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Berlin soll erste europäische Metropole mit 5G werden

Berlin bemüht sich, als erste europäische Stadt ein 5G-Testnetz zu bekommen. Die Stadt treibt die Digitalisierung voran. Damit tat sich die Stadt zuletzt schwer.
Von Thorsten Neuhetzki mit Material von dpa
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Berlin will sich in Deutschland eine Vorreiterrolle bei der Digitalisierung sichern. So sollen unter anderem 30 neue Professuren geschaffen werden, die sich fakultätsübergreifend unter dem organisatorischen Dach der Einstein Stiftung Berlin als Keimzelle mit der Digitalisierung beschäftigen sollen. Ein entsprechendes Zehn-Punkte-Programm stellte der Regierende Bürgermeister Michael Müller (SPD) und der Präsident der Technischen Universität, Christian Thomsen in der Hauptstadt vor.

Der Finanzierungsrahmen soll für die Projekte, die noch 2016 realisiert werden sollen, fünf Millionen Euro pro Jahr betragen. Für mehr als 20 Professuren liegen bereits Förderzusagen aus der Wirtschaft und außeruniversitären Einrichtungen vor, hieß es. Für jeden gespendeten Euro gebe das Land Berlin 50 Cent dazu, sagte Thomsen.

5G soll getestet werden

Noch gibt es in Berlin kein 5G - aber die Stadt will Vorreiter werdenNoch gibt es in Berlin kein 5G - aber die Stadt will Vorreiter werden Auch auf dem Mobilfunkmarkt will Berlin aufholen. Die neue Mobilfunktechnologie 5G soll in der Hauptstadt als erster Metropole in Europa getestet und ausgerollt werden. "Wir wollen ausgewiesene Testgebiete bestimmen", sagte Müller. International befinde sich Berlin in einem harten Konkurrenzkampf. So wolle beispielsweise Tokio bis zu den Olympischen Sommerspielen 2020 den schnellen Mobilfunkstandard flächendeckend installieren.

Berlin hat das Problem, dass keiner der deutschen Mobilfunkanbieter seinen Hauptsitz in Berlin hat. Sie sitzen in München, Düsseldorf und Bonn. Allerdings testet beispielsweise die Deutsche Telekom am Mauerpark im Ortsteil Prenzlauer Berg eine neue LTE-Geschwindigkeitsstufe.

In der Vergangenheit hat sich die Hauptstadt mit Internet-Themen vergleichsweise schwer getan. So hat der Senat Jahre gebraucht, um Pläne für ein öffentliches WLAN-Netz umzusetzen. Hier soll nun der Aufbau beginnen. Auch in der U-Bahn soll ein Netz errichtet werden. Zudem gibt es in der Stadt zwar zahlreiche Glasfaser-Backbone-Strecken und Rechenzentren, jedoch faktisch keine Glasfaser-Anbieter, die FTTH oder FTTB für Privatkunden anbieten. Lediglich in Berlin-Gropiusstadt gibt es ein Pilotprojekt und DNS:net beginnt mit der Anbindung einzelner Neubauten. Sonst müssen die Bewohner der Stadt mit VDSL und Kabel-Internet auskommen.

Gestern erst wurde bekannt, das Vodafone aktuell an einer 4,5G-Variante als Zwischenschritt zu 5G arbeitet - getestet wird in Düsseldorf.

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