Tastatur

Blackberry Priv: Der Android-Slider mit Tastatur im Test

Wir haben das Blackberry Priv eine Woche lang einem intensiven Test unterzogen und berichten über unsere Erfahrungen mit dem Android-Slider, der als erstes Smartphone mit der Google-Firmware seit mehreren Jahren wieder eine Hardware-Tastatur mit sich bringt.

Was im Dauer-Test des Smartphones noch aufgefallen ist: Der Mobilfunk-Empfang ist sehr gut und auch der WLAN-Empfänger bietet eine überdurchschnittliche Empfindlichkeit. Wie fast alle aktuellen Smartphones lässt sich das Gerät auch als Mobile Hotspot einsetzen. Dabei ist diese Funktion aber nicht auf den 2,4-GHz-Bereich beschränkt. Das Blackberry Priv kann auch auf 5 GHz funken. 18-Megapixel-Kamera mit Schneider-Kreuznach-Zertifizierung 18-Megapixel-Kamera mit Schneider-Kreuznach-Zertifizierung
Foto: teltarif.de

BlackBerry Priv

Die Bluetooth-Schnittstelle unterstützt den rSAP-Modus. Das heißt, mit entsprechend ausgestatteten Autotelefonen und Festeinbauten funkt nicht das Smartphone im Faradayschen Käfig. Stattdessen wird die Telefonie inklusive der Sende- und Empfangstechnik komplett über das Autotelefon abgewickelt, das sich per Bluetooth lediglich die SIM-Karten-Daten aus dem Smartphone holt. Bei dieser Funktion gibt es derzeit allerdings auch noch einen Fehler: Wird die Verbindung mit dem Autotelefon getrennt, so muss die PIN der SIM-Karte erneut eingegeben werden. Wer das vergisst und das Handy stattdessen schnell in der Jackentasche verstaut, ist telefonisch nicht mehr erreichbar.

Die Sprachqualität bei Telefonaten ist sehr gut und die Hörmuschel für Gespräche direkt am Handy ist so laut, dass sie teilweise sogar übersteuert (was sich natürlich verhindern lässt, wenn man die Lautstärke auf einen sinnvollen Pegel reduziert). Auch in lauter Umgebung ist es überhaupt kein Problem, den Gesprächspartner zu verstehen. Hier hinterlässt beispielsweise der Lautsprecher des iPhone 6S Plus ein schlechteres Bild. Auch dieser ist klanglich überzeugend, aber etwas leise.

Kleine App-Icons bis hin zum Display-Rand

Fünf App-Icons (oder Ordner) in einer Reihe - O.K., bei einer Display-Auflösung von 1440p ist das kein Problem. Der Touchscreen bietet auch eine sehr gute Darstellung von Fotos, Videos oder Webseiten. Einzelne Pixel sind nicht zu erkennen. Allerdings reichen die App-Icons schon sehr nahe an den Display-Rand heran, so dass es im Test oft passiert ist, dass eine Anwendung unbeabsichtigt gestartet wurde, weil man mit dem Finger eben recht leicht auf die Icons kommt. Hier sollte sich der Launcher zumindest anpassen lassen, so dass man beispielsweise auf vier Symbole umstellen kann. Es ist aber natürlich jederzeit möglich, einen anderen Launcher einzusetzen, der sich - wie bei jedem anderen Android-Gerät - aus dem Google Play Store laden lässt.

Interessant ist zudem der Produktivity Tab, der schnellen Zugriff auf Kalender und E-Mails, Kontakte und Aufgaben bietet und mit einer Wischgeste vom rechten (oder - wahlweise einstellbar) linken Display-Rand erreichbar ist. Interessant ist auch das Konzept von Popup-Widgets, die durch eine Gestenbewegung über die App-Symbole aufrufen lassen, sofern die jeweiligen Anwendungen dieses Feature unterstützen. Das ist so etwas wie Blackberrys Antwort auf 3D Touch bei den aktuellen iPhone-Modellen. Dazu lassen sich die Hardware-Tasten für Kurzwahlen nutzen - auch um auf installierte Apps schnellen Zugriff zu haben.

Der Akku des Blackberry Priv hat eine Kapazität von 3410 mAh. Das ist vergleichbar mit dem Akku des Blackberry Passport, das vor rund einem Jahr mit Blackberry-10-Betriebssystem auf den Markt kam. In der Praxis hat sich gezeigt, dass der Akku des Android-Sliders nicht so lange wie der Akku des Modells aus dem Vorjahr durchhält. Man kommt gut über den Tag. Am späten Abend muss das Smartphone dann aber doch über den microUSB-Anschluss auf der Unterseite mit dem Ladekabel verbunden werden.

Fazit: Hardware-Tastatur macht das Blackberry Priv zum Arbeitstier

Die Hardware-Tastatur des Blackberry Priv Die Hardware-Tastatur des Blackberry Priv
Foto: teltarif.de

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 1
  • Bedienung, Handling, Software: 2
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 1,5
  • Basis-Feature des Handys: 1,5
  • Einschätzung des Redakteurs: 2
  • Gesamtnote: 1,6
Das Blackberry Priv bietet das Beste aus den beiden Welten Android und Blackberry. Die Geschäftskunden-Funktionen wurden gut ins Google-Betriebssystem integriert, das dazu beiträgt, dass für das Gerät eine breite Auswahl an Apps zur Verfügung stehen. Das Smartphone ist gut verarbeitet, es hat aktuelle und entsprechend schnelle Hardware an Bord und das Betriebssystem läuft sehr flüssig. Ausgerechnet der Blackberry Hub, die zentrale Nachrichten-Anwendung, arbeitet derzeit noch recht zäh.

Blackberry punktet zudem mit der Ankündigung, Sicherheits-Updates schnell an die Kunden weiterzureichen. Auch Android 6.0 soll der Bolide in den kommenden Monaten erhalten. Unverständlich ist es, dass der Hersteller bei Sicherheits-Features patzt und hier nicht entsprechende Veränderungen bei der Google-Software vorgenommen hat. Mit der Hardware-Tastatur sorgt der Hersteller dafür, dass sich das Handy sehr gut für die produktive Arbeit eignet. Sollten sich die angesprochenen Bugs noch softwareseitig beheben lassen, dann wäre das Blackberry Priv derzeit wohl das beste Business-Smartphone. Für Freunde einer Hardware-Tastatur ist es nahezu alternativlos, zumal die App-Situation für Handys mit dem Betriebssystem Blackberry 10 - anders als beim Android-Ökosystem - nach wie vor unbefriedigend ist.

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