Software statt Hardware

Blackberry macht seine Smartphones überflüssig

Blackberry will seine Dienste auf nahezu alle Android-Smartphones und sogar auf das iPhone bringen. Die eigenen Handys macht der Hersteller dadurch nahezu überflüssig. Nur ein einziges wichtigeres Feature sucht man bei den Mitbewerbern vergeblich.
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Schafft Blackberry sich selbst ab?Schafft Blackberry sich selbst ab? Der Blackberry Hub ist das Herzstück eines Smartphones des kanadischen Herstellers. Jetzt bietet der Technologiekonzern die App auch für Handys anderer Produzenten an. Voraussetzung: Die Geräte müssen unter Android laufen und mindestens die Version 6.0 (Marshmallow) des Betriebssystems an Bord haben.

Blackberry hat aber zum Start dieses Angebots bereits verraten, dass die Anwendung wie auch andere Blackberry-Dienste künftig auf weiteren Smartphones verfügbar sein sollen. So arbeitet der Hersteller bereits daran, den Hub auch auf Handys mit Android 5.x (Lollipop) verfügbar zu machen. Zudem gibt es Überlegungen, die Anwendungen des Unternehmens auch für das iPhone von Apple anzubieten.

Rückgewinnung ehemaliger Kunden denkbar

Auf diesem Weg würde Blackberry seine Software mit einem Schlag auf rund 90 Prozent aller im Markt befindlichen Smartphones bringen. Damit steigt zweifellos der Marktanteil für Blackberry-Dienste, denn so könnte der Hersteller viele Kunden, die in den vergangenen Jahren zu den Ökosystemen von Google und Apple abgewandert sind, zumindest auf dieser Basis wieder zurückgewinnen.

Auf der anderen Seite kannibalisiert sich Blackberry auf diesem Weg selbst, denn der Anreiz zum Kauf eines Smartphones des kanadischen Herstellers sinkt noch weiter. Schon in den vergangenen Jahren haben sich die Handhelds des Konzerns immer schlechter verkauft. Der Marktanteil liegt mittlerweile weltweit bei weniger als einem Prozent.

Zielgruppe für "echtes" Blackberry wird immer kleiner

Wirklich spannend ist ein echtes Blackberry nur noch für Kunden, die ein Smartphone mit einer Hardware-Tastatur wünschen. Texteingabe per Gestensteuerung und ähnliche Hilfsmittel machen ein physisches Keyboard aber heutzutage für viele Interessenten verzichtbar. Bleiben geschäftliche Anwender, die auf die Sicherheits-Features angewiesen sind, die Blackberry am besten auf seinen eigenen Geräten umsetzen kann.

So erscheint es als wahrscheinlich, dass die Zeit der Blackberry-Smartphones nun wirklich vorbeigeht und sich der Konzern künftig auf die Software-Sparte konzentriert, mit der er schon heute Geld verdient. Einen ähnlichen Weg geht auch Microsoft, das immer mehr Anwendungen für Android und iOS anbietet, man das eigene Betriebssystem Windows 10 Mobile faktisch aufgegeben hat.

In einer weiteren Meldung finden Sie einen Test zum Blackberry Hub für Android.

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