Digitalradio

DAB+: Neue Sender, neue Programme, neue Muxe

In Bayern und Sachsen sowie bei einigen ARD-Anstalten kommt es in naher Zukunft zu einem Ausbau beim Digi­talradio DAB+. Hörer profi­tieren von mehr Programmen und einem besseren Empfang.
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In Bayern können zwei, mögli­cher­weise aber auch drei Veran­stalter auf neue Kapa­zitäten im Digi­talradio DAB+ hoffen. Auf die Ausschrei­bung der Baye­rischen Landes­zentrale für neue Medien (BLM) vom Mai 2019 für zwei Programme im lokalen DAB+-Multi­plex Ingol­stadt (Kanal 11A) haben sich laut Infor­mationen des Bran­chen­dienstes "dehn­media" drei Bewerber gemeldet:

  • Der UKW-Lokal­sender Radio IN plant eine zusätz­liche Oldie­welle und geht damit einen ähnli­chen Weg wie die Unser Radio Deggen­dorf GmbH, das bereits mit der Oldie Welle Nieder­bayern auf Sendung ist.
  • Weiterer Bewerber ist Schwany Radio. Das Volks­musik­radio wird bereits im Internet verbreitet.
  • Dritter Antrag­steller ist der Lokal­sender Top FM aus Fürs­tenfeld­bruck, der sein terres­trisches Sende­gebiet auf weitere Land­kreise ausweiten will.
Eine Entschei­dung über die Kapa­zitäten soll es voraus­sicht­lich am 13. Dezember geben. Die Kapa­zitäten wurden frei, nachdem sich der Veran­stalter PN Medien mit insge­samt sechs Programmen aus dem Mux zurück­gezogen hatte. Die übrigen frei gewor­denen Kapa­zitäten sollen für eine Verbes­serung von Fehler­schutz und Qualität bei den anderen Hörfunk­programmen verwendet werden.

Bereits neu auf Sendung sind zwei Programme im Nürn­berger Multi­plex (Kanal 10C): "N90…4 beat" legt seinen Fokus auf das Genre Hip Hop, die Alter­native Rock-Welle "Pirate Radio" ist nach längerer Pause (und der Umbe­nennung von Pirate Gong) in den digital-terres­trischen Äther zurück­gekehrt.

Sachsen will DAB+ für Privat­funk ausbauen

Schwany Radio hat eine DAB+-Lizenz beantragtSchwany Radio hat eine DAB+-Lizenz beantragt In Sachsen endet der Versuchs­betrieb der DAB+-Multi­plexe in Leipzig und Frei­berg am 30. Januar 2020. Von den an dem Versuch betei­ligten Veran­stal­tern gab es laut der Säch­sischen Landes­medi­enan­stalt (SLM) über­wiegend ein posi­tives Feed­back. Sofern das Projekt in den Regel­betrieb über­führt werden soll, sei eine Ausschrei­bung der Kapa­zitäten notwendig, teilte eine Spre­cherin der Landes­medi­enan­stalt auf Anfrage von teltarif.de mit. Die SLM werde hierzu zeitnah eine Entschei­dung treffen.

Hinsicht­lich eines dritten lokalen DAB+-Multi­plexes in Chem­nitz werde die SLM voraus­sicht­lich noch im Oktober eine Entschei­dung über das weitere Vorgehen treffen. Obwohl es zuletzt eine Frequenz­koor­dinie­rung am Standort Wiener Platz gab, gebe es für einen vierten lokalen Multi­plex in Dresden aktuell keine konkreten Planungen.

Anders sieht es beim Thema Landesmux aus. Bereits Ende 2009 hatte die SLM erst­mals eine regio­nali­sier­bare landes­weite T-DAB-Bede­ckung für den Frei­staat Sachsen ausge­schrieben. Seiner­zeit hatte es keine Bewer­bungen von Hörfunk­veran­stal­tern gegeben. Die SLM sei aber nach wie vor grund­sätz­lich daran inter­essiert, DAB+ in Sachsen voran­zubringen. Dabei seien die recht­lichen und wirt­schaft­lichen Rahmen­bedin­gungen im Blick zu behalten. Momentan sei eine abschlie­ßende Entschei­dung über Zeit­punkt und Inhalt einer erneuten Ausschrei­bung noch nicht getroffen worden.

ARD baut DAB+ weiter aus

In den vergan­genen Wochen und naher Zukunft bauen ARD-Anstalten das Sender­netz für DAB+ unter­dessen weiter aus. Der Südwest­rund­funk (SWR) verbes­sert die Versor­gung seines regio­nalen Multi­plex (Kanal 11A) in Rhein­land-Pfalz durch weitere Anlagen in Hill­schied bei Idar-Ober­stein und im Moseltal bei Zell durch den Sender Alf-Bullay. Hiervon profi­tieren auch die Privat­radios RPR.1 und bigFM, die eben­falls in diesem Multi­plex senden. Die Aufschal­tung erfolgt zum heutigen 10. Oktober. Im Laufe des vierten Quar­tals 2019 folgen noch neue Anlagen in Bad Kreuz­nach (Standort Bad Münster am Stein-Rhein­grafen­stein), Zwei­brücken und Diez an der Lahn. Mehr Sende­leis­tung gibt es an den Stand­orten Haardt­kopf im Huns­rück und Kaisers­lautern.

Beim West­deut­schen Rund­funk (WDR) gibt es einen Ausbau des landes­weiten Bouquets (Kanal 11D) durch den Standort Hunau im Hoch­sauer­land. Weitere Anlagen sind in Höxter, Warburg und auf dem Boller­berg bei Hallen­berg geplant.

Der Rund­funk Berlin-Bran­denburg (rbb) will die Reich­weite seines Bran­denburg-Multi­plexes (Kanal 10B) durch weitere Sende­anlagen in Bad Belzig, Templin, Herz­berg und Berlin-Rudow verbes­sern.

Der Hessi­sche Rund­funk (hr) plant eine zusätz­liche Sende­anlage am Standort Würz­berg im Oden­wald für sein Ensemble (Kanal 7B).

Der NDR will neue Sende­anlagen an den Stand­orten Stad­thagen und Alfeld/Leine für sein Nieder­sachsen-Paket (Kanal 7A) auf Sendung bringen.

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