Starke Leistung

Asus Zenfone 2 mit LTE und Dual-SIM-Active im Test

Das Zenfone 2 wirbt damit, dass beide SIM-Karten gleichzeitig erreichbar sind. Dies wollten wir im Test ebenso ergründen wie die Leistung des Chips und die Qualität des Displays. Dabei gab es Überraschungen.
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Dual-SIM, also den Betrieb zweier SIM-Karten, beherrschen mittlerweile viele Smartphones - auch aus der Einsteigerklasse. Doch die meisten haben nur ein Sende- und Empfangsmodul an Bord - hier spricht man von Dual-SIM-Standby. Wird gerade nicht telefoniert, kann das Telefon Gespräche auf jeder der beiden SIM-Karten empfangen. Wird mit einer Karte telefoniert, ist die andere aber nicht ins Netz eingebucht und daher auch nicht erreichbar.

Slots für zwei SIM-Karten und microSD-Karte
Slots für zwei SIM-Karten und microSD-Karte
Asus hat beim Zenfone 2 mit einem Dual-SIM-Active-Modus geworben und dieses Versprechen eingehalten. Eingesteckt werden müssen zwei Micro-SIMs. Im Smartphone sind zwei Sende- und Empfangseinheiten eingebaut, wobei selbstverständlich weiterhin nur mit einer SIM telefoniert werden kann, weil es nur ein Mikrofon und nur einen Hörer gibt. Ist man auf einer SIM im Gespräch, ist die andere aber erreichbar.

Dies haben wir getestet: Mit der zweiten SIM riefen wir einen Festnetz-Anschluss an und ließen dieses Gespräch aktiv. Währenddessen riefen wir von einem Handy aus die erste SIM, die im Zenfone 2 steckte, an. Dieser Anruf wurde auf das Telefon durchgestellt und auf dem Display signalisiert. Nun konnten wir entweder den neu hinzugekommenen Anruf auf SIM 1 abweisen oder den Festnetz-Gesprächspartner auf SIM 2 "zur Seite legen", um mit dem Handy-Anrufer auf SIM 1 zu telefonieren. Als wir das neu hinzugekommene Handy-Telefonat auf SIM 1 beendeten, war automatisch wieder der Festnetz-Gesprächspartner auf SIM 2 in der Leitung.

Klinkenbuchse, Powerknopf und Mikrofon
Klinkenbuchse, Powerknopf und Mikrofon
Dieses Feature ist beispielsweise empfehlenswert für Geschäftsreisende, die gleichzeitig auf der Privat- und Geschäftsnummer erreichbar sein müssen. Sinnvoll ist es auch für Reisende, die im Reiseland eine SIM erworben haben, aber trotzdem auf der deutschen Nummer ständig erreichbar sein wollen oder müssen. Gut ist auch, dass es im Zenfone 2 zwei SIM-Slots plus einen microSD-Slot gibt - manche Hersteller kombinieren den zweiten SIM-Slot mit dem Speicherkartensteckplatz, sodass nur eines von beiden nutzbar ist (zweite SIM oder Speicherkarte). Auf diese Unart verzichtet Asus.

Über das Telefonmodul lässt sich sagen, dass die Sprachqualität sehr ordentlich ist, auch bei nicht ganz einhundertprozentiger Netzversorgung leistete sich das Telefon keine Schwächen. Positiv überrascht waren wir vom Lautsprecher auf der Rückseite: Dieser ist nämlich so gut, dass er manchen externen und transportablen Bluetooth-Miniboxen das Wasser reichen kann. Selbst bei höherer Lautstärke schepperte der Lautsprecher nicht und die Stimmen klangen recht natürlich. Auch für den gelegentlichen Musikgenuss ohne große Ansprüche taugt der Lautsprecher besser als viele andere Smartphone-Lautsprecher.

Respektable Leistung und Akku

In Erstaunen versetzt auch die Leistung des Zenfone 2, das mit einem 64-Bit-Chip ausgerüstet ist. Der Intel Z3580 hat eine Taktfrequenz von 2,3 GHz. Als wir unsere Benchmarkprogramme starteten und die ersten Ergebnisse begutachteten, stellten wir fest, dass diese zum Teil auf derselben Höhe lagen wie die Ergebnisse teurer Spitzen-Smartphones für 600 bis 700 Euro. Viel wichtiger als nackte Punkteergebnisse ist aber die Bildrate, die der eingebaute Chip beherrscht. Spielt man Smartphone-Games mit vielen Action-Sequenzen sowie Rauch- und Nebeleffekten, bricht die Bildrate mitunter schnell ein.

