Axel Springer

Einlenken: BILD TV zahlt Kabelentgelte

Axel Springer weigerte sich, Einspei­seent­gelte für die Kabel­ver­brei­tung von BILD TV zu entrichten. Nun kommt die Kehrt­wende: Der Medi­enkon­zern hat sich über einen lang­fris­tigen Rahmen­ver­trag mit der Deut­schen Netz­mar­keting GmbH für seinen Fern­seh­sender geei­nigt.

Der Medi­enkon­zern Axel Springer hat sich in einem lang­fris­tigen Rahmen­ver­trag mit der Deut­schen Netz­mar­keting GmbH (DNMG) für seinen Fern­seh­sender BILD TV die Verbrei­tung in den Netzen von über 200 kleinen und mittel­großen Kabel­netz­betrei­bern gesi­chert - und zahlt dafür auch die markt­übli­chen Einspei­seent­gelte.

Abzu­sehen war das zunächst nicht. Denn Springer sah sein Produkt lange als so bedeutsam an, dass man sich weigerte Einspei­seent­gelte für die Kabel­ver­brei­tung zu zahlen. Die Ange­legen­heit eska­lierte, sodass klei­nere Netz­betreiber das BILD TV aus dem Kabel kickten.

Streit mit Kabel­ver­band FRK

Bild-TV startete am 22. August 2021 Bild-TV startete am 22. August 2021
Foto: BILD
Der Kabel­ver­band FRK hatte im September 2021 im Rahmen des Breit­band­kon­gresses in Leipzig die Weige­rung von Axel Springer, Einspei­seent­gelte für die Kabel­ver­brei­tung von BILD TV zu entrichten, stark kriti­siert. Damals sorgte eine einstim­mige Mitglie­der­ent­schei­dung des FRK in der ganzen Branche für sehr viel Aufmerk­sam­keit, den Sender nicht ins Kabel einzu­speisen bezie­hungs­weise aus den Netzen wieder zu entfernen.

Hinter­grund war eine Entschei­dung von BILD, den mittel­stän­dischen Netz­betrei­bern kein Einspei­seent­gelt zu zahlen. Der FRK nannte das Verhalten der Landes­medi­enan­stalten bei der Einspei­sung von BILD ins Netz der Voda­fone "einen Skandal". Denn während andere, vor allem klei­nere Programm­anbieter, nicht von Voda­fone ins Kabel einge­speist wurden, weil keine Kapa­zitäten bereit­standen, konnte der Axel-Springer-Verlag das Programm N24 Doku HD gegen BILD einfach austau­schen.

"Ob klein oder groß: Die Spiel­regeln der Branche gelten für alle Markt­teil­nehmer. Der Fach­ver­band Rund­funk- und Breit­band-Kommu­nika­tion (FRK) begrüßt den stra­tegi­schen Rich­tungs­wechsel von Axel Springer, mit dem die Zahlung von Einspei­seent­gelten an Kabel­netz­betreiber verbunden ist", kommen­tierte der FRK-Vorsit­zende Heinz-Peter Labonte das Einlenken bei Axel Springer.

Insge­samt nannte der FRK-Spre­cher den Schritt von BILD TV ein "leuch­tendes Signal an ARD und ZDF, eben­falls endlich die Gleich­behand­lung der mittel­stän­dischen Betreiber von Tele­kom­muni­kati­ons­netzen mit den Oligo­polisten" bei der Zahlung von Einspei­sege­bühren entspre­chend der BGH-Recht­spre­chung zu akzep­tieren.

Im Jahr 2018 war der FRK wegen der Einspei­seent­gelte beim Bundes­kar­tellamt gegen ARD und ZDF vorge­gangen.

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