Drei

Jan Trionow: Internet für Zuhause ist 5G-Killeranwendung

Der österreichische Mobilfunker Drei zieht eine positive Bilanz für 2018. 5G soll schon bald kommen. Zumindest ein bisschen, aber so richtig erst 2020.
Aus Wien berichtet
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Der österreichische Mobilfunker Drei sieht das Internet für zu Hause als eine der ersten "Killeranwendungen" für 5G. Das sagte Drei-CEO Jan Trionow anlässlich der Bilanz-Pressekonferenz gestern in Wien. "Wir brauchen zum Glück nicht erst nach einer solchen Anwendung zu suchen. Wir können ganz einfach darauf aufbauen und weitere Dienste entwickeln." In Österreich sind 75 Prozent aller Breitbandzugänge mobil, Glasfaser gibt es nur in 1,6 Prozent aller Haushalte.

Drei-Chef Jan Trionow präsentiert die Bilanz-Zahlen 2018
Drei-Chef Jan Trionow präsentiert die Bilanz-Zahlen 2018
Zu diesen kommenden 5G-Diensten werden, so glaubt Trionow, VR- und AR-Anwendungen am Handy gehören, auch Cloud-Gaming gibt er gute Chancen. Daneben soll 5G Zug um Zug WLAN ersetzen, auch und vor allem in Fabriken. Mitte April will Drei mit einem beschränkten 5G-Angebot in Pilotregionen starten, reif für den Massenmarkt soll die Technologie aber erst 2020 sein. "Es ist aber wichtig vorne dabei zu sein", sagt Trionow.

Zusammenarbeit erwünscht

Trionow hofft beim 5G-Ausbau auf die Zusammenarbeit mit den anderen Netzbetreibern, etwa bei der Errichtung der Antennenanlagen. Für die nächsten Frequenz-Versteigerungen wünscht er sich auch ein Redesign der Auktionsbedingungen, das Preistreiberei verhindert. „Es ist doch merkwürdig, dass wir uns hier mehr mit Spieltheorien, als dem Wert der Frequenzen beschäftigen müssen“ gab er zu bedenken. Technischer Partner beim Ausbau wird zunächst wie gehabt ZTE sein. „Wir werden dann aber die weitere Errichtung auch ausschreiben.“

Weiterentwicklung Richtung IT-Dienstleister

Mit den Ergebnissen des letzten Jahres zeigte sich Trionow durchaus zufrieden. Mit 28,5 Prozent Umsatzanteil sei man die neue Nummer eins bei den Privatkunden. Das um 5 Prozent auf 229 Mio. Euro geschrumpfte EBIT führte er auf Abschreibungen im Zusammenhang mit dem Kauf des Festnetzanbieters Tele2 sowie gestiegene Investitionen zurück.

Auch bei den Geschäftskunden sei man auf gutem Weg. So nutzen mittlerweile ein Drittel der Großkunden Österreichs die Dienste von Drei. Insgesamt würde der Mobilfunker weitere Schritte in Richtung IT-Dienstleister unternehmen. M2M und IoT gelten dabei für Trionow als wichtige Wachstumsfelder. Auch der Deal zwischen Drei und Telefónica (teltarif.de berichtete) soll dazu beitragen. Mittelfristig will das Unternehmen rund ein Viertel seines Umsatzes im B2B-Bereich erzielen.

Neue Geschäftsfelder erschlossen

Daneben will Drei neue Ideen weiter entwickeln. Wie etwa Voice over WiFi, das Mobilfunklücken in Fabrik- oder Wohngebäuden schließen soll. Oder die Promotion für den Streaming-Dienst DreiTV mit kostenlosen TV-Geräten. So bekommen derzeit Kunden, die einen Vertrag für EasyNet XXL, ein Tarif für das Internet für zu Hause, abschließen, einen 55-Zoll-Fernseher vom Typ Samsung NU7170 gratis dazu. Wer einen 65-Zoll-Schirm bevorzugt, kann auch diesen für 342 Euro Zuzahlung bekommen. Und mit Dreiland hat der Mobilfunker zudem einen Gadget-Shop im Web aufgemacht. Renner sind E-Scooter und Staubsauger-Roboter.

Auch hier zulande versuchen die Mobilfunker neue Geschäftsfelder zu erobern. Besonders erfolgreich ist die Deutsche Telekom mit MagentaTV, das nicht ganz unumstritten gerade mit neuen öffentlich-rechtlichen Inhalten erweitert wurde.

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