Affäre

Bericht: BND und CIA hörten jahrelang Staaten ab

Der Bundes­nach­rich­tendienst und der US-Auslands­geheim­dienst CIA haben einem Medi­enbe­richt zufolge über Jahre hinweg gemeinsam die verschlüs­selte Kommu­nika­tion von mehr als 100 Staaten ausge­späht.
AAA
Teilen (8)

Einem Medi­enbe­richt zufolge hat der Bundes­nach­rich­tendienst (BND) gemeinsam mit dem US-Auslands­geheim­dienst CIA über Jahre hinweg gemeinsam die verschlüs­selte Kommu­nika­tion von mehr als 100 Staaten ausge­späht. Das berich­tete das ZDF heute unter Beru­fung auf Akten, die von führenden BND- und CIA-Mitar­beitern verfasst wurden.

Der "Washington Post" zufolge weisen die ausge­werteten Unter­lagen daraufhin, dass mehr als 120 Länder zwischen den 1950er und den 2000er Jahren Verschlüs­selungs­technik der Firma verwen­deten. Nach ZDF-Angaben war die Firma seit 1970 zur Hälfte im Eigentum der CIA, zur anderen Hälfte im Eigentum des BND.

Geheim­dienst­opera­tion bestä­tigt

Bundesnachrichtendienst und CIA sollen gemeinsam Staaten ausspioniert habenBundesnachrichtendienst und CIA sollen gemeinsam Staaten ausspioniert haben Der frühere Kanz­leramts­minister Bernd Schmid­bauer (CDU) bestä­tigte dem ZDF die Geheim­dienst­opera­tion. Der BND habe die Zusam­menar­beit mit der CIA demnach aber 1993 beendet.

Zu der Geheim­dienst­affäre hat der Schweizer Bundesrat bereits eine Unter­suchung veran­lasst. "Die zur Diskus­sion stehenden Ereig­nisse nahmen um 1945 ihren Anfang und sind heute schwierig zu rekon­stru­ieren und zu inter­pretieren", teilte das Schweizer Vertei­digungs­minis­terium der Deut­schen Presse-Agentur in Wien mit.

Der Bundesrat habe daher am 15. Januar Niklaus Ober­holzer, bis Ende 2019 Bundes­richter, damit beauf­tragt, die Fakten­lage zu klären. Ober­holzer soll bis Ende des laufenden Jahres Bericht erstatten. Laut Vertei­digungs­minis­terium wurde der Bundesrat im "Nach­gang der Medi­enre­cher­chen" am 5. November 2019 über den Fall infor­miert.

Spio­nage ist auch ein Thema, wenn es um die Zusam­menar­beit mit Netz­werk­ausrüs­tern geht. In der Diskus­sion um die Sicher­heit von Liefe­ranten für künf­tige 5G-Netze kehrt aber wieder mehr Vernunft ein. Es soll einen neuen Sicher­heits­katalog geben. Mehr dazu lesen Sie in einer weiteren News.

Teilen (8)

Mehr zum Thema Bundesnachrichtendienst