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Blackberry verkauft Flugzeuge: Smartphone-Pionier im Sinkflug

Hersteller will mit BBM und Mittelklasse-Smartphone durchstarten
Von Hans-Georg Kluge mit Material von dpa
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BBin zeigt ein neues Mittelklasse-BlackberryBBin zeigt ein neues Mittelklasse-Blackberry Der notleidende Smartphone-Pionier Blackberry, der rund 40 Prozent seiner Beleg­schaft vor die Tür setzt, hat sich im Juli noch ein weiteres Flug­zeug angeschafft. Die Firma legte sich eine 2006 gebaute Maschine vom Typ Bombardier Global Express zu. Das Wall Street Journal, das von dem Geschäft berichtete, konnte den Preis nicht erfahren. Aber auf dem Markt kosteten solche Jets zwischen 25 und 29 Millionen Dollar, schrieb die Zeitung. Der Konzern rechnet für das vergangene Quartal mit knapp einer Milliarde Dollar Verlust.

Blackberry hatte erst im vergangenen Jahr im Zuge von Sparmaßnahmen ein größeres Firmenflugzeug verkauft und zunächst zwei kleinere Maschinen des Herstellers Dassault behalten. Die Idee hinter dem Zukauf im Sommer sei gewesen, die beiden Flugzeuge durch ein größeres zu ersetzen, erläuterte ein Sprecher dem "Wall Street Journal". Angesichts der jüngsten Geschäftsentwicklung sei ohnehin beschlossen worden, alle Firmenflugzeuge zu verkaufen - auch das gerade erst erworbene.

BBM for All: Messenger-Start weiterhin ungewiss

Am Wochenende wollte Blackberry seinen Messengerdienst BBM auf den Plattformen Android und iOS starten. Der Roll-Out der App wurde jedoch überraschend gestoppt - angeblich wegen Störungen, die durch eine unbeabsichtigt geleakte Testfassung der App entstanden sein sollen. Bis jetzt ist unklar, wann BBM auf den beiden Plattformen zum Download bereit stehen wird. Im Google Play Store waren zuletzt mehrere Fake-Apps unter dem Namen BBM veröffentlicht worden. Hier steht Google in der Pflicht, eingereichte Apps besser auf solche Imitate zu prüfen.

Ex-CEO Mike Lazaridis soll Interesse an einer Übernahme haben

Unterdessen wurde bekannt, dass der frühere Co-CEO Mike Lazaridis darüber nachdenkt, beim strauchelnden Smartphone-Pionier einzusteigen. Lazaridis hält noch immer 5,8 Prozent der Aktien und könnte eine große Hilfe dabei sein, die Kontrolle über Blackberry zu übernehmen. Das berichtet die New York Times. Lazaridis, der Anfang 2012 zurücktrat und durch Thorsten Heins abgelöst wurde, steht mit den Risikokapital-Gebern Blackstone und Carlyle in Verhandlungen. Allerdings muss es nicht dazu kommen, dass ein solches Gebot tatsächlich zustande kommt.

Erschwert wird dies durch die finanzielle Situation der Firma: Blackberry gab bekannt, dass bis zum kommenden Frühjahr rund 4 500 Arbeitsplätze gestrichen werden sollen. Der erwartete Verlust von bis zu 995 Millionen Dollar entstand vor allem durch Abschreibungen auf nicht verkaufte Smartphones des Modells Z10. Das Touchscreen-Smartphone mit Blackberry 10 sollte in diesem Jahr die Wende einläuten, verkaufte sich aber bisher schlecht.

Noch 2013 könnte ein weiteres Mittelklasse-Blackberry kommen

Marktanteile sammeln die meisten Hersteller nicht im High-End-Segment sondern in der Mittelklasse. Nun sind Gerüchte über ein neues, günstigeres Blackberry-Modell aufgetaucht. Unter dem Codenamen Americano soll ein Snapdragon-400-Gerät in Arbeit sein, das über ein 4,2 Zoll großes Display mit einer Auflösung von 720 mal 1280 Pixel verfügen soll. Einen Namen hat das neue Smartphone noch nicht - möglicherweise wird es die C-Reihe des Herstellers begründen.

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