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Behördenrufnummer 115 startet in Frankfurt/Main und Offenbach

Auch Kassel startet in Kürze
Von / Björn Brodersen
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Seit knapp einem Jahr ist die bundeseinheitliche Behördenrufnummer 115 in einigen ausgewählten Modellstädten, vor allem in Nordrhein-Westfalen sowie in Berlin und Hamburg, geschaltet. Frankfurt am Main und die Nachbarstadt Offenbach am Main beteiligen sich ab heute an dem Modellprojekt. Beide Städte bieten den Bürgerinnen und Bürgern einheitliche, telefonische Erreichbarkeit der öffentlichen Hand. Egal ob man Termine beim Standes- oder beim Bürgeramt, bei der Bauaufsicht oder der Kfz-Zulassung machen möchte: Über die Telefonnummer 115 erhalten Bürgerinnen und Bürger Auskunft und können Fragen zu Formularen, zur Müllabfuhr oder zum Elterngeld stellen. Dabei spielt es keine Rolle, welche öffentliche Institution betroffen ist.

Frankfurt und Offenbach mit gemeinsamen Servicecenter

Wenn auch einige Minuten verspätet, wurde heute Nachmittag auf dem Gemeinsachaftsstand Hessen der symbolische rote Knopf gedrückt und die Servicecenter in Frankfurt am Main und Offenbach offiziell gestartet. Frankfurts Oberbürgermeisterin Petra Roth freut sich sehr über diesen neuen Service. "Ich bin sehr stolz darauf, dass wir allen Frankfurter Bürgerinnen und Bürgern diesen Service anbieten können. Die oft leidige Suche nach der zuständigen Behörde gehört damit in Frankfurt endlich der Vergangenheit an." Startschuss für den Behördenruf 115 in Frankfurt am Main und OffenbachStartschuss für den Behördenruf

Vermeintliche lokale Rivalität zwischen Offenbach und Frankfurt wurde zurückgestellt. Beide Städte, die schon seit langem unter einer gemeinsamen Vorwahl telefonisch erreichbar sind, bearbeiten die Anfragen ihrer Bürger und Bürgerinnen in einem Servicecenter in Frankfurt.

Auch Kassel geht noch in 2010 ans Netz der 115

Im Verlauf der Veranstaltung zum Start der 115 in Frankfurt und Offenbach kündigte Oberbürgermeister Hilgen aus Kassel an, dass auch seine nordhessische Stadt bald an das Netz der 115 gehen wird. Voraussichtlich zum 1. Juni wird "Kassel und ein bisschen" - so der Oberbürgermeister - seinen Bürgern und Bürgerinnen den Service der einheitlichen Behördenrufnummer anbieten. Kassel will darüberhinaus dann auch benachbarten Städten und Gemeinden anbieten, auch für diese Unterzentren den 115-Service abzuwickeln.

Was bisher nur ein Pilotprojekt in einigen Regionen ist, soll demnächst bundesweit möglich sein: Alle Behörden sollen für die Bürger über die einheitliche Rufnummer 115 erreichar sein. Der Deutsche Städtetag, der Deutsche Landkreistag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund und das Bundesministerium des Innern haben jetzt die "Gemeinsame Erklärung über die Zusammenarbeit im Rahmen des Projekts D115 Einheitliche Behördenrufnummer" unterzeichnet (wir berichteten). Es gibt jedoch auch Widerstand gegen diese Pläne. Der Niedersächsische Städte- und Gemeindebund (NSGB) warnt beispielsweise vor versteckten Kosten für die Bürger.

Die Nummer 115 ist von Montag bis Freitag von 8 bis 18 Uhr erreichbar. Drei Viertel aller Anrufe sollen innerhalb einer Frist von maximal 30 Sekunden in einem Servicecenter angenommen werden. Gut die Hälfte aller Anfragen soll den Vorgaben zufolge beim ersten Anruf beantwortet werden. Anderenfalls soll der Anrufer innerhalb von 24 Stunden eine Rückmeldung erhalten.

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