Hintergrund

Audio- & Video-Codecs: Darauf sollten Sie achten

Musik und Filme lassen sich mittlerweile auf fast jedem neueren Fernseher, Blu-ray-Player oder Festplattenrecorder abspielen - über USB-Sticks, externe Festplatten oder das Internet. Voraussetzung ist aber, dass der passende Codec unterstützt wird.
Von Marleen Frontzeck-Hornke / dpa
AAA
Teilen (1)

"Einer oder mehrere Codecs, die für diesen Inhalt benötigt werden, konnten nicht gefunden werden." Fehlermeldungen wie diese sind ganz schön nervig und können einen geplanten Filmabend gründlich vermiesen. Vermeiden lassen sie sich aber meistens nur, wenn der Nutzer schon beim Kauf des Geräts gut aufpasst.

Ein Codec ist ein aus den englischen Wörtern "Encoder" und "Decoder" zusammengesetzter Begriff. Er bezeichnet eine sogenannte Funktionseinheit, die Audio- und Video-Daten in ein spezifisches Dateiformat kodiert, also umwandelt, und später zur Wiedergabe wieder dekodiert. Ziel der Operation ist es, die fertigen Dateien möglichst klein zu halten, das spart Festplattenplatz oder Bandbreite - je nachdem, ob ein Film auf dem PC gespeichert oder aus dem Netz gestreamt wird.

Unterschiede von verlustbehafteten und verlustfreien Codecs

Der richtige Video- oder Audio-CodecDer richtige Video- oder Audio-Codec Unterscheiden muss man dabei zwischen verlustbehafteten und verlustfreien Codecs. "Verlustbehaftete Codecs führen eine Datenkompression durch, die nach der Dekodierung zu mehr oder weniger wahrnehmbaren Qualitätsverlusten führt", erklärt Peter Schlegel vom Institut für Nachrichtentechnik an der Technischen Universität Braunschweig. "Bei verlustfreien Codecs können die Signale nach der Dekodierung unverändert wiederhergestellt werden." Die meisten bekannten Codecs wie MP3, MPEG-2 oder H.264 sind verlustbehaftet - anders lässt sich deren hohe Kompressionsrate nicht realisieren. Moderne Videocodecs reduzieren den Platzbedarf auf weniger als ein Hundertstel der Originalgröße, erklärt Roland Seibt von der Zeitschrift "Video".

Grundsätzlich versuchen die Codecs, egal ob für Musik oder Filme, Inhalte zu entfernen, die der Mensch gar nicht oder nur schwer wahrnehmen kann. Das vereinfacht das Signal und ermöglicht eine bessere Kompression, ohne dass der Qualitätsverlust sichtbar wird. Vor allem bei Videocodecs sind wiederkehrende Muster entscheidend, bei denen größere Blöcke von einem Filmbild einfach ins nächste übernommen werden können. Das Auffinden von solchen Redundanzen über viele Bilder hinweg nimmt die größte Rechenleistung beim Enkodieren in Anspruch.

Aus diesem Grund sorgen immer leistungsfähigere Rechner auch für bessere Kompressionsverfahren: Der Videocodec H.264, der derzeit für hochauflösendes Fernsehen eingesetzt wird, braucht für die gleiche Bildqualität und Auflösung etwa die Hälfte der Datenrate, die sein Vorgänger MPEG-2 beansprucht. "Mit dem neuen Videocodec H.265 würde sich voraussichtlich die Datenrate im Vergleich zu H.264 nochmals nahezu halbieren lassen", erläutert Schlegel.

Auf der nächsten Seite ziehen wir Ihnen, wie Sie herausfinden können, welche Codecs der jeweilige Fernseher, Blu-ray-Player und Co. unterstützen.

1 2 letzte Seite
Teilen (1)

Mehr zum Thema Fernsehen