Billing fielen feste Minuten-Preise an, während im Offline-Billing den Dienstanbietern die Preisgebung offen blieb. 0900-Nummern sind als direkter Nachfolger der 0190-0-Variante zu betrachten und in keiner Weise an Festpreise gebunden.

Bundesnetzagentur schreitet ein

Die Masche der Anbieter dieser 0900-Nummern hat sich seit dem Beginn der bezahlten Erotiktelefonie kaum geändert: nach wie vor wird von den meist weiblichen Telefonistinnen versucht, das Gegenüber so lange wie möglich in der Leitung zu halten, um am Ende höchstmögliche Profite zu erreichen. Nun gibt es allerdings immer wieder 0900-Anbieter, welche die Verbraucher mit unlauteren Methoden zum Verweilen in der Leitung bewegen wollen. Genau gegen solche Fälle ist die Bundesnetzagentur (BNetzA) nun vorgegangen.

In einer offiziellen Stellungnahme der BNetzA heißt es, dass "auf einem Kleinanzeigenportal erotische Kontaktanzeigen geschaltet wurden, die eine Mobilfunknummer als Kontaktmöglichkeit angaben. Verbraucher versuchten vergeblich, die entsprechende Person unter den angegebenen Rufnummern zu erreichen." Gezielt wären Verbraucher getäuscht und zum Verbleib in den teuren 0900-Leitungen gebracht worden, und zwar oft unter der leeren Versprechung, der Verbraucher würde am Ende des Telefonates die private Handynummer der Frau auf der anderen Seite der Leitung erhalten. Eine andere Methode seien unzumutbar lange Warteschleifen gewesen, in welchen die Verbraucher künstlich gehalten worden wären, was die Entstehung enorm hoher Kosten verursacht hätte. Der Präsident der BNetzA erklärte bestürzt, dass "Mobilfunknummern gezielt genutzt wurden, um hohe Kosten zu verschleiern" und dass die BNetzA da einschreiten würde, "wo Verbraucher in die Irre geführt werden sollen".

Verbraucher müssen nicht zahlen

In der Konsequenz dieser Verstöße sind nun einige 0900-Rufnummern aus dem Verkehr gezogen worden (eine komplette Übersicht gibt es hier). Kunden die diese Dienste genutzt haben sind nicht dazu verpflichtet, die oft enorm hohen Kosten der Verbindungen zu tragen, sollten die Dienste diese in Rechnung stellen. Die Verbraucher, welche an die Dienste der angegebenen Rufnummern bereits Zahlung geleistet haben, haben außerdem die Möglichkeit das Geld zurückzufordern. Helfen können dabei die zuständigen Verbraucherzentralen.

Welche Sonderrufnummern es in Deutschland gibt, haben wir in einem Ratgeber für Sie zusammengefasst.

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