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800-MHz-Frequenzen für LTE in Belgien versteigert

Klare Ausbauziele als Bedingung für die LTE-Lizenzen in Belgien
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Die belgischen Mobilfunkanbieter Belgacom, Mobistar und die zur niederländischen KPN-Gruppe gehörende Base haben bei der LTE-Versteigerung in Belgien zu einem Preis von 120 Millionen Euro pro Lizenz jeweils zweimal 10 MHz Spektrum auf 800 MHz erhalten. Das meldet das Nachrichten­portal Telecoms.com.

Die Lizenzauflagen bedingen eine Funkversorgung von mindestens 30 Prozent der Bevölkerung innerhalb der nächsten zwei Jahre, in vier Jahren müssen 70 Prozent und nach sechs Jahren 98 Prozent der Bevölkerung versorgt werden.

SendemastVon solchen Sendemasten können auch LTE-Signale ausgestrahlt werden. Der zweitgrößte Anbieter Belgiens, die Mobistar, der seinen LTE-Betrieb bereits gestartet hat, gewann die 800-MHz-Lizenzen mit den härtesten Auflagen: Er muss 60 weitere Städte, überwiegend im französischsprachigen Teil Belgiens, der Wallonie ausbauen und binnen drei Jahren eine Netzabdeckung von 98 Prozent erreichen. Mobistar hat derzeit etwa 4,4 Millionen Kunden.

Marktführer Belgacom mit derzeit knapp 5,1 Millionen Kunden hatte LTE bei 1800 MHz im November 2012 gestartet und im Juni 2013 schon 35 Prozent der Bevölkerung erreicht, wie die Global Mobile Suppliers Association berichtet. Belgacom schätzt, bis Ende des Jahres 50 Prozent der Bevölkerung mit LTE abdecken zu können. Der kleinste belgische Anbieter Base (mit 2,3 Millionen Kunden) startete LTE-1800 erst im Oktober 2013 in 15 belgischen Städten.

Von der 800-MHz-Lizenz erwarten die Netzbetreiber eine bessere Indoor-Versorgung und eine Alternative zu den beliebten WLAN (englisch WiFi) Hotspots. Den Vorteil der LTE-Technologie sieht beispielsweise der Netzbetreiber KPN darin, dass man ohne extra Anmeldung unterbrechungsfrei das mobile Internet via LTE vor Ort nutzen könne.

Im Vergleich zu Deutschland leben in Belgien rund 11 Millionen Einwohner auf 30 528 Quadrat­kilo­meter. In Deutschland kommen etwa 81 Millionen Einwohner auf 357 000 Quadrat­kilo­meter, die derzeit von vier Mobilfunkanbietern versorgt werden, künftig könnten es nur noch drei sein.

Zum weiteren Vergleich: Bei der kürzlich abgeschlossenen Frequenz-Auktion im Nachbarland Österreich (8,5 Millionen Einwohner auf 84 000 Quadratkilometer) wurden von den drei verbliebenen Netzbetreibern (früher waren es einmal fünf gewesen) für die LTE-Frequenzen von jeweils zweimal 140 MHz auf 800, 900 und 1800  MHz  teure 2 Milliarden Euro ausgegeben, was im Nachhinein von allen Beteiligten als "viel zu teuer" kritisiert wurde.

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