Ausgewertet

BNetzA-Fazit zur Breitbandmessung: Nicht zufriedenstellend

Die Ergeb­nisse der Breit­band­mes­sung in Deutsch­land sind noch nicht zufrie­den­stel­lend - zu diesem Ergebnis kommt Klaus Müller, Präsi­dent der Bundes­netz­agentur, im Jahres­bericht.

Jahresbericht zur Breitbandmessung Jahresbericht zur Breitbandmessung
Bild: zafaco, Bundesnetzagentur
Die BNetzA veröffent­licht mit ihren Jahres­berichten mitunter inter­essante Details: Es werden zum Beispiel wieder mehr SMS versandt. Inter­essant sind auch die Zahlen zur (Nicht-)Erfül­lung der Versor­gungs­auf­lagen durch die Mobil­funk-Netz­betreiber.

Nun hat die Behörde den nächsten Jahres­bericht vorge­legt - und zwar zu den Ergeb­nissen der Breit­band­mes­sung. Und hier gibt es deut­liche Kritik an den von den Verbrau­chern erstellten Test-Ergeb­nissen, die die Bundes­netz­agentur ausge­wertet hat.

Breit­band­mes­sung im Fest­netz

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Bild: zafaco, Bundesnetzagentur
Im Fest­netz haben laut der Statistik 83,5 Prozent der Nutzer über alle Band­brei­teklassen und Anbieter hinweg im Down­load mindes­tens die Hälfte der vertrag­lich verein­barten maxi­malen Daten­über­tra­gungs­rate erhalten. Ledig­lich bei 36,5 Prozent der Nutzer sei die vertrag­lich verein­barte maxi­male Daten­über­tra­gungs­rate voll erreicht oder über­schritten worden.

Zwischen den einzelnen Band­brei­teklassen und Anbie­tern fielen die von der BNetzA gesam­melten Ergeb­nisse unter­schied­lich aus. Bezogen auf die abso­lute Daten­über­tra­gungs­rate hätten sich die Anbieter - auch tech­nolo­gie­bedingt - zum Teil sehr deut­lich vonein­ander unter­schieden. Im Vergleich zur vertrag­lich verein­barten maxi­malen Daten­über­tra­gungs­rate habe es bei den Anbie­tern eben­falls Unter­schiede gegeben.

Die meisten Kunden (80,3 Prozent) seien mit der Leis­tung ihres Breit­band­anschlusses zufrieden gewesen (Noten 1 bis 3). Weniger als 10 Prozent der Kunden hätten ihren Anschluss mit den Noten 5 oder 6 bewertet.

"Die Ergeb­nisse sind noch nicht zufrie­den­stel­lend. Kunden errei­chen weiterhin oft nicht die verspro­chene Inter­net­geschwin­dig­keit", kommen­tiert Klaus Müller, Präsi­dent der Bundes­netz­agentur, die Ergeb­nisse.

Die Mess­ergeb­nisse im Mobil­funk

Im Mobil­funk habe das gene­relle Niveau erneut deut­lich unter dem im Fest­netz gelegen. Über alle Band­brei­teklassen und Anbieter hinweg hätten im Down­load 20,1 Prozent der Anschlüsse (2019/2020: 17,4 Prozent) mindes­tens die Hälfte der vertrag­lich verein­barten geschätzten maxi­malen Daten­über­tra­gungs­rate erhalten. Nur bei 2,6 Prozent der Nutzer seien diese voll erreicht oder über­schritten worden (2019/2020: 2,1 Prozent).

In höheren Band­brei­teklassen wurden durch die Behörde tenden­ziell nied­rigere Prozent­werte in Bezug auf das Errei­chen der vertrag­lich verein­barten geschätzten maxi­malen Daten­über­tra­gungs­rate fest­gestellt. Auch im Mobil­funk hätten sich wie im Fest­netz hinsicht­lich der Anbieter Unter­schiede gezeigt.

Die Endkunden hätten die Anbieter weit über­wie­gend mit Noten von 1 bis 3 bewertet (75,7 Prozent). Im Vergleich zum Vorjah­res­zeit­raum sei der Anteil leicht gestiegen (2019/2020: 74,2 Prozent). Dass der in der Breit­band­mes­sung ermit­telte Verhält­nis­wert wieder auf einem nied­rigen Niveau lag, legt für die Auswerter bei der BNetzA weiterhin den Schluss nahe, dass die Nutzer bei mobilen Breit­band­anschlüssen eher die Mobi­lität und die zur Verfü­gung stehende abso­lute Daten­über­tra­gungs­rate bewerten als das Errei­chen der vertrag­lich verspro­chenen Daten­über­tra­gungs­rate.

Keine Rück­schlüsse auf tatsäch­liche Breit­band­ver­sor­gung

Die Ergeb­nisse der Breit­band­mes­sung hängen laut der BNetzA davon ab, welchen Tarif der Nutzer mit dem Anbieter verein­bart hat. Inso­fern lassen sich aus der Breit­band­mes­sung offenbar keine Aussagen zur Versor­gungs­situa­tion oder Verfüg­bar­keit von breit­ban­digen Inter­net­zugangs­diensten ableiten. Es wird bei der Messung ledig­lich geprüft, ob die Anbieter ihren Kunden die vertrag­lich zuge­sicherte Band­breite liefern.

Der aktu­elle Jahres­bericht umfasst den Zeit­raum vom 1. Oktober 2020 bis zum 30. September 2021. Insge­samt seien für die Messung mit der Desktop-App 167.985 (seit dem 1. Februar 2021) und für die Brow­ser­mes­sung 315.638 valide Messungen gezählt worden (bis zum 1. Februar 2021). Im Mobil­funk seien es 441.233 valide Messungen gewesen. Da es im statio­nären Bereich eine metho­dische Umstel­lung gab, seien die Ergeb­nisse hier aufgrund unter­schied­licher Erhe­bungs­ver­fahren aller­dings nicht mit den Vorjahren vergleichbar.

Der voll­stän­dige Bericht ist auf der Inter­net­seite des Breit­band-Moni­tors der Bundes­netz­agentur veröffent­licht. In einem sepa­raten Doku­ment werden dort eben­falls die entspre­chenden Ausfüh­rungen zur Vali­die­rung, der Methodik und der Mess­ergeb­nisse darge­stellt.

Weiter­gehende Infor­mationen und Darstel­lungen - insbe­son­dere für alle Anbieter - können der inter­aktiven Ergeb­nis­dar­stel­lung entnommen werden. Wie schwierig für Verbrau­cher die Erstel­lung eines Mess­pro­tokolls ist, haben wir in unserem Ratgeber zum Verhalten bei einem zu lang­samen Anschluss aufge­zeigt.

Die gesetz­liche Mindest­geschwin­dig­keiten für Inter­net­zugänge bleibt übri­gens bei 10 MBit/s im Down­stream. Forde­rungen nach mehr wurden abge­bügelt.

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