Ausprobiert

Asus Zenfone 3 Max Test: Bloatware und Monster-Akku

Mit der Zenfone-Reihe hat Asus ein breites Portfolio an guten Geräten in allen Preislagen im Angebot. Das Zenfone 3 Max wird als Dauerläufer vermarktet und zeigt im Test einige unschöne Schwächen.
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Es ist zwar immer wieder schön zu sehen, wenn ein Werbeversprechen eingehalten wird, aber es ist umso ärgerlicher, wenn dafür an anderen wichtigen Stellen geschludert wird. So geschehen bei dem Asus Zenfone 3 Max, welches wir in der Modellvariante ZC520TL für Sie getestet haben. Die unverbindliche Preisempfehlung gibt Asus mit 219 Euro an, es ist aber im Netz laut idealo.de zum Teil auch schon für etwa 184 Euro zu haben.

Asus Zenfone 3 Max (ZC520TL)

Zu beachten ist, dass Asus das Zenfone 3 Max in Deutschland offiziell in zwei verschiedenen Varianten anbietet. Die erste von uns getestete Variante ZC520TL mit 5,2-Zoll-HD-Display, Mediatek-Prozessor, 3 GB RAM, 32 GB internem Speicher, einer 13-Megapixel-Kamera und Software-Tasten. Die zweite Variante ZC553KL besitzt ein 5,5-Zoll-Full-HD-Display, Snapdragon-Prozessor, 3 GB RAM, 32 GB internen Speicher, eine Kamera mit 16 Megapixel und kapazitive Tasten unter dem Display. Warum sich Asus zu einem so großen Unterschied bei ein und demselben Modell entschieden hat, wissen nur die verantwortlichen Manager.

Asus Zenfone 3 Max Test
Frontalansicht des kleinen Zenfone 3 Max mit Pappkarton

Einfaches aber gelungenes Design

Optisch fügt sich das Zenfone 3 Max in die bekannte Designsprache von Asus' aktueller Smartphone-Reihe ein. Das Gehäuse ist aus einem Aluminiumblock gefräst und liegt mit seinen abgerundeten Seiten sowie der angerauten Rückseite angenehm in der Hand. Gut zu erreichen sind die Hardware-Tasten für die Lautstärke und zum Ein-/Ausschalten, sowie der Fingerabdrucksensor auf der Rückseite.

Die Rückseite wird von der quadratisch angehauchten Kameraeinfassung und dem Fingerabdrucksensor dominiert. Dieser reagiert zügig und entsperrt das Asus Zenfone 3 Max auch aus dem Standby heraus. Gesten zum Scrollen in Apps oder das Aufklappen der Benachrichtigungsleiste unterstützt der Sensor nicht. Links von der Kamera sitzt ein einfacher LED-Blitz und direkt über der Kameralinse eines der beiden verbauten Mikrofone. Auf der Stirnseite sitzt die 3,5-Millimeter-Kopfhörerbuchse. Etwas komisch wirkt der auffällig nach rechts versetzte Micro-USB-2.0-Anschluss auf der Unterseite. Gerade mit universellen Dockingstationen ist das Asus Zenfone 3 Max damit nur bedingt zu gebrauchen.

Asus Zenfone 3 Max Test
Die Rückseite mit der nicht zu übersehenden Kamera und dem Fingerabdrucksensor darunter
Auf der Vorderseite sorgt Corning Gorilla Glass 3 für die nötige Robustheit gegen Kratzer. Wie bei nahezu allen Smartphones heutzutage ist die Glasscheibe im sogenannten 2.5D-Design gehalten. Sprich, das Glas geht in einer weichen Rundung in das Gehäuse über und das ohne scharfe Kante. Erfreulich ist, dass das Asus Zenfone 3 Max an sich sehr verwindungssteif ist und sich nicht verbiegen lässt. Alles in allem liegt das Gerät angenehm in der Hand, bedingt durch die rundliche Formgebung und der leicht strukturierten Metalloberfläche.

Angeboten wird das Asus Zenfone 3 Max in den Farben Titanium Grey, Glacier Silver und Sand Gold, wobei die goldene Variante nicht in Deutschland zu haben ist.

