Kaufratgeber

Projektor fürs Heim-Kino: Tipps zum Beamer-Kauf

Kurzdistanz-Projektoren eignen sich besonders für den Betrieb in kleinen Räumen. Insbesondere Gamer sollten sich diese Modelle einmal näher anschauen. Wir geben zudem allgemeine Tipps zum Beamer-Kauf und sagen, was Sie bei der Geräte-Wahl beachten sollten.
Von Rita Deutschbein mit Material von dpa

Beamer gibt es bereits für wenige Hundert Euro, Käufer können aber auch mehrere Tausend Euro für ein Gerät zahlen. Die maximale Auflösung spielt bei den Unterschieden die wohl größte Rolle: Es gibt Beamer, die gerade einmal 1024 mal 600 Pixel oder auch 1280 mal 800 Pixel darstellen und sich daher kaum für die Film-Wiedergabe eignen. Besser ist eine Full-HD-Auflösung mit 1920 mal 1080 Pixel oder gar 1920 mal 1200 Pixel. Ein Großteil der Full-HD-Beamer gibt das Bild im 16:9-Format wider.

Projektor fürs Heim-Kino: Tipps zum Beamer-Kauf Tipps zum Beamer-Kauf
Bild: Pixabay
Zudem sollten Beamer eine ausreichend hohe Helligkeit bieten, also genügend Lichtstrom erzeugen. Nur dann kann gewährleistet werden, dass das Bild auch bei einem hohen Abstand vom Beamer zur Wand noch hell genug projiziert wird. Außerdem gilt: Je heller der Beamer, desto weniger muss der Raum abgedunkelt werden.

Wie bei anderen elektrischen Geräte sollten Käufer darauf achten, dass ein Beamer genügend Anschlüsse mitbringt. Wichtig sind vor allem HDMI-Ports sowie klassische Video- und Audio-Schnittstellen. Aber auch den Internetzugang ermöglichen einige Geräte - wahlweise über WLAN oder auch per LAN-Anschluss (Ethernet).

Leise und stromsparend sollten Beamer sein. Letzteres liegt vor allem am Lüfter: Bläst dieser während der Film-Wiedergabe die Luft laut durchs Gehäuse, mindert das den Film-Genuss. Beamer mit Eco-Modus sind verbrauchsärmer und schonen zudem die Lampe, die im Nachkauf mitunter sehr teuer sein kann. Wer seinen Beamer im Eco-Modus betreiben möchte, sollte ein lichtstarkes Gerät wählen. Zudem sollten Beamer-Nutzer über ein separates Soundsystem nachdenken.

Richtwerte: So hell sollte der Beamer strahlen

Für die Angabe, wie hell der Lichtstrom eines Beamers sein sollte, um für ein gut ausgeleuchtetes Bild zu sorgen, gibt es genaue Richtlinien (via beamertests.net):

  • unter 100 lm pro qm: schlechtes Gerät, wenig tauglich
  • 100 bis 250 lm pro qm: sehr gut abgedunkelte Räume
  • bis 500 lm pro qm: auch unter nicht idealen Verdunklungs­bedingungen gute Leistung
  • mehr als 500 lm pro qm: tageslichttauglich

Die angegeben Werte müssen jeweils in Beziehung zur gewünschten Projektionsfläche gesetzt werden. Das heißt, dass bei einem zwei Quadratmeter großen Bild in einem sehr gut abgedunkelten Raum ein Lichtstrom von 200 bis 500 ANSI Lumen ideal ist.

LCD, DLP oder LED?

LCD-Beamer arbeiten mit Flüssigkristall-Panels, gelten als flexibel und können sich mithilfe ihres Zooms und der Brennweite gut den räumlichen Begebenheiten anpassen. Die meisten Modelle verfügen über eine Lensshift-Funktion, mit der das Bild vertikal oder horizontal versetzt und somit kleine Unebenheiten bei der Beamer-Positionierung ausgeglichen werden können. LCD-Beamer gehören zu den günstigeren Modellen und überzeugen, richtig eingestellt, durch ein scharfes und farbstarkes Bild. Bei zu geringem Sitzabstand kann sich aber der sogenannte Fliegengitternetz-Effekt bemerkbar machen. Ein weiteres Problem können störende Farbflecke sein.

Im Vergleich zu den LCD-Beamern arbeiten DLP-Beamer (Digital Light Processing) mit Lichtreflexionen. Das Licht aus der Lampe wird dabei über einen speziellen Chip gesendet, auf dem sich unzählige rechtwinklig angeordnete, mikroskopisch kleine Spiegel befinden. Die Spiegel können einzeln ausgerichtet und gesteuert werden. Das sorgt für ein scharfes Bild und natürliche Farben. Bei sehr schnellen Bildbewegungen kann es jedoch zum sogenannten Regenbogeneffekt kommen, der mitunter stören kann.

Es gibt zudem auch LED- oder LcoS-Beamer, die jedoch sehr teuer sind und sich für den Heimbedarf kaum lohnen. Für Kurzdistanz-Projektoren gelten prinzipiell dieselben Spielregeln wie für konventionelle Geräte. "Videoprojektoren können ihre Stärken am besten in abgedunkelter Umgebung ausspielen", rät die Stiftung Warentest - "Je dunkler der Raum, desto besser." Wer einen klassischen Beamer besitzt, kann die Projektionsfläche unter Umständen durch eine Zoomfunktion am Gerät verdoppeln. Bei Geräten ohne Zoom muss der Projektor weiter nach hinten verschoben werden, um ein größeres Bild zu erhalten. Dem sind der Verbraucherorganisation zufolge jedoch Grenzen gesetzt: "Verdoppelt sich der Abstand, trifft das Licht nur noch mit einem Viertel der Helligkeit auf die Projektionsfläche." Dann bleibt das Filmvergnügen auf der Strecke.

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