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BITKOM: Jeder vierte Fahrer wünscht sich Internet im Auto

Technisch lässt sich so ein Zugang auf drei verschiedenen Wegen umsetzen
Von Rita Deutschbein mit Material von dapd
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BITKOM: Jeder vierte Autofahrer wünscht sich einen Internetzugang im AutoInternetzugang im Auto Laut aktuellen Berichten des Branchenverband BITKOM, wünscht sich jeder vierte Autofahrer in Deutschland einen Internetzugang im Auto. Die Ergebnisse stützen sich auf eine repräsentative Befragung durch das Meinungs­forschungs­institut Aris Deutschland. Rein technisch ist ein Internetzugang im Auto möglich und lässt sich auf drei, mehr oder weniger bequeme Wege umsetzen.

"Die Anbindung per Smartphone ist die am wenigsten komfortable", sagt BITKOM-Geschäftsleiter Axel Garbers. Ein Internetzugang über Handy und Smartphone ist zwar möglich, in der Regel jedoch nicht sprachgesteuert. Dies führt zu großen Einschränkungen, da weder das Telefonieren noch das Surfen am Steuer erlaubt sind und somit nur der Beifahrer ein Smartphone während der Fahrt benutzen kann.

Der Wunsch nach verbesserten Verkehrsinfos sei nachvollziehbar, so Garbers. Als es vor ein paar Monaten auf der Autobahn nach Rostock einen einen schweren Unfall mit Vollsperrung gab, wäre es sinnvoll gewesen, Nachrichten über das Stauende in Echtzeit zu bekommen. "Das funktioniert heute nicht nur mit einem Handy, bei dem die Ortungsfunktion eingeschaltet ist, sondern auch mit manchen Navis", sagt Garbers. Sie holen sich die Daten über UMTS - also wie die Handys auch - aus dem Netz.

BITKOM: Künftig werden alle Navis eine Internetanbindung haben

Um Navigationsgeräte mit den aktuellsten Informationen über Baustellen oder anderen Hindernissen zu speisen, mussten diese bislang aus dem Internet geladen und das Navi zu Hause am PC synchronisiert werden. Bei akuten Verkehrsproblemen hilft das natürlich wenig. Zukünftig werden nach Einschätzung des BITKOM-Geschäftsleiters aber alle Navigationsgeräte eine Internetanbindung haben. "Das Schöne daran ist, dass man über die Sprachsteuerung dann auch andere Funktionen anwählen kann", sagt der Experte.

Wer beispielsweise an einer alten Kirche vorbeifahre, könne sich Informationen darüber aus Wikipedia vorlesen lassen. "Auch communitybasierte Informationen können für Autofahrer sinnvoll sein", meint Garbers. So sei es möglich, dass das Navi aus den Routen anderer Verkehrsteilnehmer lernt. "Wenn jemand immer wieder eine andere Strecke fährt als die vorgegebene, kann das Gerät anderen Autofahrern, die mit dem System vernetzt sind, ebenfalls diese Strecke vorschlagen", so Garbers. Auf diesem Gebiet müsse allerdings noch viel in Hinsicht auf Datenschutz und Datensicherheit getan werden.

Eine weitere Möglichkeit, das Auto mit dem Internet zu verbinden, sind Geräte, die der Hersteller einbaut. Bei vielen Autoherstellern ist der Internetzugang ans Fahrzeug gebunden. So können die Geräte an Wartungstermine erinnern und schon die nötigen Teile bei der Werkstatt bestellen. "Bei den meisten Herstellern, die solche Angebote bereits machen, sind die Geräte ins Armarturenbrett integriert", sagt Garbers.

Neben dem eigentlichen Internetzugang warten solche Lösungen oftmals noch mit weiteren Funktionen auf. So gehört zum Umfang einiger Systeme auch ein elektronischer Notruf. "Wenn eine bestimmte Aufprallgeschwindigkeit gemessen wird, meldet sich das Gerät automatisch beim Notfallservice und gibt den Unfallort, die Blutgruppe oder andere wichtige Daten des Fahrers an", sagt der Experte. Er geht davon aus, dass alle drei Lösungen noch eine Weile nebeneinander bestehen werden.

Allgemeine Schnittstelle für eigene Geräte noch nicht in Aussicht

Eine allgemeine Schnittstelle für den Anschluss des persönlichen Geräts, die unabhängig vom Auto funktioniert, gebe es noch nicht, sagt Garbers. Der Experte geht davon aus, dass Autofahrer zukünftig alle Informationen aus dem Netz über Navigationsgeräte bekommen.

Einen Schub für das Internet im Auto verspricht sich der BITKOM-Geschäftsleiter von der zunehmenden Verbreitung von Elektroautos auf deutschen Straßen. "Sie müssen immer in Echtzeit wissen, wo die nächste freie Ladesäule steht." Elektroautos würden also zwangsläufig im Netz sein. Dementsprechend würden sich auch die Fahrer von konventionellen Wagen fragen: "Warum geht das bei denen und nicht bei meinem?"

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