Wieder da

11861: BNetzA kontrolliert jahrelang abgeschaltete Auskunft

2010 war die Auskunft 11861 durch die BNetzA abge­schaltet worden, der Betreiber zog bis vors Bundes­ver­fas­sungs­ge­richt. Seitdem sie wieder in Betrieb ist, kontrol­liert die Behörde die Auskunft regel­mäßig.

Auskunft 11861 steht unter Beobachtung Auskunft 11861 steht unter Beobachtung
Bild: 01018 GmbH, Screenshot: teltarif.de
In den vergan­genen Jahren hat die Bundes­netz­agentur nicht nur regu­la­to­ri­sche Entschei­dungen im Bereich der Tele­kom­mu­ni­ka­tion gefällt - mehr und mehr entdeckt sie auch ihre Rolle als Verbrau­cher­schüt­zerin. Wer als Betreiber von Rufnum­mern die Absicht hegt, Kunden abzu­zo­cken, muss damit rechnen, dass die Behörde eingreift und die Nummer abschaltet - auch Rech­nungen dürfen für diese Nummer dann nicht mehr einge­trieben werden.

Oft sind die Anbieter sich ihrer Schuld bewusst - doch manchmal ziehen die Betreiber auch gegen die Entschei­dung vor Gericht. Die Abschal­tung der Auskunft 11861 im Jahr 2010 hatte so ein juris­ti­sches Nach­spiel. Doch nun fiel einem teltarif.de-Leser auf: Die Rufnummer ist wieder aktiv - hatte die Bundes­netz­agentur das mögli­cher­weise über­sehen?

Was damals geschah

Auskunft 11861 steht unter Beobachtung Auskunft 11861 steht unter Beobachtung
Bild: 01018 GmbH, Screenshot: teltarif.de
Im Jahr 2002 war die 11861 noch als Bahn-Auskunft direkt von der Deut­schen Bahn betrieben worden - die hohen Preise und der unzu­ver­läs­sige Dienst ernteten damals bereits Kritik. Bereits 2007 schaute sich die BNetzA das Treiben näher an, teltarif.de kriti­sierte immer wieder die hohen Preise.

2009 wurde die Nummer 11861 dann erneut ausge­schrieben, 2010 star­tete ein neuer Betreiber die Auskunft. Seiner­zeit über­nahm die 01018 GmbH die Rufnummer und besitzt das Nutzungs­recht bis heute. Schon nach wenigen Monaten schal­tete die BNetzA im Dezember 2010 aller­dings die 11861 wieder ab. Der Grund: Die gesetz­lich gere­gelte Preis­an­sage gab es entweder nicht, und nachdem diese dann geschaltet wurde, dauerte sie geschla­gene 1:47 Minuten, was den Anrufer schon allein 3,98 Euro gekostet hat.

Doch der Betreiber ließ das nicht auf sich sitzen und klagte sich durch die Instanzen. 2011 entschied das Verwal­tungs­ge­richt Köln: Die Bundes­netz­agentur darf den Auskunfts­dienst 11861 abschalten. Doch das reichte dem Unter­nehmen immer noch nicht - es legte Verfas­sungs­be­schwerde vor dem Bundes­ver­fas­sungs­ge­richt ein. Diese Beschwerde hat das Gericht aller­dings nicht ange­nommen.

Ganz nebenbei bemerkt: Erst im Juni 2020 hat die BNetzA dann übri­gens auch noch die Call-by-Call-Nummer 01018 desselben Betrei­bers abge­schaltet.

BNetzA prüft Nummer und Betreiber regel­mäßig

Kürz­lich wunderte sich ein aufmerk­samer teltarif.de-Leser, dass die Auskunft 11861 wieder geschaltet ist und auch auf einer Home­page des Unter­neh­mens beworben wird. An unsere Redak­tion schrieb er: "Ich habe fest­ge­stellt, dass die Auskunfts­nummer 11861 wieder aktiv ist. Ich habe gedacht, die ist abge­schaltet?"

teltarif.de hat daraufhin bei der BNetzA nach­ge­fragt. Dort erfuhren wir: "Nach Ablauf der befris­teten Abschal­tungs­an­ord­nung durfte die Nummer wieder genutzt werden.". Ein Spre­cher der Behörde führt gegen­über teltarif.de weiter aus: "Die Abschal­tung der Rufnummer wurde aus Verhält­nis­mä­ßig­keits­ge­sichts­punkten auf die Dauer von drei Jahren befristet. Eine Befris­tung der Abschal­tung für die Dauer von drei Jahren wurde fest­ge­legt, um einen Warn­ef­fekt zu erzielen und die von der Rufnummer ausge­gan­gene rechts­wid­rige Störung sowohl gegen­über Verbrau­chern als auch gegen­über sich recht­s­treu verhal­tenden Markt­teil­neh­mern zu kompen­sieren. Nach Ablauf der Drei-Jahres-Frist wurde die Nummer 2014 wieder geschaltet."

Sofern die Nummer im Einklang mit den gesetz­li­chen/regu­la­to­ri­schen Bestim­mungen genutzt werde, bestehe kein Anlass dazu, die Nummer erneut zu sperren. Auf Nach­frage erläu­terte der Spre­cher: "Die Rufnummer 11861 wurde seit 2014 mehr­fach durch die Bundes­netz­agentur über­prüft." Bislang habe es keine Voraus­set­zungen für ein erneutes Einschreiten gegeben.

Tarif­ver­gleich der Auskunfts­dienste

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