Breitband

BNetzA veröffentlicht Breitband-Karte mit begrenztem Aussagewert

Wie schnell sind die Internetanschlüsse in Deutschland wirklich? Die BNetzA will aufklären, doch die Aussagekraft einer jetzt veröffentlichten Karte ist gering. Gerade für die kritischen ländlichen Regionen liegen kaum Ergebnisse vor.
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Selbst Berlin hat offenbar massive Internet-LöcherSelbst Berlin hat offenbar massive Internet-Löcher Die Bundesnetzagentur hat heute im Rahmen ihrer Breitbandmessung eine Kartenfunktion veröffentlicht. Diese enthält die Ergebnisse von bisher über den Test durchgeführten Breitbandmessungen. Allerdings scheint es nicht viele Messungen zu geben, denn die Karte ist ein wenig sinnbildlich für das Thema: Es gibt viele weiße Flecken - sogar in Großstädten.

Der Präsident der Bundesnetzagentur sieht das allerdings etwas positiver: "Mit der Veröffentlichung der Karte tragen wir zur Transparenz im Telekommunikationsmarkt bei. Verbraucher können sich schnell und einfach informieren, ob und welche Messergebnisse in ihrer Region erzielt worden sind", lässt er sich in der Pressemitteilung zitieren. Gleichzeitig räumt er aber auch ein: "Um die Karte weiter zu füllen, sind wir auf die Hilfe der Verbraucher angewiesen. Je mehr Verbraucher die Geschwindigkeit ihres Breitbandanschlusses mit unserer Breitbandmessung ermitteln, desto mehr Informationen wird die Karte enthalten."

Datenbasis ist wegen technischer Beschränkung offenbar gering

Abrufbar ist die Karte unter www.breitbandmessung.de. In der Karte werden für einzelne Anbieter die gemessenen Datenübertragungsraten sowie das prozentuale Verhältnis von gemessener zur vertraglich vereinbarten maximalen Datenübertragungsrate dargestellt. Es besteht die Möglichkeit, die Ergebnisse nach bestimmten Kriterien, etwa nach Anbieter und/oder Bandbreitenklasse, zu filtern. Allerdings: Je feiner die Abfrage eingestellt wird, desto weniger Ergebnisse erscheinen. Die Messergebnisse werden je nach Zoomstufe in unterschiedlich großen Rastern dargestellt. Die Karte werde täglich aktualisiert, teilte der Regulierer mit.

Die Daten würden vor der Veröffentlichung einer mehrstufigen Prüfung unterzogen. Zum Beispiel dürfen die Messungen nicht über WLAN erfolgt sein und es muss die Zuordnung zu einer Rasterzelle möglich sein. Der Ausschluss von WLAN-Messungen dürfte aber auch die sparsame Datenansammlung erklären, werden doch heute viele Rechner über WLAN mit dem Internet verbunden. Hinzu kommt, dass zur Messung ein Java-Applet notwendig ist, das von den meisten Browsern aus Sicherheitsgründen nicht mehr unterstützt wird. Das Messverfahren hatten wir schon zum Start in einem Editorial kritisiert.

Es werden mindestens vier Messungen von unterschiedlichen Anschlüssen in einem Raster als Median zusammengefasst, bevor eine Darstellung der Werte in der Karte erfolgt, teilte die BNetzA ferner mit. Ein Personenbezug zum jeweils Messenden könne nicht hergestellt werden. In der Praxis bedeutet das, dass selbst in Großstädten vereinzelte Raster leer bleiben. Und gerade auf dem Land, wo die Versorgung mit schnellem Internet am schwierigsten ist, sind ganze Landstriche ohne Ergebnis.

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