Kryptowährung

Bitcoin mit neuen Schwankungen

Ist das überhaupt Geld? Nein, meint Deutschlands oberster Währungshüter. Geld, so argumentiert Jens Weidmann sollte ja im Wert stabil sein - doch genau das ist der Bitcoin nicht, wie auch die jüngsten Kursausschläge in der Weihnachtszeit zeigen.
Von dpa /
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Die heftigen Kursausschläge beim Bitcoin haben sich auch an den Weihnachts­tagen fortgesetzt - und die warnenden Stimmen vor Anlagen in der umstrittenen Digital­währung mehren sich. Die israelische Finanzmarkt­aufsicht (ISA) will jetzt sogar ein Handels­verbot von Firmen an der Tel Aviver Börse durchsetzen, die mit Cyber­währungen wie Bitcoin Geschäfte machen.

"Es handelt sich um höchst spekulative Vorgänge mit der Möglichkeit des Total­verlustes", sagte der Präsident der Finanzaufsichts­behörde Bafin, Felix Hufeld, der Bild-Zeitung. Es werde "Exzesse geben, die bittere Verlierer produzieren" würden. Hufeld rät daher zu höchster Vorsicht. Ein Anleger müsse wissen, "dass er im schlimmsten Fall sein ganzes Geld verlieren kann." Der Chef der Bundes­anstalt für Finanz­dienstleistungs­aufsicht (Bafin) kündigte an, seine Behörde müsse "eng am Ball bleiben", sprach allerdings auch von einer großen Lernaufgabe. "Wir sind alle dabei, dieses Gebiet erst zu verstehen und Know-How aufzubauen."

Kritik am Bitcoin

KryptowährungDer Kurs von Bitcoin schwankt enorm "Solange es keine Regulierung gibt, werden wir dafür sorgen, dass Unternehmen, deren Geschäfts­modell vor allem auf Cyber-Währungen basiert, nicht an die Börse gehen können", sagte Israels Chefaufseher Schmuel Hauser nach einem Bericht des Wirtschafts­blattes "Calcalist". Bereits notierte Unternehmen sollten mit einem Handels­verbot belegt werden, "bis wir einen passenden regularischen Rahmen finden". Hauser, der zu Beginn der Woche auf einer Wirtschafts­konferenz sprach, warnte vor gefährlichen Preis­schwankungen. "Die Öffentlichkeit hat keinen Schutz bei Investitionen in digitale Währungen."

Die Deutsche Bundesbank spricht der - ursprünglich als Zahlungsmittel kreierten - Digital­währung sogar den Charakter des Geldes ab. "Wir sehen eine rasante Wert­entwicklung, die das Risiko rasanten Verlusts birgt", sagte Bundesbank-Vorstand Carl-Ludwig Thiele der Zeitung "Euro am Sonntag". Wegen der hohen Wert­schwankungen eigne sich die Digital­währung nicht zur Wert­aufbewahrung. "Das teure und ineffiziente Übertragungs­system der Blockchain spricht zudem gegen Eignung als Zahlungsmittel."

Auch der Wirtschaftsweise Christoph Schmidt warnte vor den Risiken der Krypto­währungen. "Zumindest sind das hoch spekulative Geschäfte", sagte Schmidt der Rheinischen Post. Dies sei so lange nicht bedenklich, wie Anleger die daraus erwachsenden Risiken aus eigener Kraft tragen könnten. "Zögen ihre Verluste jedoch andere in Mitleidenschaft, weil ihr Erwerb durch Kredit­aufnahme finanziert wird, dann würde dies das Risiko für Verwerfungen an den Finanzmärkten erhöhen."

Ernstgenommenes Zahlungsmittel

Zwei große US-Börsen haben mittlerweile Termin­kontrakte auf den Bitcoin aufgelegt - damit ist die Krypto­währung in der klassischen Finanzwelt angekommen. Seit Jahres­beginn ist der Bitcoin, der auf Plattformen im Internet gehandelt wird, massiv im Wert gestiegen: von rund 1000 Euro auf annähernd 17 000 Euro, um kurz vor Weihnachten jäh in Richtung 10 000 Euro abzustürzen, bis zum zweiten Weihnachts­tag auf mehreren Plattformen aber wieder auf mehr als 14 000 Euro zu klettern.

Je höher der Kurs stieg, desto lauter wurden mahnende Stimmen aus Politik und Notenbanken. In den vergangenen Tagen hatten Politiker und Ökonomen eine Regulierung des Bitcoin gefordert.

Erst kürzlich hatte Bundesbank-Präsident Jens Weidmann die Bezeichnung "Digitalwährung" als irreführend bezeichnet: "Ein Zahlungs­mittel sollte ja eine Wert­stabilität aufweisen. Diese Eigenschaften fehlen dem Bitcoin."

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