Mehr Reichweite

Quasi-Relaunch für DAB+ in Mitteldeutschland

Der Mitteldeutsche Rundfunk (MDR) strukturiert seine Digitalradio-Sendernetze neu und erhöht die Sendeleistungen. Bis auf wenige Abschnitte ist DAB+ bald in ganz Mittel­deutschland zu hören. Und auch beim bundesweiten Multiplex gibt es neue Sender.
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MDR DAB+-RadioMehr Reichweite für DAB+ Zum Jahresende wird es so etwas wie einen weiteren Neustart beim digital-terrestrischen Hörfunk DAB+ in Mittel­deutschland geben. Der Mittel­deutsche Rundfunk (MDR) und der bundesweite Multiplex bekommen deutlich mehr Reichweite. Dafür verlieren die regionalen Privat­sender in Sachsen-Anhalt vorerst Digital­radio-Hörer in einigen Landes­teilen.

Wie es vom MDR heißt, wolle man das Digital­radio-Netz in Mittel­deutschland ab Winter 2015 einer massiven Umstrukturierung unterziehen. Dabei werden alle Sende­standorte künftig pro Bundesland auf einem einheitlichen Kanal ausgestrahlt; es soll nicht mehr wie bisher unterschiedliche Multiplex-Belegungen geben. Die Migration soll im Dezember 2014 in Sachsen und Thüringen beginnen. Sachsen-Anhalt wird im Januar 2015 folgen. Mit der Maßnahme will der MDR auch die Sende­leistungen erheblich anheben. Bis auf die Altmark, in Teilen der Lausitz und Südthüringen soll das Digitalradio nach der Neuorganisation im ganzen MDR-Sendegebiet flächendeckend empfangbar sein. Als programmliche Neuerung über DAB+ ist beim MDR mittelfristig das Kinderradio Figarino geplant, das bisher nur im Internet zu hören ist.

Bundesweiter Multiplex mit massiven Reichweitenzuwächsen

Parallel soll der bundesweite Multiplex mit drei Programmen des Deutschland­radios und neun Privatsendern in Mittel­deutschland massiv an Reichweite gewinnen. Noch in diesem Jahr will Netzbetreiber Media Broadcast die Sender Oschatz-Collmberg, Jena und Bad Lobenstein ans Netz bringen, Anfang 2015 folgen der Brocken im Harz und Wittenberg. An den Standorten Wittenberg und Oschatz gehen jeweils neue Sender mit einer Leistung von 10 kW in Betrieb. Damit werden eine große Fläche versorgt und unter anderem Löcher auf den Autobahnen A9, A13 und A14 gestopft.

In Sachsen-Anhalt teilt sich der MDR das Sendernetz derzeit noch mit regionalen Privat­radios. Ab Anfang 2015 erhalten diese einen eigenen Multiplex. Aus Kosten­gründen wird dieser jedoch zunächst nur über drei Sende­standorte vorrangig in den Großräumen Halle und Magdeburg zu hören sein, die Sender Kulpenberg, Zeitz, Naumburg, Wittenberg und Brocken fallen vorerst weg. Während in Sachsen-Anhalt die auf UKW lizenzierten Privatradios per Gesetz auch über DAB+ senden müssen, haben die regionalen Privaten aus Thüringen und Sachsen bislang kein Interesse am digital-terrestrischen Radio.

Neue Privatradios über DAB+ in Bayern

Ganz anders sieht es in Bayern aus: Der Medienrat der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) hat in seiner Sitzung am 9. Oktober 2014 der PN Medien GmbH die Verbreitung des regionalen Programms Radio Ilmwelle in den lokalen DAB-Versorgungs­gebieten Augsburg und Ingolstadt genehmigt. Die Ilmwelle richtet sich als 24-Stunden-Vollprogramm mit einem "Classic based Soft AC"-Musikformat, das vorwiegend Oldies, Rockmusik und Klassiker der Musik­geschichte vorsieht, an die Zielgruppe über 30 Jahren. Inhaltlich soll sich das Programm mit den Regionen Ingolstadt, Augsburg, Pfaffenhofen, Neuburg/Schrobenhausen und Donauwörth befassen, jedoch gleichzeitig auch die Hörerschaft im jeweiligen Umland berücksichtigen.

Der BLM-Medienrat hat darüber hinaus der PN Medien GmbH die Verbreitung des Programms Radio PN Eins im lokalen DAB-Versorgungs­gebiet Augsburg genehmigt. Radio PN Eins, das bereits im lokalen DAB-Versorgungs­gebiet Ingolstadt zu hören ist, wendet sich als 24-Stunden-Vollprogramm mit einem "Dance/Hit Oriented AC"-Musikformat mit vorwiegend elektronischer Musik an junge Hörer ab 14 Jahren.

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