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Bayern verpflichtet alle Netzbetreiber zu neuen Basisstationen

Im Flächenland Bayern gibt es noch zahlreiche Mobilfunk-Netzlücken. Mit staatlicher Förderung sollen diese nun geschlossen werden. Alle drei Netzbetreiber machen mit.
Von mit Material von dpa
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Ilse Aigner lässt Netzbetreiber Lücken schließenIlse Aigner lässt Netzbetreiber Lücken schließen Noch immer gibt es in Bayern Orte mit keinem oder schlechtem Mobilfunknetz - das soll sich ändern. Das bayerische Wirt­schafts­ministerium hat mit den Mobil­funk­an­bietern den Ausbau der Netzversorgung vereinbart. "Verfügbarkeit und Qualität der Dienste werden bis ins Jahr 2020 nachhaltig verbessert", sagte Wirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) heute.

Telekom, Vodafone und Telefónica haben zugesagt, bis 2020 die Anzahl an Mobilfunkanlagen in Bayern zu erhöhen. Die Telekom möchte bis dahin insgesamt 6300 Mobilfunkanlagen in Bayern betreiben, 1000 mehr als bisher. Vodafone und Telefónica wollen bis dahin jeweils rund 5500 Sendeanlagen in Betrieb haben - wie viele es derzeit sind, konnten beide Unternehmen nicht unmittelbar sagen. Auch das Surfen im Internet soll durch den Ausbau schneller werden. "Das schnelle Internet setzt optimale Standorte nahe am Nutzer voraus", sagte Staatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU).

Telekom will auch Verkehrswege besser versorgen

Geködert hat das bayerische Ministerium die drei Netzbetreiber offenbar mit einem Förderprogramm: Ein Programm zur staatlichen Förderung neuer Basisstationen soll vor allem dünn besiedelten Gebiete im ländlichen Raum eine bessere Versorgung bescheren. Bisher unwirtschaftliche Versorgungsgebiete könnten so erstmals mit Mobilfunk versorgt werden, sagte die Ministerin.

Im Rahmen des Förderprogramms soll die Einrichtung eines neuen Standortes durch die Gemeinden und Kommunen gefördert werden. Der neue Standort soll dann allen Betreibern als Mietern offen steht.

Die Telekom hat darüber hinaus zugesagt, die Versorgung entlang der wichtigen Verkehrswege zu verbessern. Dazu sollen auch BOS-Standorte genutzt werden, auch Vodafone und Telefónica wollen BOS-Masten nutzen.

Durch die Genehmigung von Standorten näher an den Kunden würden die Gemeinden auch ihre Bürger schützen: Sowohl der Sender als auch das Endgerät kommen laut dem Ministerium dann mit geringerer Strahlungsintensität aus.

Die Förderrichtlinie muss noch von der EU abgesegnet werden. Bis zur Genehmigung der Förderrichtlinie in Brüssel sollten die Gemeinden daher nach Auffassung des Ministeriums bei ihren Bürgern für Mobilfunkstandorte im Ort werben.

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