Fernzugriff

Blackberry Protect: Ortung, Backup, Daten löschen aus der Ferne

App ermöglicht Fernzugriff auf den Blackberry per Webportal
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Blackberry ProtectBlackberry Protect auf dem Handy Der Smartphone-Hersteller Research in Motion (RIM) bietet für seine Blackberrys den kostenlosen Service Blackberry Protect an, mit dem der Nutzer sein Handy orten und aus der Ferne Backups machen oder sensible Daten löschen kann. Wir haben uns Blackberry Protect einmal genauer angesehen.

Das Problem kennen Sie vielleicht: Sie haben Ihr Telefon in der Wohnung verlegt und finden es einfach nicht. Sie könnten es anrufen, aber der Klingelton ist leise gestellt, also hören Sie auch das Klingeln oder Vibrieren nicht.

Vielleicht haben Sie das Telefon irgendwo anders liegen lassen oder es hat unfreiwillig den Besitzer gewechselt und Sie möchten es wiederhaben oder wenigstens wissen, wo es in etwa zu finden sein könnte.

Hierbei kann die Software Blackberry Protect nützlich sein, die RIM in der Blackberry Appworld zur Verfügung stellt. Bei neueren Modellen wie dem 9800 Torch ist die App bereits vorinstalliert und muss nur noch konfiguriert werden. Zur Nutzung von Blackberry Protect ist eine Blackberry-ID notwendig. Die App kann auf allen Blackberry-Smartphones mit Betriebssystem 4.6.0 oder höher installiert werden.

Einrichtung auf dem Handy

Bei der Installation auf dem Smartphone wird der Benutzer gefragt, ob sein Handy im Ernstfall über GPS angepeilt werden darf (kann auch später noch festgelegt werden, solange das Handy noch greifbar ist). Danach legt der Nutzer fest, welche Daten auf dem Blackberry-Server gesichert werden sollen. Möglich ist ein Backup von Kalendereinträgen, Adressbuch, Lesezeichen, Kurzmitteilungen (Textnachrichten), Notizen und Aufgaben. Auf Wunsch werden diese Daten automatisch täglich, wöchentlich oder in einem anderen Rhythmus gesichert. Nicht gesichert werden installierte Apps von Drittanbietern und auch die Inhalte von E-Mails werden nicht übertragen, diese befinden sich aber weiterhin auf dem jeweiligen Mail-Server.

Eine vollständige Datensicherung mit allen Programmen und Einstellungen kann der Nutzer hingegen über die Blackberry-Desktop-Software für PC und Mac vornehmen, die auf www.blackberry.com kostenlos heruntergeladen und installiert werden kann.

Wenn das Telefon nicht greifbar ist

Webportal von Blackberry ProtectWebportal von Blackberry Protect Das Web-Portal zum Service soll der Nutzer mit www.blackberry.com/protect aufrufen, doch landet in Deutschland man per Weiterleitung derzeit auf der italienischen Version (http://it.blackberry.com/services/protect), was sich durch manuelle Korrektur in http://de.blackberry.com/services/protect/ [Link entfernt] leicht beheben lässt. Die Funktion "Lautes Klingeln" lässt das des Handys etwa eine Minute sehr laut Klingeln, auch wenn es zuvor auf "lautlos" oder Vibration eingestellt war. Beim Test mit diversen Blackberrys funktionierte der Dienst im Netz von Vodafone einwandfrei. Im Netz von T-Mobile konnten die Geräte jedoch nicht gefunden werden und diese Funktion stand einigen Telekom-Kunden nicht zur Verfügung.

Ist das Telefon abhanden gekommen, kann dem "Finder" eine Nachricht übermittelt werden, die dieser allerdings noch wegklicken kann. Bleibt der "Finder" aber von der Botschaft ansonsten unbeeindruckt, kann der Blackberry aus der Ferne mit einem neuen Passwort gesperrt werden und beim Versuch, auch dieses Passwort zu ignorieren, erscheint die vorher erwähnte Nachricht als permanenter Bildschirm-Hintergrund.

Hilft das alles nichts, können als letztes Mittel alle Nutzer-spezifischen Daten auf dem Blackberry aus der Ferne komplett gelöscht werden, zuvor kann auf Wunsch des berechtigten Anwenders noch ein Backup erstellt werden, denn nach dem Lösch-Prozess ("Wipe") ist per Blackberry Protect kein Zugriff mehr auf das Gerät möglich.

Bemerkt der Dieb, dass seine Beute gelöscht wird und zieht den Akku scheinbar "rechtzeitig", hilft ihm das nicht. Beim späteren Wiedereinlegen des Akkus wird der Lösch-Prozess einfach fortgesetzt.

Das Smartphone kann auch geortet werden und zwar via GPS oder über die zuletzt verwendeten Mobilfunkzelle - also auf ca. 600 bis 3000 Meter genau. Diese Ortungsfunktion steht aber nur maximal 2:55 Minuten zur Verfügung, denn sie soll - wie Blackberry betont - auf keinen Fall zur permanenten Überwachung von Handys dienen, sondern nur einen ungefähren Anhaltspunkt bieten, wo sich das Telefon befinden könnte.

Kleine Schwächen in der Praxis

Der Schutz durch Blackberry Protect hat Grenzen, denn für seine Nutzung ist es notwendig, dass eine SIM-Karte mit aktiviertem Blackberry-Dienst eingelegt ist. Dabei ist es egal, in welchem Netz und bei welchem Anbieter der "Dieb" den Blackberry in Betrieb nimmt, da das Gerät über die Geräte-PIN (spezielle ID aller Blackberry-Geräte) erreicht wird. Ohne Blackberry-Dienst ist ein Blackberry ohnehin kaum sinnvoll nutzbar. Legt ein Dieb hingegen eine andere SIM-Karte ohne Blackberry-Dienst ein, so ist das Handy für den berechtigten Inhaber nicht erreichbar.

Blackberry Protect als Kinderschutz?

Da einfache Blackberry-Endgeräte schon für unter 200 Euro (ohne Vertrag) erhältlich sind, sieht RIM seine "Protect" Lösung auch für Kinder interessant, die etwa von Mitschülern genötigt werden, das Telefon herzugeben. "Durch die internetbasierte Schutzlösung kann das Kind sein Handy ruhig hergeben, der Dieb wird nicht lange Freude daran haben", erklärt man bei RIM dazu. Eltern, die aus verständlichen Gründen ihren Kindern keinen Laufzeitvertrag geben möchten, können die Prepaid-Variante wählen: Die Protect-Lösung funktionierte mit einem Prepaid-Blackberry, wie er in Deutschland derzeit nur von Vodafone angeboten wird, problemlos.

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