Kommunikation

Festnetz-Telefonie ist out, Messaging-Dienst ist in

Verbraucher telefonieren nur noch selten aus dem Festnetz. Wenn sie kommunizieren, bevorzugen sie textbasierte Dienste wie Instant Messaging, Chat oder E-Mail. Vor welchen Herausforderungen die deutschen Netzbetreiber jetzt stehen, lesen Sie in unserer Meldung.
Von Jennifer Buchholz
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Das Kommunikationsverhalten der Verbraucher hat sich verändert. Sie telefonieren weniger, schreiben dafür mehr Nachrichten in Messaging-Diensten oder Chats. Dies ergab eine aktuelle Studie des Branchenverbandes Bitkom.

In diesem Jahr wurde aus dem Festnetz weniger telefoniert (279 Milliarden Minuten) als noch im Vorjahr (283 Milliarden Minuten). Telefonate aus dem Mobilfunknetz konnten hingegen einen leichten Zuwachs verbuchen (von 109 auf 110 Milliarden Minuten). Zu diesem Ergebnis kommt der Bitkom in seiner Studie, die er auf der Basis von Daten der Bundesnetzagentur durchgeführt hat. 2010 telefonierten die Deutschen noch rund 295 Milliarden Minuten. Seitdem sind die Telefonate vor allem im Festnetz rückläufig. "Die Netzbetreiber stehen vor einer Mammutaufgabe", sagt Bitkom-Präsident Dieter Kempf. „Die Umsätze geraten unter Druck, gleichzeitig stehen sie in einem scharfen Preiswettbewerb, sind ständig neuen Regulierungseingriffen ausgesetzt und müssen nun zweistellige Milliardeninvestitionen in den Breitbandausbau stemmen."

Mobilfunk-Flatrate verdrängt Festnetztelefonie

Anstatt zum Gespräch greifen die Verbraucher vermehrt zum Instant MessengerAnstatt zum Gespräch greifen die Verbraucher vermehrt zum Instant Messenger Durchschnittlich verbrachten die Deutschen im vergangenen Jahr etwa 57 Stunden mit dem Telefonieren. 60 Prozent dieser Gespräche liefen über das Festnetz. 2010 waren es noch 65 Prozent. "Dank stark fallender Preise und günstiger Flatrates nutzen die meisten Verbraucher das Handy ebenso selbstverständlich wie das Festnetztelefon", sagt Kempf.

Auch die Videotelefonie ist für viele Verbraucher mittlerweile eine Alternative zu Festnetztelefonie. Laut der Studie des Bitkom nutzten 2013 etwa 17 Millionen Deutsche gelegentlich Videotelefonie. 2011 waren es erst 7 Millionen Verbraucher.

ISDN-Anschlüsse werden selten

Beim Festnetzanschluss findet ebenfalls ein Wandel statt: Analoge Anschlüsse oder ISDN werden nur noch selten genutzt. Stattdessen finden Telefongespräche über entbündelte DSL-Anschlüsse, Kabelnetzen oder IP-basierte Dienste statt. Laut Bitkom ist die Entscheidung der Telekom, auf All-IP-Netze umzustellen, ein Grund für diese Entwicklung. Durch die Übertragung aller (Sprach-)Inhalte als IP-Pakete lassen All-IP-Netze eine effizientere Nutzung der Transportwege zu.

Laut Bundesnetzagentur sank die Zahl der Festnetzanschlüsse 2012 bis 2013 von 37,5 auf 37,2 Millionen Stück. Die Zahl der Mobilfunkverträge im gleichen Zeitraum ist jedoch gestiegen (von 113 auf 115 Millionen).

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