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Blackberry Priv mit Android Marshmallow: Erste Erfahrungen

Wir haben das Marshmallow-Update beim Blackberry Priv durchgeführt und berichten über unsere Erfahrungen, die wir unter der aktuellen Android-Version mit dem Android-Slider mit Hardware-Tastatur gemacht haben.

Im weiteren Verlauf des Tests hat sich gezeigt, dass der Energiesparmodus sicher nach wie vor sinnvoll, aber nicht mehr ganz so wichtig ist. Das Akku-Management wurde deutlich verbessert. Der Akku hält bei durchschnittlicher Nutzung nun auch einen ganzen Arbeitstag durch und das Smartphone wird im täglichen Gebrauch nicht mehr so heiß wie mit der alten Betriebssystem-Version.

BlackBerry Priv

microSD-Karte kann zur Erweiterung des internen Speichers genutzt werden microSD-Karte kann zur Erweiterung des internen Speichers genutzt werden
Foto: teltarif.de
Auch an der Performance hat Blackberry weiter geschraubt. Das Betriebssystem läuft deutlich flüssiger als zuvor. Nutzer, die ihr Blackberry Priv nach dem Marshmallow-Update auf Werkseinstellungen zurückgesetzt und komplett neu aufgesetzt haben, berichten, dass sich auf diesem Weg noch weitere Verbesserungen ergeben haben. Die überwiegende Mehrheit der Geschäftskunden, die ja die Kernzielgruppe eines Blackberry-Smartphones sind, dürfte sich aber kaum die Zeit für eine komplette Neuinstallation nehmen.

Mehr Sicherheit und weitere Hub-Features

Mit der DTEK-App können die Besitzer des Blackberry Priv jetzt nicht nur einsehen, auf welche Daten installierte Anwendungen zugreifen. Zusätzlich besteht die Möglichkeit, den Apps einzelne Berechtigungen auch wieder zu entziehen. Neu im Blackberry Hub sind eigene Rubriken für Skype, Slack und Instagram. Es fehlen aber weiterhin Messenger wie Telegram oder Threema, die sich auch einer gewissen Beliebtheit erfreuen.

Hier wäre es gut, wenn die Kunden selbst einstellen könnten, welche Benachrichtigungen im Hub erfolgen sollen. Vor allem wäre es sinnvoll, für im Hub integrierte Anwendungen die Android-Standard-Benachrichtigungen abzuschalten oder - noch besser - nach Vorbild von Blackberry 10 gleich alle Benachrichtigungen im Hub zu bündeln.

Kamera-Software und Tastatur nachgebessert

Neues Kontrollzentrum unter Android Marshmallow Neues Kontrollzentrum unter Android Marshmallow
Foto: teltarif.de
Die Kamera-Software des Blackberry Priv unterstützt nun auch Slow-Motion-Videos. Der Blackberry Launcher bietet neue Sortiermöglichkeiten. Uns hat der Nova Launcher im Test nach wie vor etwas besser gefallen, aber das ist letzten Endes Geschmacksache. Der Launcher-Wechsel ist jedenfalls problemlos möglich.

Eines der wichtigsten Features eines Blackberry ist zweifellos die Tastatur. Hier hat Blackberry die Wortvorschläge verbessert und mehr als 200 neue Smileys integriert. Besonders gut hat uns im Test aber die Möglichkeit der Texteingabe per Swype-Gesten gefallen, wie sie auch verschiedene andere Keyboards für Android und iOS sowie die System-Tastatur von Windows Phone anbieten.

Fazit: Android-Software von Blackberry entwickelt sich positiv

Unter Android 5.1.1 wirkte das Blackberry Priv teilweise unausgereift. Zu groß waren die Software-Fehler, zu schnell wurde beim ernsthaften Gebrauch des Smartphones der Akku leer und zu lange musste man jeweils warten, bis sich Apps wie der Blackberry Hub nach dem Aufrufen auch wirklich öffnen.

Mit Android Marshmallow ist das Blackberry Priv nun ernsthaft nutzbar. Das System läuft deutlich flüssiger, auch wenn es nach wie vor nicht mit Blackberry 10 vergleichbar ist. Nicht zuletzt hat der Hersteller aber auch die Sicherheit weiter verbessert. Mittlerweile ist der Android-Slider auch günstiger geworden. Dennoch dürfte der nach wie vor bei mehr als 650 Euro liegende Preis hauptverantwortlich dafür sein, dass sich Blackberrys erstes Android-Handy eher schleppend verkauft.

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