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Jetzt auch Heiz­körper­thermostate: AVM treibt Smart Home voran (Update)

AVM gilt als einer der großen Player im Smart-Home-Geschäft. Was bislang noch im Angebot des Berliner Router-Herstellers fehlte, waren elek­tronische Heiz­körper­thermos­tate für das Heim­netzwerk. Dies könnte sich ändern, denn teltarif.de hat in Online-Shops eine interessante Entdeckung gemacht.
Von Rita Deutschbein
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AVM gilt als einer der großen Player im Smart-Home-Geschäft. Über die FRITZ!Box lassen sich diverse Geräte wie intelligente Steckdosen, Repeater und Powerline-Adapter steuern. Was bislang noch im Angebot des Berliner Router-Herstellers fehlte, waren elektronische Heizkörperthermostate für das Heimnetzwerk. Dies könnte sich demnächst ändern: In verschiedenen Online-Shops haben wir ein Produkt entdeckt, das unter anderem unter der Bezeichnung "Eurotronic AVM Comet DECT Heizkörperthermostat" gelistet wird und speziell für den Betrieb mit der FRITZ!Box 7390 und 7490 vorgesehen ist.

Bereits seit einiger Zeit gibt es Spekulationen darüber, ob und wann AVM eine Möglichkeit anbieten wird, die Heizung über die FRITZ!Box zu steuern. Schließlich zählt diese Funktion zu den großen Vorteilen von Smart Home.

Update vom 19. Februar, 13:15 Uhr Nach Rücksprache mit AVM hat uns der Hersteller bestätigt, dass Arbeiten an einem Heizkörperthermostat im Gange sind. Jedoch weist das Unternehmen explizit darauf hin, dass der Regler nicht von AVM gebaut wird. Stattdessen stammt die Hardware in Form des Reglers vom Spezialisten Eurotronic. Das Heizkörperthermostat soll neben der lokalen Bedienung direkt am Gerät auch die Steuerung via DECT-ULE (ULE: Ultra-low Energy) ermöglichen. AVM arbeitet an der Implementierung dieser Bedienung, die frühestens mit der nächsten Version von Fritz!OS kommen wird. So lässt sich das Thermostat dann über die FRITZ!Box steuern. Der nächste große Versionssprung der Firmware für die FRITZ!Boxen wird laut AVM im Laufe des Jahres erfolgen, einen genauen Termin nannte uns der Hersteller nicht. /Ende Update

DECT-ULE erlaubt eine herstellerübergreifende Vernetzung und ermöglicht es, Steuergeräte oder Sensoren über ein Netzwerk zu verwalten. Da ULE das geschützte Frequenzband von 1 890 bis 1 900 MHz nutzt, das ausschließlich für DECT reserviert ist, können keine Interferenzen mit Geräten wie Mikrowellen und Co. auftreten. Außerdem punktet ULE durch einen sehr energiesparenden Betrieb.

Heizungssteuerung über DECT-ULE

Erstes elektronisches Heizkörperthermostat von AVMEurotronic Comet DECT Heizkörperthermostat Mit dem großen Update auf das FRITZ!OS 6.20 erhielt die intelligente Steckdose namens FRITZ!DECT 200 sowie der FRITZ!DECT Repeater 100 die Funktion, Temperaturen messen zu können. Nutzern ist es so möglich, die Raumtemperatur über die MyFRITZ!App zu kontrollieren. Der Schritt hin zu einem steuerbaren Thermostat ist für AVM somit nicht weit.

Ein Blick in die Beschreibung des Produktes verrät, dass die Steuerung des Heizreglers über DECT-ULE erfolgt. Dies verwundert nicht, da den aktuellen FRITZ!Boxen zum einen für die Hausautomation bekannte Standards wie ZigBee und Z-Wave fehlen, zum anderen AVM seit jeher den DECT-Funk für die Steuerung seiner Smart-Home-Geräte verwendet.

Um das eigene Heimnetzwerk verwalten zu können, gibt es regelmäßig Updates sowohl für die FRITZ!Boxen als auch die Smart-Home-Geräte. Zusätzlich bietet AVM auch Apps für Smartphones und Tablets an, damit Nutzer auch unterwegs Kontrolle über ihr Heimnetzwerk haben. Erst gestern ging mit dem FRITZ!Labor die Vorab-Firmware-Version 6.25 online, die unter anderem Neuerungen für DECT-Funkverbindungen mitbringt und die Darstellung von Smart Home optimiert, wenn mehr als vier Smart-Home-Geräte angemeldet sind. Denkbar ist daher, dass AVM mit dieser Firmware-Version für die FRITZ!Box 7490 den Weg für die neuen Heizregler ebnen möchte.

Diese Funktionen bietet das Eurotronic Comet DECT Heizkörperthermostat

Das Eurotronic Comet DECT Heizkörperthermostat wurde nicht von AVM selbst gebaut. Vielmehr kooperiert das Unternehmen mit dem Hersteller Eurotronic, der bereits seit einiger Zeit im Geschäft mit elektronischen Heizkörperreglern aktiv ist. Optisch gibt es zwischen dem auf die FRITZ!Box-Steuerung ausgelegten Thermostat und einem Regler namens Comet blue von Eurotronic große Ähnlichkeiten. Scheinbar wurde das Heizkörperthermostat für den Einsatz an den FRITZ!Boxen 7390 und 7490 angepasst. Anders als das ursprüngliche Modell, das sich über Bluetooth mithilfe einer entsprechenden App ansprechen lässt, wird das Comet DECT Heizkörperthermostat über das Smart-Home-Menü der FRITZ!Box gesteuert.

Das neue Heizkörperthermostat ermöglicht die Einstellung eines individuellen Heizprogramms für jeden Tag. Die Heiz- und Sparzeiten sowie die Temperatur lassen sich laut Beschreibung über die FRITZ!Box (7390/7490) regeln. Das elektronische Thermostat bietet typische Features wie eine Fenster-offen-Erkennung, Frostschutz-Automatik sowie eine Timer- und Kalkschutzfunktion. Pro Tag lassen sich acht Schaltpunkte einstellen und zudem gibt es ein Stellrad zur manuellen Änderung der Raumtemperatur.

Dem Thermostat liegen drei Adapter bei (Danfoss RA, Danfoss RAV, Danfoss RAVL), um den Regler an jedem handelsüblichen Ventilunterteil installieren zu können. Bis zu 40 DECT-Regler können laut Hersteller pro FRITZ!Box betrieben werden. Durch die Kommunikation mit dem Router ziehen sich die Heizkörperthermostate automatisch Updates für neue Leistungsmerkmale. Für den Betrieb ist eine Fritz!Box 7390 oder 7490 Voraussetzung.

In Shops wie Amazon, Herweck und Alternate sind die Comet DECT Heizkörperthermostate erst seit wenigen Tagen gelistet. Ein Liefertermin wird nicht angegeben. Der Preis pro Thermostat liegt laut den Shops bei knapp 60 Euro.

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