Vorsicht

110 im Telefondisplay: Falsche Polizisten am Apparat

Sie werden angerufen. Das Display zeigt die 110 als anrufende Nummer an. Am anderen Ende der Leitung ist höchstwahrscheinlich ein Trickbetrüger.
Von Florian Krockert mit Material von dpa
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110 im DisplayPolizei am Telefon: Echt oder Betrug? Trickbetrüger geben sich derzeit am Telefon als Kommissare, verdeckte Ermittler oder Staats­anwälte aus und versuchen, die Angerufenen zur Herausgabe von Wert­sachen zu bewegen. Besonders raffiniert ist dabei: Im Telefon­display der Angerufenen erscheint der Polizei-Notruf 110 oder eine andere örtliche Nummer, weil die Kriminellen mit Hilfe des sogenannten Call-ID-Spoofings die Nummern­anzeige manipuliert haben. Tatsächlich rufen die Täter aber oft aus dem Ausland an. Die Polizei selbst meldet sich hingegen niemals von der Nummer 110 aus. Sobald diese Nummer in Ihrem Display erscheint, sollten Sie also misstrauisch werden. Selbst­verständlich fordert die Polizei auch niemals Geld oder die Herausgabe Ihrer Wert­sachen, erläutert die Polizeiliche Kriminal­prävention der Länder und des Bundes (ProPK).

Das sind die Maschen der Trickbetrüger

Einige der üblichen Vorgehens­weisen der angeblichen Polizisten sind laut ProPK folgende:

  • Der anrufende Trick­betrüger fragt, ob sich Wert­sachen in der Wohnung befänden und erklärt dann, diese seien dort nicht sicher, zum Beispiel aufgrund eines geplanten Ein­bruchs. Ein Zivil­polizist würde demnächst vorbei­kommen und diese zur Sicherheits­aufbewahrung abholen.
  • Angebliche Spuren­sicherungen oder Falschgeld­überprüfungen sind ebenfalls bekannte Maschen, um an die Wert­sachen Unbedarfter zu kommen.
  • Manche Betrüger haben es auch auf die Bankk­onten ihrer Opfer abgesehen. Zum Schutz vor korrupten Bank­mitarbeitern sollten die Angerufenen ihre Konten leeren und statt­dessen den falschen Polizisten zur Verwahrung geben.
  • Um eine fiktive Betrüger­bande festnehmen zu können, bitten manche Anrufer darum, per Western Union Geld ins Ausland zu senden.
  • Besonders abenteuerlich wird es, wenn sich die Trick­betrüger als BKA-Beamte in geheimer Mission ausgeben. Kontaktieren misstrauische Opfer daraufhin die echte Polizei, geben die Abzocker noch lange nicht auf. Sie melden sich wieder und behaupten, die Polizei sei korrupt und man würde die verdeckte Mission gefährden, wenn man mit diesen kommuniziert.
Zu den Opfern der Abzocker zählen überwiegend Senioren. Zeigen diese sich misstrauisch, werden sie unter Druck gesetzt und eingeschüchtert. Sie würden eine polizeiliche Aktion behindern, heißt es dann unter anderem.

Richtig reagieren auf verdächtige Anrufe

Wer nach einem verdächtigen Anruf unsicher ist, sollte sich ans örtliche Polizei­revier wenden oder selbst die 110 wählen - aber nicht auf Wahl­wiederholung drücken, weil er dann möglicherweise wieder bei den Betrügern landet. Grundsätzlich sollte man am Telefon nie über persönliche oder finanzielle Verhältnisse sprechen, sich nicht unter Druck setzen lassen und im Zweifel sofort auflegen. Geld­transfers per Western Union sind zudem oft ein deutliches Anzeichen für einen Betrugs­versuch.

Weitere Tipps gegen Telefon- und Online-Betrug finden Sie in unserem Ratgeber.

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