Warnung

Betrug: Graupapagei versprochen, blaues Wunder erlebt

Verbraucherschützer warnen dringend vor Vorab-Zahlung
Von Marc Kessler
AAA
Teilen (2)

Die Verbraucher­zentrale Hamburg warnt Verbraucher dringend davor, Geld für angebliche Steuern, Gebühren, Versicherungen, Überführungskosten oder ähnliche Posten vorab zu bezahlen. Besonders verbreitet sei dabei der Missbrauch über den Bezahlservice von Western Union, den es zum Beispiel bei vielen Sparkassen und der Postbank gibt.

Bei Zahlung via Western Union zahlt der Kunde das Geld bei einem Partner des Bezahl­dienstleisters - beispielsweise einer Post mit Postbank-Service ein. Schon wenige Minuten später kann der Empfänger das Geld (im Ausland) in Empfang nehmen - und damit abtauchen. Betrüger aus dem Ausland setzten für die Abholung der Beträge zudem meist (ahnungslose) Strohmänner ein, schildern die Verbraucherschützer.

Tierfreunde fielen auf Betrug mit Graupapagei herein

GraupapageiDen versprochenen Graupapagei erhielt eine Bremer Familie nie... Die Bandbreite möglicher Betrugsversuche per Vorkasse (verbreitet über Western Union, aber auch über anonyme Zahlarten wie die Paysafecard) ist dabei vielfältig. Im konkreten Fall der Hamburger Verbraucher­zentrale hatte eine Bremer Familie in einem Kleinanzeigen-Portal im Internet eine Anzeige entdeckt, in der ein Graupapagei aus Umzugsgründen abzugeben sei. Angeblich seien die Besitzer mit dem Tier nach Belgien gezogen und suchten für den Papagei nun ein neues Zuhause.

Das Perfide: Der Familie wurde zugesichert, sie müsse erst bei Lieferung des Papageis über einen speziellen Tiertransport-Dienstleister für den Transport zahlen. Doch dann meldete sich der angebliche Transportservice und verlangte doch 174 Euro für die Beförderung des Papageis, der sich bereits am Flughafen befinde. Nachdem die Bremer Familie den Betrag per Western Union gezahlt hatte, sollte sie noch einmal 499 Euro "Versicherungsprämie" berappen. Als sie das nicht tat, meldeten sich die angeblichen Papagei-Besitzer sowie der angebliche Transportdienst nie wieder.

Die Palette an Betrugsmöglichkeiten ist riesig

Auch teltarif.de berichtete zuletzt über Gewinn­versprechen, bei denen Verbraucher zum Beispiel für die Überführung eines angeblich gewonnen Autos aus dem Ausland zahlen sollten. Der Verbraucher­zentrale liegen zudem zahlreiche Fälle vor, in denen Wohnungssuchende für eine Traumwohnung, deren Besitzer angeblich im Ausland weilt, für die Zusendung der Schlüssel für eine Besichtigung mehrere Hundert Euro ins Ausland transferieren. Wen wunderts: Der Schlüssel kam nie, aus der Traumwohnung wurde natürlich nichts.

Auch wenn es schwer fällt: Niemals vorher bezahlen

Die Verbraucherzentrale rät aufgrund ihrer langjährigen Erfahrungen: "Auch wenn das Angebot noch so verlockend klingt, überweisen Sie nie vorab Geld für angebliche Gebühren, Versicherungen, Überführungskosten oder ähnliches. Fallen Ihnen solche unseriösen Anzeigen auf, informieren Sie den Betreiber des Kleinanzeigen­portals."

Weitere Meldungen zu unseriösen Zahlungsaufforderungen

Weitere Artikel zum Thema Betrug

Teilen (2)