Call ID Spoofing

Betrug mit gefälschten Anrufer-Nummern

Die Polizei warnt derzeit vor Betrügern, die mit gefälschten Nummern anrufen. Dabei gaukeln sie ihren Opfern vor, dass sie Staatsanwälte, Polizisten oder Mitarbeiter bekannter Unternehmen seien. Verbraucher sollten skeptisch bleiben.
Von dpa / Marie-Anne Winter
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Die Polizei warnt vor einer Betrugsmasche mit vorgetäuschten Telefonnummern. Dabei gaukeln Unbekannte ihren Opfern mit technischer Hilfe vor, sie seien Polizisten, Staatsanwälte oder Mitarbeiter von Gerichten oder seriösen Firmen, wie das niedersächsische Landeskriminalamt (LKA) warnt. Ziel der Betrüger sei es, die Opfer unter den unterschiedlichsten Vorwänden zu Geldzahlungen oder zur Preisgabe von Kontodaten zu bewegen, sagt LKA-Sprecher Armin Zieseniß. Die Polizei warnt derzeit vor TelefonbetrügernDie Polizei warnt derzeit vor Telefonbetrügern

Das Besondere der Masche: Um glaubwürdig zu wirken, sorgen die Täter mit Hilfe von Computerprogrammen dafür, dass auf dem Telefondisplay der Angerufenen die Nummern der entsprechenden Ämter, Behörden oder Firmen angezeigt werden. Zuletzt haben Unbekannte mit der Call ID Spoofing genannten Betrugsmasche einen 85-Jährigen aus dem Landkreis Schaumburg ausgenommen. Der Mann glaubte, er telefoniere mit einem Gericht in Berlin. Am Ende büßte er fast 30 000 Euro ein.

Hohe Dunkelziffer vermutet

Der 85-Jährige sei von dem vermeintlichen Mitarbeiter des Gerichts unter Vorwänden wiederholt angerufen worden, sagt Axel Bergmann von der Polizei Stadthagen. Im Display sei stets die Telefonnummer des Gerichts aufgetaucht, weshalb der Rentner nicht misstrauisch geworden sei. Der Mann habe sich schließlich dazu bewegen lassen, insgesamt knapp 30 000 Euro in die Türkei zu transferieren. Das Geld sei weg.

In anderen Fällen in Niedersachsen gaben sich Betrüger mit manipulierter Anrufer-Nummer als Mitarbeiter örtlicher Polizeidienststellen oder von Rechtsanwaltskanzleien, als Staatsanwälte oder Richter aus. Im Telefondisplay der Angerufenen erschien stets die entsprechende Nummer der Dienststelle.

Die Betrüger fragten nach Bargeld oder Schmuck, erbaten Kontodaten oder Gebühren, um vermeintliche Gewinne auszahlen zu können. Oder sie verlangten Geld, damit angebliche Ermittlungsverfahren abgeschlossen werden könnten. Wie oft die Gauner mit ihrer Masche erfolgreich waren, ist der Polizei nicht bekannt - auch weil es vermutlich eine hohe Dunkelziffer gibt.

Am besten zurückrufen

Verbraucher sollten deshalb skeptisch sein, wenn sich ein angeblicher Staatsanwalt am Telefon meldet. In aller Regel existieren die Nummern, die die Kriminellen mit technischen Tricks ins Display geschmuggelt haben, wirklich - und auch die Staats- und Rechtsanwälte, deren Namen missbraucht wurden.

Deshalb sollte man bei einem solchen Anruf zur Kontrolle den jeweiligen Staats- oder Rechtsanwalt zurückrufen und nicht nur die Nummern nachschauen. Wichtig ist dabei allerdings, bei einem Kontrolltelefonat nicht die im Telefon zwischengespeicherten Nummern zurückzurufen, sondern diese selbst zu wählen - und zwar genau die Nummern, die man im Netz oder im Telefonbuch zu der jeweiligen Staatsanwaltschaft oder Kanzlei gefunden hat.

Die Masche beschränkt sich aber nicht nur auf Staats- oder Rechtsanwälte: Die Betrüger missbrauchen auch die Namen der Polizei und anderer Behörden ebenso wie die von Unternehmen - ein beliebter Trick ist es, sich als Microsoft-Mitarbeiter auszugeben.

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