Verarbeitung: Wenn Tasten wackeln

Auch wenn das Zenfone 3 Max zu den preiswerteren Geräten gehört, fühlt es sich nicht so an. Sämtliche Spaltmaße am Gehäuse unseres Testexemplars verlaufen gleichmäßig. Die beiden Kunststoffabdeckungen oben und unten auf der Rückseite sind jedoch einen Hauch höher, was vor allem bei genauem Betrachten auffällt. Grund dafür sind die leicht vertieften silbernen Antennenstreifen. Toll ist, dass der SIM-Karten-Schlitten bündig mit dem Rahmen abschließt und nicht hervorsteht. In der Preisklasse von unter 300 Euro ist das keine Selbstverständlichkeit.

Asus Zenfone 3 Max Test
Diese abgerundeten Seiten lassen es sehr angenehm in der Hand liegen
Erstaunlich ist das Gewicht des Gerätes, wenn man die Preisklasse und den enorm großen Akku betrachtet. Bei 4100 mAh wirken die gut 148 Gramm geradezu federleicht. Selbst die Gehäusedicke von 8,55 Millimeter ist erfreulich schlank. Der Vorgänger Zenfone Max war mit 10,6 Millimeter und 202 Gramm noch deutlich dicker sowie schwerer. Die Schlankheitskur ist also geglückt, auch wenn das Display um 0,3 Zoll in der Diagonale kleiner ausfällt, verglichen mit dem Vorgängermodell.

Die im rechten Gehäuserahmen verbauten Tasten sind aus Metall und haben einen ordentlichen sowie direkten Druckpunkt. Lediglich die Power-Taste hat deutlich zu viel Spiel im Rahmen. Das Resultat ist eine auffällig stark wackelnde Taste.

Display: Solide ohne große Schwächen

5,2 Zoll beträgt die Diagonale des IPS-Displays, dessen Auflösung mit 720 mal 1280 Pixel sowie einer Pixeldichte von 282 ppi normal für die Preisklasse ist. Farben gibt das Panel recht gut wieder, könnte aber gerade im Freien etwas heller sein. Insbesondere um die zum Teil sehr starken Spiegelungen des Glases auszugleichen. Auch die Kontraste sind am ehesten als mittelwertig zu bezeichnen: Sie sind weder besonders gut noch schlecht. Für ein IPS-Display sind die Blickwinkel gewohnt groß und damit in Ordnung. Lediglich die Helligkeit nimmt sichtbar ab. Auf Eingaben reagiert der Touchscreen relativ zügig.

Asus Zenfone 3 Max Test
Mit steigendem Winkel lässt die Anzeige nach
Bei größeren Weißflächen neigt das Panel des Asus Zenfone 3 Max zu einem sehr feinen Hauch von Grün. Dem lässt sich leider nicht entgegen wirken, da keinerlei Optionen zur Farbkalibrierung implementiert sind. Ob das Update auf Android 7.0 Nougat eine solche Option mit sich bringt, ist nicht bekannt.

Bei der Farbechtheit kann das Display Asus Zenfone 3 Max aufgrund der IPS-Technik ordentlich glänzen. Mit einem Delta-E-Wert von 3,41 ist die Farbechtheit vergleichsweise sehr groß, lässt aber bei einem Kontrast von 850:1 wieder kräftig Federn. Die Helligkeit ist mit 454 Nits im oberen Mittelfeld.

Asus Zenfone 3 Max Test
Die Farbechtheit ist vielversprechend, der Kontrast eher weniger.
Zumindest ist ein Blaulichtfilter gegen das Ermüden der Augen in den Abendstunden vorhanden, der sich in fünf Intensitätsstufen einstellen lässt. Diese feine Abstufung des Blaulichtanteils erweist sich tatsächlich als vorteilhaft, da er sich auf die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt, anstatt einen festen Wert einfach vorzugeben.

So gut sich das Zenfone 3 Max bisher auch schlägt, bei der Software verdient sich Asus eine symbolische rote Karte.

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