Unterwegs

VW: Das selbstfahrende Auto kommt in fünf Jahren

Wenn die Autos nicht mehr von Menschen gelenkt werden, wird die Sicherheit auf der Straße steigen. Davon gehen die meisten Deutschen aus. VW und Rolls-Royce planen entsprechende Autos.
Von mit Material von dpa
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Spätestens in fünf Jahren wird es auch bei Volkswagen die ersten selbstfahrenden Autos geben. "Für mich ist das keine Vision mehr, das sind Fakten", sagte Johann Jungwirth, der neue Chief Digital Officer von Volkswagen, im Gespräch mit dem Handelsblatt (heutige Ausgabe). VW werde zu Anfang dafür einen Milliardenbetrag investieren müssen, könne das System dann aber für alle Konzernmarken nutzen.

Jungwirth ist zuversichtlich, auch recht bald die Zustimmung der Zulassungsbehörden für selbstfahrende Autos zu bekommen. "Denn Drogen, Alkohol, Müdigkeit, Ablenkung, Schrecksekunden, all das spielt keine Rolle mehr", betonte Jungwirth. Mit Sensoren, Laser-Technik und Kameras seien selbstfahrende Autos am Ende sogar sicherer als ein Fahrzeug mit einem Menschen am Steuer.

Umfrage: Mehr Sicherheit durch selbstfahrende Autos erwartet

VW arbeitet am selbstfahrenden AutoVW arbeitet am selbstfahrenden Auto Dass Autofahren mit selbstfahrenden Autos sicherer sein wird, davon gehen laut einer aktuellen Umfrage auch die meisten in Deutschland aus. Laut TNS Emnid glauben 41 Prozent der Menschen in Deutschland, dass das Fahren so sicherer wird. Demnach setzen vor allem Männer (52 Prozent) und gebildete Menschen (57 Prozent) viel Vertrauen in computergesteuerte Fahrzeuge auf den Straßen. Gefragt hatten die Marktforscher im Auftrag des Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) aus Anlass des Tags der Verkehrssicherheit am 18. Juni. Laut Statistischem Bundesamt wurden auf deutschen Straßen 2015 insgesamt 3475 Menschen bei Verkehrsunfällen getötet.

"Im Schnitt verbringen Bundesbürger zweieinhalb Jahre im Auto", sagte Ingo Notthoff, Manager bei T-Systems und BVDW-Mitglied. Diese Zeit könne viel besser genutzt werden. Der Umfrage zufolge würden 72 Prozent in der Zeit am liebsten entspannen und die Umgebung genießen, 55 Prozent der Befragten würden eine Mahlzeit zu sich nehmen und 48 Prozent lieber telefonieren.

Das Auto werde sich zu einer Kommunikations- und Unterhaltungszentrale mit ganz neuen Anwendungszenarien verwandeln, sagte Notthoff. So könne die Windschutzscheibe als Bildschirm für das Streamen von Filmen genutzt werden. Die Akzeptanz für autonome Autos ist laut Umfrage des BVDW vorhanden. Demnach würden sich 53 Prozent der Befragten ein solches Fahrzeug kaufen, sobald sie sich bewährt haben.

Für einen Konzern wie Volkswagen gebe es keine Alternative dazu, als sich der Digitalisierung zu öffnen. "Wir befinden uns mitten in einem tiefgreifenden Umbruch der Automobilindustrie“, sagte VWler Jungwirth. Dazu gehörten der Wechsel zum Elektroantrieb, das selbstfahrende Auto und als drittes der Übergang vom eigenen Auto zur Mobilität auf Abruf.

Rolls-Royce stellt sich selbstfahrendes Wohnzimmer vor

Und auch der Luxuswagen-Hersteller Rolls-Royce stellt sich auf eine Zukunft mit elektrischen und selbstfahrenden Autos ein. Der jetzt präsentierte Prototyp mit der Bezeichnung 103EX sieht äußerlich aus wie ein futuristisches Coupé, im Innenraum ersetzt ein großer Fernseher das gewohnte Cockpit mit Armaturenbrett und ein Sofa mit sehr viel Beinfreiheit bietet Platz für zwei Fahrgäste. Den heutigen Platz des Motors nimmt ein Gepäckfach ein.

Das Konzept der BMW-Tochter ist die bisher konsequenteste Umsetzung der Vision, dass sich selbstfahrende Autos zu Lebensräumen entwickeln werden, die nur noch wenig mit dem funktionalen Inneren heutiger Wagen zu tun haben. Rolls-Royce will seinen Kunden auch die Möglichkeit geben, den Innenraum komplett nach ihren Vorstellungen zu gestalten und gab das Ziel aus, zum Automobil-Pendant der "Haute Couture" im Modegeschäft zu werden. Auch andere Autobauer wollen auf ähnliche Weise von dem Wandel profitieren. So sagt Daimler-Chef Dieter Zetsche, bei selbstfahrenden Autos gehe es auch um den Luxus, Raum und Zeit zu haben.

Als Voraussetzung für das autonome fahren wird immer wieder auch ein funktionierendes Mobilfunknetz genannt, über das die Autos untereinander kommunizieren sollen. Hier soll vor allem das geplante 5G-Netz eine große Rolle spielen.

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