U-Bahn-Netz

Kostenloses WLAN in der Berliner-U-Bahn: Ein Test-Projekt

In der Berliner U-Bahn gibt es nun kostenloses WLAN - zumindest an einem Bahnhof. Die Verkehrsbetriebe starten mit einem Test. Wir haben die ersten Eindrücke vom U-Bahnhof Osloer Straße gesammelt.
Von Thorsten Neuhetzki
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Der U-Bahnhof Osloer Straße liegt im Norden Berlins. Für den touristischen Verkehr der Hauptstadt spielt er faktisch keine Rolle, für die Nord-Berliner ist er aber ein wichtiger Umsteigebahnhof zwischen den Linien U8 und U9. An diesem Bahnhof testet die BVG nun die technische Umsetzung und die Akzeptanz der Fahrgäste für ein kostenloses, öffentliches WLAN-Netz. Das Netz ist in den vergangenen Tagen online gegangen, jetzt weisen auch große Werbebanner auf den Fußböden auf das Projekt hin. Wir haben bereits den Test vor Ort gemacht.

Sobald die U-Bahn den Bahnhof Osloer Straße erreicht, erscheint die SSID "BVG Wi-Fi" im Display des Smartphones. Wie bei öffentlichen Hotspots üblich, gibt es keine Verschlüsselung. Wer sich ins WLAN-Netz einbucht, muss auf der Landingpage im Browser die Nutzungsbedingungen bestätigen und ist mit einem weiteren Klick online. Keine Anmeldung, keine Benutzerdaten, keine Logins. Und auch in den vom technischen Realisator Hotsplots stammenden Nutzungsbedingungen sind keine Haken und Ösen zu finden, die handeln lediglich die üblichen Punkte zum Datenschutz und der technischen Verfügbarkeit ab.

Anbindung mit 100 MBit/s

U-Bahnhof mit WLANU-Bahnhof mit WLAN Der Hotspot soll sich das Smartphone ab der ersten Anmeldung sieben Tage lang "merken". Das heißt, bei der nächsten Durchfahrt durch den Bahnhof oder dem Wechsel der Linien bucht sich das Handy automatisch wieder ein. Erst nach sieben Tagen muss der Handynutzer die Nutzungsbedingungen erneut bestätigen.

Die Netzabdeckung innerhalb des aus drei Stockwerken bestehenden Bahnhofs ist erstaunlich gut. Selbst auf den Treppen im Übergangsbereich zwischen den beiden sich kreuzenden U-Bahn-Linien ist der Empfang des Netzes gut. Speedtests am heutigen Vormittag haben uns auch mehr über die Anbindung der WLAN-Hotspots verraten: Offenbar hat sich die BVG einer 100-MBit/s-Glasfaser-Leitung von Versatel bedient. Bei den erwähnten Geschwindigkeits-Checks erreichten wir diesen Downstream - je nach Standort im Bahnhof - mehrmals ohne Probleme.

Pilotprojekt bis Oktober

So bewirbt die BVG den HotspotSo bewirbt die BVG den Hotspot Getestet werden soll nun bis Oktober. Dabei geht es der BVG offenbar sowohl um die Akzeptanz, als auch um die technische Umsetzung. So könnte es etwa im Berufsverkehr, wenn volle Bahnen mit vielen bereits eingeloggten Nutzern einfahren, durchaus eine technische Herausforderung sein, dass diese sich alle gleichzeitig am WLAN-Hotspot anmelden können.

Übrigens: Limits für den Netzzugang gibt es zumindest im Rahmen des Tests nicht. Jeder Nutzer kann unlimitiert und mit der gerade maximal zur Verfügung stehenden Bandbreite surfen. Das unterscheidet dieses Projekt maßgeblich von den meisten kostenlosen WLAN-Hotspots, die zumeist nach 30 oder 60 Minuten oder einem übertragen Datenvolumen die Übertragung wieder beenden. Generell ist es empfehlenswert, öffentliche Hotspots nur mit VPN-Software zu nutzen.

In der Berliner U-Bahn war bislang nur die Nutzung der Mobilfunknetze möglich. Dabei ist das E-Plus-Netz das einzige Netz, das UMTS und LTE im Tunnel anbietet. Durch das National Roaming können auch o2-Kunden das Netz mitnutzen.

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