Mikrofon und Micro-USB
Mikrofon und Micro-USB
Hier leistete sich das Asus Zenfone 2 keine Schwäche. Im 3DMark-Benchmark schaffte das Telefon auch bei hektischen Sequenzen eine durchschnittliche Bildrate von 60 Bildern pro Sekunde. Zur Erinnerung: Das Auge nimmt Bildwechsel ab ca. 24 bis 30 Bilder pro Sekunde als flüssig wahr und die Chips billiger Smartphones brechen an dieser Stelle manchmal auf 10 bis 20 Bilder pro Sekunde ein, was der Nutzer als Ruckeln wahrnimmt.

Auch sonst hat das Smartphone unter Android Lollipop auf alle unsere Eingaben flüssig reagiert. Dies ist sicherlich auch dem Arbeitsspeicher mit 4 GB zuzuschreiben. Unverständlich bleibt aber, warum Asus das Zenfone 2 dann gleich mit so vielen Apps überschwemmt, die zum Teil auch ständig im Hintergrund laufen und Arbeitsspeicher belegen. Teilweise waren bereits 2,2 GB des Arbeitsspeichers in Gebrauch, obwohl wir selbst keine App geöffnet hatten.

Der fest verbaute Lithium-Polymer-Akku hat eine Kapazität von 3000 mAh. Asus selbst hat keine Angaben zur Laufzeit gemacht. In unserem Test fand das Benchmark-Tool PCMark heraus, dass der Akku bei regulärer Benutzung (Internet-Surfen, Texte lesen und scrollen, Bilder und kurze Videos schauen, Musik hören...) etwa 5 Stunden und 25 Minuten durchhält. Eine echte "Leistungsbombe" ist der Akku damit zwar nicht, aber für die Preisklasse des Zenfone 2 geht das in Ordnung.

Netzwerk und Kamera

Lautstärkewippe unter der Kamera
Lautstärkewippe unter der Kamera
Netzwerktechnisch ist das Asus Zenfone 2 sehr gut aufgestellt. Es beherrscht alle in Deutschland gebräuchlichen LTE-Frequenzen sowie WLAN 802.11a/b/g/n/ac, also den neuesten WLAN-Standard. Außerdem sind Bluetooth 4 und NFC an Bord. In unserem Test wechselte das Telefon stets flott zwischen den verschiedenen Netzwerkstandards.

Das Kameramodul des Zenfone 2
Das Kameramodul des Zenfone 2
Das LTE-Modul beherrscht übrigens Cat. 4, also einen Downstream von maximal 150 MBit/s, soweit das Mobilfunknetz dies hergibt. LTE Cat. 6 wäre in dieser Preislage auch eher ungewöhnlich. Etwas gespart hat Asus beim Dual-SIM-Modul allerdings doch, denn nur der Slot 1 unterstützt UMTS und LTE. Der zweite Slot kann nur GPRS und EDGE. Hier muss der Nutzer also gegebenenfalls händisch die SIM-Karten umstecken. Mittlerweile gibt es Dual-SIM-Module, bei denen beide Slots LTE unterstützen und die Verbindung im Betriebssystem umgestellt wird.

Testfoto mit der 13-Megapixel-Kamera des Zenfone 2
Testfoto mit der 13-Megapixel-Kamera des Zenfone 2
Die 13-Megapixel-Hauptkamera hat eine f2.0-Blende und besteht aus fünf Linsenelementen. In unserem Test lieferte sie im Freien Fotos mit natürlichen Farben ab. Allerdings sind Farbübergänge an scharfen Kanten bei etwas vergrößerter Ansicht nicht immer ganz sauber, selbst bei gutem Tageslicht (Sonne) verwischen die Farben manchmal etwas. Auch in Räumen mit Kunstlicht liefert die Kamera zusammen mit dem Blitz farblich ordentliche Ergebnisse. Schaltet man den Blitz allerdings aus, sind bei schlechtem Licht die Ergebnisse wenig überzeugend: Zum einen verschwimmen die Kanten sehr stark und das Bild wirkt stumpf, wie wenn sich ein graubrauner Schleier darübergelegt hätte. Zwei Testaufnahmen aus unserem Studio präsentieren wir hier in Originalgröße:

Fazit: Flottes Smartphone mit schwachbrüstigem Display

Die Einzelnoten im Handy-Test:
  • Technische Ausstattung: 1,5
  • Bedienung, Handling, Software: 2
  • Hardware, Verarbeitung, Material: 1,5
  • Basis-Feature des Handys: 1,3
  • Einschätzung des Redakteurs: 2
  • Gesamtnote: 1,7
Das Asus Zenfone 2 kann im Test insbesondere bei der Leistung Punkte sammeln: Der Prozessor ist ein echtes Kraftpaket und der große Arbeitsspeicher mit 4 GB tut sein Übriges. Lobenswert ist auch das Dual-SIM-Active-Modul, bei dem beide SIM-Karten stets gleichzeitig erreichbar sind. Leider zu schwachbrüstig ausgefallen ist das etwas dunkle Display und auch die Überfülle an vorinstallierten Apps müssen wir tadeln.
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