Überdurchschnittlich

Blaupunkt Endeavour 1010: Tablet mit vollwertigem Office-Paket im Test

Wie kann sich ein Android-Tablet-Hersteller heutzutage noch von der Schwemme an Geräten positiv absetzen? Nicht unbedingt durch Features im Gerät, aber durch besonderes Zubehör. Womit das Blaupunkt Endeavour 1010 aufwarten kann, klärt unser Test.
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Blaupunkt Endeavour 1010 im TestBlaupunkt Endeavour 1010: Tablet mit vollwertigem Office-Paket im Test Die Flut an Android-Tablets ist so groß, dass es kaum ein neuer Hersteller schafft, sich vom Einerlei abzuheben. Ob da die Übernahme eines bekannten Markennamens wie Blaupunkt hilft, ist eine berechtigte Frage, denn Blaupunkt assoziieren viele Kunden eher mit Autoradios und Unter­haltungs­elektronik. Selbst hohe Leistung und eine gute Verarbeitung sind bei Tablets kein Allein­stellungs­merk­mal mehr.

Blaupunkt Endeavour 1010

Das Blau­punkt Endea­vour 1010 ist mit einem Quad-Core-Prozessor und Android 4.2.2 ganz ordentlich ausgestattet, wenn man den Preis von 200 Euro in die Bewertung mit einbezieht. Auch bei Material und Verarbeitung muss sich das Tablet mit seinem robusten, matt-grauen Gehäuse nicht vor der Konkurrenz verstecken.

Ausstattung, Zubehör und Handhabung

Blaupunkt-Schriftzug auf der RückseiteBlaupunkt-Schriftzug auf der Rückseite Die vier Kerne des Quadcore-Prozessors sind mit 1,2 GHz getaktet, außerdem verfügt das Tablet über 1 GB DDR3-Arbeitsspeicher sowie 16 GB internen Speicher. Dieser kann per microSD-Karten mit bis zu 32 GB Kapazität erweitert werden. Der Speicherkartenslot sitzt auf derselben Seite wie die Lautstärkesteuerung und wird nicht von einem Kläppchen geschützt.

Herausragend ist die Display-Auflösung von 2 048 mal 1 536 Pixel - die Bildschirm-Qualität ist tatsächlich ein Highlight des Tablets. Obwohl die stark spiegelnde Oberfläche des Bildschirms bei direktem Lichteinfall manchmal etwas stört, hat das Tablet einen hervorragenden Blickwinkel von fast 180 Grad: Selbst bei einem wirklich schrägen Blick auf das Tablet konnten wir im Test noch alle Details gut erkennen. Homescreen und stark spiegelnde Display-OberflächeHomescreen und stark spiegelnde Display-Oberfläche

Deutlich reichhaltiger als bei anderen Tablets ist das Zubehör ausgefallen: Neben dem üblichen Netzteil plus Micro-USB-Kabel fanden wir einen Mini-HDMI-auf HDMI-Adapter in der Packung. Das Tablet ist also mit seinem Mini-HDMI-Port und diesem Adapter bestens darauf vorbereitet, als Medienwiedergabegerät am Fernseher betrieben zu werden. Recht ungewöhnlich ist auch das mitgelieferte Kabel Micro-USB-auf-USB-A-Buchse. Damit konnten wir im Test problemlos einen USB-Stick direkt ans Tablet anschließen - ganz ohne Umweg über den PC. Auch die gedruckte Anleitung ist mit 19 Seiten und vielen Screenshots recht umfangreich bemessen. Die matte Rückseite des Tablets ist rutschsicherDie matte Rückseite des Tablets ist rutschsicher

Das Tablet liegt gut in der Hand und ist dank der mattierten Rückseite auch rutschsicher zu bedienen. Auf der Glasoberfläche sammeln sich aber leicht Fingerabdrücke. Die Bedientasten sind zwar sehr stabil, liegen - verglichen mit anderen Tablets wie dem iPad beispielsweise - aber recht tief. Im Test mussten wir sie also manchmal vor dem Betätigen erst einmal "erfühlen".

