Ausprobiert

Blackberry Passport: Das neue Tastatur-Smartphone im ersten Hands-on-Test

Mit Spannung wird das Blackberry Passport in Deutschland erwartet. Kann es den Abwärtstrend des Pioniers für Business-Handys stoppen? Vor dem deutschen Marktstart konnten wir das neue Tastatur-Smartphone bereits kurz ausprobieren.
Aus Berlin berichtet
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Blackberry Passport im Hands-onBlackberry Passport im Hands-on Blackberry gibt den Kampf nicht auf - der einstige Pionier für Business-Handys hatte zwar den Markteintritt der Touchscreen-Smartphones verschlafen, viele Nutzer, und zwar nicht nur aus dem geschäftlichen Bereich, schwärmen nach wie vor von den Handys des kanadischen Herstellers mit einer vollwertigen QWERTZ-Tastatur. Nun soll das Blackberry Passport an die alte Größe anknüpfen.

BlackBerry Passport

Das Blackberry Passport ist in Nordamerika erhältlich und dort offenbar so erfolgreich im Verkauf, dass Blackberry bereits vor einer Woche Kapazitätsengpässe gemeldet hat. Auch in Europa ist damit zu rechnen, dass Kaufinteressenten Geduld haben müssen. Auf einer speziellen Veranstaltung konnte teltarif.de einen ersten Blick auf den für das Unternehmen dringend benötigten Verkaufsschlager werfen.

Ungewöhnliches Design mit quadratischem Display

Die VerpackungDie Verpackung Um die vollständige QWERTZ-Tastatur unterzubringen und trotzdem das Gerät nicht zu groß werden zu lassen, ist Blackberry einen ungewöhnlichen Weg gegangen: Das Passport hat ein quadratisches Display mit 4,5 Zoll Bildschirmdiagonale, einer Auflösung von 1 440 mal 1 440 Pixel sowie 453 PPI Pixeldichte.

Vorteilhaft kann das quadratische Display beispielsweise bei Kartenanwendungen oder bei der Anzeige von Textdokumenten in der Druckvorstufe sein, da das Display 66 Buchstaben pro Zeile anzeigt (bei einem Hochformat-Smartphone sind es durchschnittlich nur 45 Buchstaben). Auch an die Nutzer von breiten Excel-Tabellen hat Blackberry dabei gedacht.

Excel-Tabellendarstellung im Vergleich mit anderen SmartphonesExcel-Tabellendarstellung im Vergleich mit anderen Smartphones Obwohl im Passport viel Technik verbaut ist, bleibt das Smartphone mit 9,3 Millimeter unter der magischen Grenze von einem Zentimeter. In der großen Jackett-Innentasche findet es also auf jeden Fall Platz.

Durch seine griffige Rückseite liegt das Blackberry Passport rutschsicher in der Hand. Aufgrund seiner Breite ist es allerdings kein "Ein-Finger-Smartphone", das man nur mit einem Daumen bedienen kann. Am besten erscheint es uns, das Gerät mit beiden Händen zu halten und mit zwei Daumen zu tippen.

Kapazitive dreireihige Touchtastatur und lange Ersteinrichtung

Homescreen des Blackberry PassportHomescreen des Blackberry Passport Blackberry hat dem Passport eine kapazitive dreireihige Hardware-Touchtastatur mit kontextueller automatischer Verbesserung von Rechtschreibfehlern, Vorhersage des nächsten Wortes und einer "personalisierten Lernanwendung" spendiert. Diese soll sich merken, wie der Nutzer schreibt und dann nach und nach immer bessere Textvorschläge liefern. Außer den Buchstabentasten gibt es eine Leertaste sowie je eine Return- und Löschtaste. Zusätzlich werden bei Bedarf weitere Touch-Tastaturzeilen über der Hardware-Tastatur auf dem Display eingeblendet.

Die Hardware-Tastatur hat nach unserem ersten Empfinden einen sehr guten Druckpunkt und der Wechsel zwischen Hardware-Tastatur und darüberliegender Touch-Tastatur ist nach einer kurzen Eingewöhnungszeit intuitiv zu bewerkstelligen. Auch die Touchpad-Gesten auf der Hardware-Tastatur erlernt der Nutzer innerhalb weniger Minuten.

Zubehör in der VerpackungZubehör in der Verpackung Leider begegnet uns auch beim Passport - wie schon bei früheren Blackberry-10-Smartphones - das Phänomen, dass die erste Einrichtung des Geräts sehr lange dauert. Das Smartphone fragt alle Daten wie WLAN-Passwort, Land, Sprache usw. ab und erlaubt dem Käufer erst die Nutzung des Geräts, nachdem er eine Schulung über die Touchgesten absolviert hat. Das dauerte insgesamt schon 15 Minuten. Anschließend war bei unserem Testgerät gleich ein 90 MB großes Update herunterzuladen. Zusammen mit der Installation hat das per WLAN ebenfalls nochmals 15 Minuten gedauert. Unserer Auffassung nach sollte Blackberry diesen Prozess dringend beschleunigen.

Leistung, Sprachassistent, Sync und Apps

Griffige Rückseite des PassportGriffige Rückseite des Passport Die Quad-Core CPU Qualcomm Snapdragon 801 mit 2,2 GHz samt der Grafikeinheit Adreno 330 und 3 GB Arbeitsspeicher versorgt das Business-Smartphone mit so viel Leistung, dass alle von uns kurz ausprobierten Anwendungen flüssig liefen. Als echtes Gaming-Smartphone muss das Telefon ohnehin nicht herhalten, aber das eine oder andere grafisch nicht zu aufwändige Spiel zwischendurch wird es mühelos bewältigen.

Im ersten Test erschien uns der Sprachassistent "Blackberry Assistant" recht ausgefeilt. Auf einem eingerichteten Gerät konnte ein Blackberry-Mitarbeiter auf dem Event per Sprachbefehl Termine eintragen, eine Route berechnen oder eine E-Mail an einen Empfänger im Adressbuch verfassen. Dieses Feature muss man natürlich ausführlicher testen, um ein endgültiges Urteil fällen zu können.

Mailprogramm bei der PräsentationMailprogramm bei der Präsentation: Der Blackberry-Mitarbeiter liest den teltarif.de-Newsletter "Mobile Blend" nennt sich eine Möglichkeit, die Daten schneller zwischen verschiedenen Geräten unterschiedlicher Plattformen zu synchronisieren. Unter Windows, iOS und Android muss die entsprechende App beziehungsweise Desktop-Anwendung installiert werden. Nach Eingabe der Blackberry-ID und eines Passworts wird das Dashboard geladen und die Inhalte werden zwischen den Geräten synchronisiert. Dies geht entweder über eine Kabelverbindung oder per WLAN beziehungsweise Mobildatenverbindung, und zwar immer direkt zwischen den Geräten ohne Umweg über einen Cloud-Server.

Zusätzlich zur Blackberry World und den dort verfügbaren Anwendungen hat der Hersteller durch eine Kooperation mit Amazon den Amazon Appstore auf dem Passport installiert, damit Nutzer auch bekannte Android-Apps nutzen können, die es für Blackberry offiziell nicht gibt.

In Deutschland wird der Blackberry Passport über Vodafone und den regulären Fachhandel vertrieben, mit weiteren Kooperationspartnern verhandelt das Unternehmen noch. Vorbestellt werden kann das Gerät bei Online-Händlern zu Preisen zwischen 550 und 600 Euro.

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