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Kauftipps: Darauf sollten Sie bei einem Blu-ray-Player achten

Richtig gut sehen Mittelerde und die Abenteuer der Avengers erst in Full-HD aus. Mit Blu-ray ist das kein Problem. Der DVD-Nachfolger erobert immer mehr Heimkinos, ordentliche Player gibt es für wenig Geld. Doch die Ausstattung unterscheidet sich teils erheblich. Wo die Unterschiede liegen, erfahren Sie in unserer Meldung.
Von dpa / Jennifer Buchholz
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Ein moderner Flach­bild­fern­seher mit Riesen­diagonale steht längst in zahl­reichen Wohn­zimmern. Je größer das Bild, desto gröber wirkt aller­dings auch die Auflösung herkömmlicher DVDs. Immer mehr Cineasten kaufen ihre Lieblingsfilme daher auf Blu-ray: Während der DVD-Umsatz in Deutschland im vergangenen Jahr um drei Prozent auf 984 Millionen Euro sank, konnte die Blu-ray um satte 20 Prozent auf 410 Millionen Euro zulegen. Das geht aus den aktuellen Zahlen des Bundesverbands Audiovisuelle Medien (BVV) hervor.

Bei der Player-Auswahl ist einiges zu beachten

Großes Kino für kleines Geld mit Blu-ray-PlayernGroßes Kino für kleines Geld mit Blu-ray-Playern Abspielen lassen sich die Full-HD-Discs aber nur mit einem passenden Player. Unsummen müssen Cineasten dafür nicht mehr ausgeben: Nach Angaben von Roland Stehle von der Gesellschaft für Unterhaltungs- und Kommunikationselektronik (gfu) lag der Durchschnittspreis im vergangenen Jahr bei knapp 100 Euro. Dass es in dieser Preisklasse schon anständige Modelle gibt, zeigen die aktuellen Übersichten von Chip und Audio Video Foto Bild: Viele gut bewertete Blu-ray-Player kosten demnach weniger als 100 Euro, einzelne Modelle gibt es schon für 50 oder 70 Euro.

Mit zunehmendem Preis arbeiten die Laufwerke der Player in der Regel leiser. Außerdem ist die Aus­stattung deutlich besser: Spitzen­modelle haben nicht nur eine Fest­platte für TV-Mit­schnitte an Bord, sondern auch die passenden Tuner für Kabel- oder Satelliten­empfang. Aufnahmen lassen sich für das private Archiv direkt auf Blu-ray oder DVD brennen. Der beste Player mit den meisten Funktionen hilft allerdings nichts, wenn er nicht vernünftig zu bedienen ist. "Um das festzustellen, ist Ausprobieren beim Fach­händler hilfreich", rät Stehle.

Außerdem sollten Verbraucher unbedingt darauf achten, dass der Player einen Internet­zugang mitbringt, so der Experte. Das gilt auch dann, wenn der Fernseher selbst schon netz­werk­fähig ist. "Wegen der fort­schreitenden technischen Weiter­ent­wicklung und den damit ver­bundenen Up­dates spielt der Internet­an­schluss inzwischen eine große Rolle", erklärt Stehle. Vor allem namhafte Hersteller bieten über das Internet in regel­mäßigen Ab­ständen frische Firmware an. Damit werden Funktionen nachgeliefert oder Fehler und Kompa­tibi­litäts­probleme behoben, zum Beispiel mit aktuellen Discs.

Ein wichtiges Kauf­kriterium ist auch, ob der Player die Funktion BD-Live beherrscht. Die erlaubt es, Zusatz­inhalte wie Film­trailer oder Spiele aus dem Internet zu nutzen. Dafür braucht das Gerät neben dem Internet­anschluss auch eine Speicher­möglich­keit. Teurere Modelle haben dafür eine eingebaute Festplatte, alternativ können Festplatten oder Speicher­sticks über einen USB-Port angedockt werden.

Auf diesem Weg lassen sich häufig auch Videos auf USB-Sticks und anderen Medien abspielen. Welche Formate ein Modell genau beherrscht, verrät ein Blick aufs Daten­blatt oder in die Anleitung. Zur Wiedergabe selbst gebrannter Discs oder archivierter Clips von Smartphone oder Cam­corder sollte das Gerät mit Video­formaten wie DivX HD, MKV, AVCHD und MPEG4 umgehen können.

Spielkonsolen können Blu-ray-Player ersetzen

Wer eine aktuelle Spiel­konsole wie die Play­station 3 zu Hause hat, kann sich den Kauf eines Blu-ray-Players eventuell aber auch ganz sparen. "Diese Spiel­konsolen können einen Blu-ray-Player ersetzen", sagt Stehle. Eigen­ständige Player liefern aber mitunter eine deutlich bessere Bild­qualität und stellen sich bei der Wiedergabe selbst­ge­brannter Discs weniger zickig an. Das gilt vor allem für die aktuellen Konsolen Playstation 4 und Xbox One, die in dieser Hinsicht noch unter Kinder­krank­heiten leiden. 3D-Filme können sie zum Beispiel nicht wiedergeben.

Die alte DVD-Sammlung wird mit einem Blu-ray-Player übrigens nicht wertlos: Alle Geräte spielen auch die alten Scheiben ab. Teilweise sehen die Filme durch das sogenannte Hoch­skalieren, also das Umrechnen in Full-HD-Auflösung, sogar besser aus. Diese Aufgabe kann entweder der Fernseher oder der Blu-ray-Player übernehmen.

Aber welche Variante ist die bessere? "Dies hängt jeweils von der Qualität der beteiligten Geräte ab und kann pauschal nicht beantwortet werden", sagt gfu-Experte Stehle. Am besten probieren Nutzer daher beides einmal aus - einstellen lässt sich die Skalierung im Menü des Blu-ray-Players. Wählt der Nutzer hier für DVDs das Original­format oder die Auflösung 576i aus, wird der Fernseher zum Skalierer. Stellt man dagegen 1 080p ein, übernimmt der Player die Arbeit.

1 080p oder Full HD ist allerdings noch nicht das Ende der Fahnenstange: Viele TV-Her­steller haben schon die ersten Fernseher mit Ultra-HD- oder 4K-Auflösung auf den Markt gebracht. Filme in dieser Auf­lösung lassen sich theoretisch auch auf Blu-rays speichern. Zum Abspielen wäre aber ein neuer Player erforderlich. Deswegen auf die An­schaffung zu warten, lohnt sich aber vermutlich nicht: Die ersten Discs mit der neuen Auflösung kommen nach einem Bericht der Zeitschrift Audiovision frühestens 2015 auf den Markt.

Für viele Filmfans gehört zum richtigen Kino-Feeling auch eine Großleinwand und ein Beamer dazu. Worauf es beim Kauf ankommt, haben wir für Sie in einer gesonderten Meldung zusammengefasst.

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