XR

Mixed Reality: Benefizkonzert für Ver­anstaltungs­branche

Ohne Helfer und Tech­niker im Hinter­grund sind Konzerte und Events nicht möglich. Die stehen seit Früh­jahr ohne Einkommen dar. Ein Benefiz-Konzert im Netz am Wochen­ende mit moderner Technik soll helfen.

An diesem Wochen­ende läuft als Live­stream in Netz unter dem Hashtag #lauter­werden ein Bene­fiz­kon­zert für die Mitar­beiter der Unter­hal­tungs- und Event­branche im Internet. Neben dem guten Zweck - viele Beschäf­tigten sind "selbst­stän­dige Mini­unter­nehmer" und stehen im Moment völlig ohne Einnahmen da - ist die tech­nische Seite des Festi­vals inter­essant. Hier kommt die soge­nannte "Mixed Reality Tech­nologie" (kurz XR) zu Einsatz. Der Zuschauer kann die Konzerte daheim am Fern­seher, dem PC-Bild­schirm, auf seinem Smart­phone oder einem Tablet verfolgen.

Einsatz von Mixed Reality (XR)

Ein Bild aus dem Fußballstadion? Nein, zwei LED-Monitore für Mixed-Reality. Ein Bild aus dem Fußballstadion? Nein, zwei LED-Monitore für Mixed-Reality.
Foto: Livenation / Kruger-Media
Die Künstler von #lauter­werden spielen auf einer Mixed-Reality-Bühne, die zum ersten Mal beim "Wacken World Wide" im großen Stil auspro­biert wurde. Alle Musiker präsen­tieren sich in einer extra abge­stimmten XR-Welt, die ihre Musik und aktu­ellen Projekte auch optisch wieder­geben soll.

Der Trick ist die sehr präzise Kamera-Führung auf der virtu­ellen Spiel­fläche ("Set"), die aus einer LED-Bild­schirm-Rück­wand und einem LED-Monitor-Boden besteht. Das heißt, der Musiker befindet sich komplett in einer virtu­ellen Welt inklu­sive Inter­aktion der Fans. Damit soll ein möglichst authen­tisches Bühnen­gefühl für die Künstler und Zuschauer erzeugt werden, obwohl sie räum­lich vonein­ander weit getrennt sind.

Kosten­loses Strea­ming im Netz

Jeder, der einen Inter­net­zugang daheim am PC oder unter­wegs auf dem Mobil­telefon hat, kann sich den Event am 12. und 13. Dezember (nahezu) kostenlos anschauen. Dabei ist es völlig egal, bei welchem Internet- oder Mobil­funk-Anbieter man selbst Kunde ist und es kann jedes aktu­elle Smart­phone oder Tablet verwendet werden. Nur das eigene Daten­volumen muss ausrei­chen.

WLAN nutzen, Unli­mited Daten oder Tages­flat buchen

Es empfiehlt sich, das Event über ein WLAN-Netz oder am PC oder TV-Bild­schirm über ein direktes Kabel zum Router anzu­sehen oder am Handy einen Unli­mited-Tarif oder wenigs­tens eine Tages­flat zu buchen.

Über­tra­gung über MagentaTV und MagentaMusik360

Kunden des MagentaTV-Ange­bots der Telekom mit Media-Receiver können das Festival im TV-Programm #DABEI (meist Programm­platz 334) schauen, ferner über die App "MagentaMusik 360" (gibts für Android und iOS) oder auf der Webseite www.magenta-musik-360.de.

Jeder kann spenden

Das Plakat für #Lauterwerden - Zahlreiche Stars treten kostenlos auf. Das Plakat für #Lauterwerden - Zahlreiche Stars treten kostenlos auf.
Foto: Deutsche Telekom
Fans und Zuschauer können über die Internet-Seite einen indi­vidu­ellen Betrag spenden. Der gesamte Erlös des Festi­vals geht an den extra gegrün­deten Verein Crew Nation. Als Haupt­sponsor über­reichte der TV-Chef der Deut­schen Telekom, Michael Schuld, gestern einen Scheck über 250.000 Euro an die Veran­stalter, weitere Spon­soren sind u.a der Handy­her­steller Xiaomi und die Musik­labels Universal Music und Sony.

Das Geld soll so schnell und so unbü­rokra­tisch wie möglich an Solo-Selbst­stän­dige und Crews der Live-Veran­stal­tungs­branche verteilt werden. Dazu gehören Tech­niker, Aufbau­helfer, Bühnen­bauer, Caterer, Ordner, Bus- und Lkw-Fahrer/innen. Die Initia­tive „Ohne Kunst und Kultur wird’s still“ unter­stützt die Aktion.

Das Line-up sieht wie folgt aus:

Samstag, 12. Dezember:

  • Ab 16:00 Uhr – Adel Tawil
  • Ab 17:05 Uhr – Milky Chance
  • Ab 18:15 Uhr – Joy Denalane
  • Ab 19:05 Uhr – Rea Garvey
  • Ab 20:15 Uhr – Die Fantas­tischen Vier
  • Ab 21:15 Uhr – Fritz Kalk­brenner
Sonntag, 13. Dezember:
  • Ab 15:30 Uhr – Johannes Oerding
  • Ab 16:40 Uhr – LEA
  • Ab 17:45 Uhr – Eskimo Callboy
  • Ab 19:00 Uhr – The BossHoss
  • Ab 20:05 Uhr – Peter Maffay

Eigent­lich sollten die Rund­funk­bei­träge (im Volks­mund weiter "GEZ" genannt) steigen, aber die Poli­tiker haben Bedenken. Mögli­cher­weise landet die Geschichte vor dem Bundes­ver­fas­sungs­gericht.

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