Fernsehen

BILD reagiert auf TV-Piraterie-Vor­würfe

Ein BILD-Spre­cher äußerte sich zu den von ARD und ZDF erho­benen Pira­terie-Vorwürfen und unter­breitet den Öffent­lich-recht­lichen ein Angebot.

BILD antwortet auf Vorwürfe BILD antwortet auf Vorwürfe
Foto/Logo: Axel Springer SE, Montage: teltarif.de
Wie berichtet hat BILD, der Ende August gestar­tete Nach­rich­ten­kanal des Springer-Konzerns, am Sonn­tag­abend unau­tori­siert Inhalte von ARD und ZDF über­nommen. Nicht nur für Prognosen und Hoch­rech­nungen blen­dete sich BILD ins laufende Programm der öffent­lich-recht­lichen Mitbe­werber ein. Auch die "Berliner Runde" mit Spit­zen­poli­tikern aller im Bundestag vertre­tenen Parteien, wurde minu­ten­lang vom ZDF-HD-Programm über­nommen.

Das Medi­enma­gazin kress zitiert den früheren ARD-Chef­redak­teur Ulrich Deppen­dorf mit den Worten: "Der Krawall­sender BILD TV kapert ohne Geneh­migung die Sendung von ARD und ZDF." Während der Fern­seh­sender der Boule­vard­zei­tung regel­mäßig Kritik an der Bericht­erstat­tung der öffent­lich-recht­lichen Rund­funk­anstalten übe, betreibe der gleiche Anbieter nun "Sender-Pira­terie".

BILD zu kress: Wahl ist "zeit­his­tori­scher Moment"

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kress hat bei BILD nach­gefragt, wie der Sender zu den Anschul­digungen stehe. Ein Spre­cher des Senders bezeich­nete die Bundes­tags­wahl demnach als "zeit­his­tori­schen Moment". Daher habe man im Rahmen der Wahl­bericht­erstat­tung und mit klarem Quel­len­hin­weis die Prognosen von ARD und ZDF "live zitiert". Zudem habe BILD "ausge­wählte Sequenzen aus der 'Berliner Runde' über­nommen" und für die eigenen Zuschauer kommen­tiert.

Weiter heißt es, die Inhalte dieser von den öffent­lich-recht­lichen Fern­seh­sen­dern als gebüh­ren­finan­ziertem Rund­funk zentral veran­stal­teten Diskus­sions­runde sei auch für Zuschauer rele­vant, die sich am Wahl­abend auf anderen Wegen infor­miert hätten. BILD sei auch bereit, even­tuelle Ansprüche von ARD und ZDF zu beglei­chen, die sich aus der Über­gabe ergeben. Die öffent­lich-recht­lichen Rund­funk­anstalten hatten ange­kün­digt, recht­liche Schritte gegen BILD zu prüfen.

Müssen auch die "GAFA-Platt­formen" bezahlen?

Der Spre­cher des Neuein­stei­gers unter den deut­schen Nach­rich­ten­sen­dern forderte aber, dass ARD und ZDF "Leis­tungs­schutz­rechte auch gegen­über den GAFA-Platt­formen in glei­cher Konse­quenz geltend machen" müssten. Mit GAFA sind Google, Amazon, Face­book und Apple gemeint. Gegen­über diesen Konzernen würden die öffent­lich-recht­lichen Rund­funk­anstalten bei der Über­nahme von Inhalten weit weniger konse­quent vorgehen.

Nach Angaben des BILD-Spre­chers haben sich am Sonn­tag­abend zwar mehr als 3,5 Millionen Menschen auf den Ausspiel­wegen des neuen Senders über den Ausgang der Bundes­tags­wahl infor­miert. Davon entfallen aber nur rund eine Millionen Menschen auf das Live-TV-Programm. Ansonsten seien die Inhalte auf BILD.de und YouTube konsu­miert worden.

In einer weiteren Meldung lesen Sie, wie der Sende­start von BILD vor gut einem Monat verlaufen ist.

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