Forderung

AVM begrüßt BNetzA-Anhörung zum Routerzwang, übt aber Kritik

Anhörung der Bundesnetzagentur kann Routerzwang abwenden
Von Marleen Frontzeck-Hornke
Kommentare (845)
AAA
Teilen

AVM begrüßt BNetzA-Anhörung zum RouterzwangAVM begrüßt BNetzA-Anhörung zum Routerzwang Der Routerzwang wird von einzelnen Breitband-Anbietern von Internet-Anschlüssen betrieben. Zahlreiche Kunden sind damit an ihre vor­geschriebenen WLAN-Router gebunden und können ihren jeweilige Wunsch-DSL-Hardware nicht anschließen bzw. nur über Umwege. Auf Grund dessen hat sich die Bundes­netzagentur (BNetzA) eingeschaltet und wie bereits berichtet eine formelle Anhörung zum Netz­abschluss­punkt angesetzt. Bis zum 6. November können noch Anwender, Verbände, Industrie und Verbraucher ihre Stellungnahmen und Gedanken zum Router­zwang abgeben. Dafür stellt die Bundes­netzagentur entsprechende Unterlagen bereit [Link entfernt] , in denen einige Fragen zum Thema abgewickelt werden.

Der Berliner Netzwerk­ausrüster AVM begrüßt einer aktuellen Mitteilung zufolge dieses Vorhaben. Allerdings übt AVM an den von der Bundes­netzagentur "vor­geschlagenen Netz­abschlussgeräten als Alternative zur TAE-Dose (Telefondose)" Kritik. Dadurch stelle man in den Augen des Unternehmens "die Einstufung der TAE als einheitlicher Netzabschlusspunkt" in Frage. Dies sei immerhin das "bisher größte Erfolgsmodell des liberalisierten Telekommunikations­marktes", heißt es weiter von AVM.

Einheitlicher Netzabschlusspunkt für alle Zugangstechnologien

Die Bundes­netzagentur hat eine Vision: einen einheitlichen Netzabschluss­punkt für alle Zugangs­technologie wie Kabel, LTE, DSL und andere zu schaffen. Aus technischer Sicht ist dies nur ein sehr schwer umsetzbares Unterfangen. Laut AVM werde dies außerdem nicht der "herausragenden Bedeutung von DSL und seiner besonderen Regulierung" gerecht.

Kunden sollten eine frei Router-Wahl haben, ist dies künftig nicht mehr möglich sein, dann müsse man AVM zufolge Abstriche bei den Innovation und im Wettbewerb auf dem Router-Markt hinnehmen. Der Netzwerkausrüster führt als Beispiel den Mobilfunk-Markt auf. Demnach sei der freie Wettbewerb und die offenen Schnittstellen zu Netzen der Motor im Mobilfunk "für Innovationen wie beispielsweise Smartphones".

AVM fordert eine gerechte Entscheidung von der BNetzA

AVM hat in diesem Zusammenhang nun eine Forderung an die Bundesnetzagentur gestellt. Die Bundesnetzagentur solle eine gerechte Entscheidung für den Telekommunikationsendgerätemarkt treffen, damit ein "fairer Wettbewerb" möglich ist. Der Verbraucher soll seinen Router frei wählen können - dies müsse gewährleistet sein, so AVM.

Ende September dieses Jahres haben die Regulierer bereits Stellungnahmen der Branche zu den verschiedenen Modellen bei den Netzabschlussgeräten gefordert. Außerdem klären wir Sie auf, wo das Netz aufhört und die Rechte und Pflichten der Kunden anfangen.

Teilen

Mehr zum Thema AVM

Mehr zum Thema Routerzwang