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BlackBerry: Uns gibt es noch

Mit dem BlackBerry sind unzählige Manager und Text-Fans groß geworden. Deutschland ist der viertgrößte Markt weltweit. Vieles von BlackBerry bleibt aber momentan unsichtbar.
Vom Mobile World Congress in Barcelona berichtet
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Trifft man hochrangige Manager der Telekom-Branche und hantiert mit einem BlackBerry, bekommt man quer über alle Netzbetreiber und Hersteller die Antwort: „Ach ja, ich hatte auch mal einen“ oder „Ich bin damit groß geworden“. Und Alex Thurber, SVP General Manager Mobility Solutions, weist mit berechtigtem Stolz darauf hin, dass BlackBerry in Deutschland den viertgrößten Markt für BlackBerry-Smartphones weltweit hat, die aktuell verkauft werden. „Wir ermuntern TCL (den Hersteller der Geräte) noch mehr für den Markt zu tun, wir wissen, dass hier ein großer Bedarf und eine große Nachfrage besteht“.

Auch ältere Geräte laufen noch

BlackBerry findet man auf der Messe versteckt in der Meeting-Room-Area.BlackBerry findet man auf der Messe versteckt in der Meeting-Room-Area. Auch für die Nutzer älterer Modelle gibt es interessante Informationen. So hat das Betriebssystem 7 „End of Life“ erreicht, die Systeme laufen aber noch. BlackBerry rät dennoch, auf die neuesten Modelle mit Android umzusteigen. Für den weit verbreiteten BlackBerry Q10 wird es "durchgehend" ("through") wichtige Sicherheitsupdates bis zum Ende Jahres 2019 geben. „Und danach wird er weiter funktionieren“, mit einer leichten Anspielung auf Updates anderer Hersteller, die ihre Geräte dadurch oft „unbrauchbar“ gemacht hatten.

Das Thema Android-Updates hat auch BlackBerry auf dem Schirm. "Bevor ich zu BlackBerry kam, ahnte ich nicht im entferntesten, wie kompliziert Android Updates sein können".

Doch BlackBerry hat sich von der Hardware- zur Software-Company gewandelt. BlackBerry (Canada) liefert die gesicherte Android-Software für die BlackBerry-Geräte von TCL und es sieht so aus, dass es „nicht unwahrscheinlich“ ist, das Update auf Android 9 („Pie“) zu bekommen. Termine wurden aber keine verraten.

Die Tastatur ist das Markenzeichen

Alex Thurber, SVP Mobility Solutions, hat zwei Mobiltelefone mit BlackBerry Software in der Hand: Links Key2 und rechts Punkt MP02.Alex Thurber, SVP Mobility Solutions, hat zwei Mobiltelefone mit BlackBerry Software in der Hand: Links Key2 und rechts Punkt MP02. BlackBerry ist aber nicht nur in den Smartphones, deren typisches Merkmal die Tastatur ist, enthalten. In Barcelona wurde auch ein unscheinbares Handtelefon „aus einer anderen Zeit“ gezeigt, das die Schweizer Firma Punkt.Tronics entwickelt hat. Dieses Telefon, das Punkt MP02, eine Mischung aus dem legendären Ericsson GH 337 und dem ikonischen „Braun“-Taschenrechner, was Smartphone-Fans höchstens ein Kopfschütteln entlockt, werden wir noch vorstellen.

Das Android-Betriebssystem von BlackBerry ist neuerdings auch in IoT-Geräten enthalten, das ist das schwer eingedampfte Kernbetriebssystem, das um benötigte Module erweitert werden kann. Android läuft parallel zum Echtzeitbetriebssystem QNX von BlackBerry, das in der Automobil-Industrie weite Verbreitung hat und bereits in 120 verschiedenen Fahrzeugtypen („Vehicles“) läuft. Die allermeisten Kunden am Steuer bekommen davon aber gar nichts mit. BlackBerry plant sein Betriebssystem in weiteren Endgeräten einsetzen zu lassen, genaue Details stehen noch nicht fest.

Key2 RED mit QWERTY-Tastatur

Der BlackBerry Key2 RED Edition, der aktuell nur über eine QWERTY Tastatur verfügt.
Der BlackBerry Key2 RED Edition, der aktuell nur über eine QWERTY Tastatur verfügt.
In Barcelona ist am Stand von TCL das Modell Key2 RED zu sehen, allerdings bislang nur mit QWERTY-Tastatur. Ob es später eine QWERTZ-Version geben wird, blieb unklar.

BlackBerry Deutschland hat übrigens in Düsseldorf sein Hauptquartier, wo auch die Tochterfirma Secusmart sitzt. Sie hat das hochsichere Krypto-Handy entwickelt, was beispielsweise Bundeskanzlerin Angela Merkel verwendet.

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