Leistung, besondere Software und Akku-Kapazität

Der Lautsprecher klingt nicht besonders gutDer Lautsprecher klingt nicht besonders gut Die Medienwiedergabe beherrschte das Blaupunkt Endeavour 1010 im Test ohne Beanstandung, alle von uns abgespielten Full-HD-Filme liefen ohne Stockungen oder Ruckler. Gerade bei der Filmwiedergabe kann das Display seine Stärken zeigen - nur schade, dass der eingebaute Lautsprecher da nicht mithalten kann. Zum einen ist er recht leise und klingt ziemlich unnatürlich. Auch einen virtuellen Surround-Sound, den viele Tablets mittlerweile mit zwei Lautsprechern generieren, kann das Blaupunkt Endeavour 1010 nicht bieten. Im Leistungstest von 3DMark zeigte das Blaupunkt Endeavour 1010 dann doch Schwächen und brach bei der Bildrate zum Teil auf unter 18 Bilder pro Sekunde ein. Mit solchen Rucklern ist es also definitiv kein Spiele-Tablet für Anspruchsvolle, kleine Alltagsspiele sind aber kein Problem.

Adapter-Kabel mit USB-Buchse. HDMI-Adapter und Softmaker-Office-LizenzAdapter-Kabel mit USB-Buchse. HDMI-Adapter und Softmaker-Office-Lizenz Für "Verzögerungen im Betriebsablauf" sorgte im Test mitunter der Touchscreen, der nicht immer flüssig reagierte. Wischen war kein Problem, doch beim Antippen von Icons und Menüpunkten mussten wir den Bildschirm immer etwas länger berühren als bei anderen Tablets, um die Aktion auszulösen. In einigen Fällen war auch ein mehrfaches Antippen notwendig.

Einen großen Vorteil kann das Tablet aber bei der Software-Ausstattung ausspielen. Kaum ein Android-Tablet auf dem Markt kann ein vollwertiges Office-Paket vorweisen - oft befinden sich nur Office-Viewer-Apps auf den Geräten. Damit ist in der Regel nur das Anschauen, aber nicht das Weiterbearbeiten von Office-Dokumenten möglich.

Icons in Softmaker OfficeIcons in Softmaker Office Das Blaupunkt Endeavour 1010 hat das bereits von uns getestete Softmaker Office für Android an Bord. In der Tablet-Packung befindet sich ein Lizenzkey, mit dem die Vollversion, die regulär knapp 21 Euro kostet, freigeschaltet werden kann. Obwohl sich Softmaker Office mittlerweile weiterentwickelt hat, war es schon zum Zeitpunkt unseres Tests ein voll ausgereiftes Office-Paket, das auch komplexe Excel-, Word- und Powerpoint-Dateien bearbeiten konnte, die später auch wieder in Microsoft Office nutzbar waren. Außer den üblichen Google-Anwendungen sind sonst keine weiteren Apps vorinstalliert.

Als sehr leistungsfähig hat sich in unserem Test der 8 200-mAh-Akku erwiesen. Bei einer regulären Nutzung mit Surfen über WLAN, Musikhören und Messaging für etwa zwei bis drei Stunden täglich hat der Akku problemlos zwei Tage durchgehalten. Nur bei exzessivem Video-Genuss ist natürlich deutlich früher Schluss.

Fazit: Zubehör und Software außergewöhnlich, aber Abzug beim Touchscreen

Die Einzelnoten im Tablet-Test:
  • Technische Ausstattung: 1,5
  • Material / Verarbeitung: 1,5
  • Bedienung / Handling: 3
  • Betriebssystem / Apps: 1,2
  • Einschätzung des Redakteurs: 2
  • Gesamtnote: 1,8
Das Blaupunkt Endeavour 1010 kann im Test Punkte sammeln durch das sehr gute Display, den leistungsfähigen Akku und das außergewöhnliche Zubehör. Die beiliegenden USB- und HDMI-Adapter sowie die Vollversion von Softmaker Office machen das Tablet zu einem ernsthaft nutzbaren Arbeitsgerät. Doch auch die Multimedia-Wiedergabe beherrscht das Android-Tablet ohne Beanstandung. Abzug gibts für den reaktionsschwachen Touchscreen und den schlechten Lautsprecher; einen spieletauglichen Prozessor darf man in dieser Preislage freilich auch nicht erwarten.

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