Starke Leistung

Asus Zenfone 2 mit LTE und Dual-SIM-Active im Test

Das Zenfone 2 wirbt damit, dass beide SIM-Karten gleichzeitig erreichbar sind. Dies wollten wir im Test ebenso ergründen wie die Leistung des Chips und die Qualität des Displays. Dabei gab es Überraschungen.
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Bereits im Januar wurde es zur CES vorgestellt, auf den deutschen Markt kommt es aber erst jetzt: Das Asus Zenfone 2 überraschte seinerzeit durch einen günstigen Preis und 4 GB Arbeitsspeicher. 4 GB RAM sind selbst bei Spitzen-Smartphones noch nicht allgemein verbreitet. Auch die Ankündigung, dass das Smartphone Dual-SIM-Active unterstützen soll, weckte Interesse.

Nur mit dem kräftigen Farbprofil ist das Display hell genug
Nur mit dem kräftigen Farbprofil ist das Display hell genug
Zum Marktstart zeigt sich aber nun, dass Asus zumindest auf dem deutschen Markt nicht alle Versprechen halten kann. Dies betrifft den Preis, der noch zur CES mit 200 US-Dollar angegeben wurde. In Deutschland wird das Zenfone 2 379 Euro kosten - und zu diesem Preis ist es auch schon bei Online-Händlern lieferbar.

Im Test stellte sich uns die Frage: Was kann Asus zu diesem Preis bieten? Sind wirklich beide SIM-Karten gleichzeitig erreichbar? Können Ausstattung, Leistung und Handhabung überzeugen? Und wie ist es um die Akkulaufzeit bestellt?

Haptik, Zubehör, Bedienung und Apps

Asus Zenfone 2 mit Zubehör und Verpackung
Asus Zenfone 2 mit Zubehör und Verpackung
Wie in unserem ersten Eindruck bereits erwähnt, fällt das Kunststoff-Cover des Zenfone 2 auf. Obwohl es aussieht wie gebürstetes Metall handelt es sich um sehr leichtes Plastik, was beim Draufklopfen sofort zu hören ist. Das Telefon bekommt daher ein deutlich spürbares Übergewicht zur Display-Seite. Zudem ist das Telefon auf der Kameraseite schwerer als auf der Seite mit dem Micro-USB-Port. Sowohl das Cover als auch die Schmalseiten sind relativ glatt, durch die ungünstigen Gewichtsverhältnisse muss man immer etwas achtgeben, dass das Telefon nicht aus der Hand rutscht. Zudem ist es mit 170 Gramm nicht gerade ein Leichtgewicht.

Asus Zenfone 2
Auffällig ist, dass das Smartphone an den schmalen Langseiten gar keine Bedienelemente hat. Der Power-Knopf sitzt oben zwischen Mikrofon und Klinkenanschluss und die auffällig silberne Lautstärkewippe sitzt auf dem rückseitigen Cover unter der Kamera. Dieses Bedienelement dient auch zur Steuerung der Kamera. Auffällig ist auf der Rückseite auch der Lautsprecher, der mit seinen kleinen Lochreihen an die Smartphones von HTC erinnert.

Rückseite: Kein gebürstetes Metall, sondern Kunststoff
Rückseite: Kein gebürstetes Metall, sondern Kunststoff
Geliefert wird das Smartphone ganz klassisch mit USB-Kabel, Netzteil, Ohrhörern und einer Kurzanleitung. Insbesondere Hersteller günstiger Smartphones lassen hier mittlerweile manchmal Komponenten weg; diesen Trend macht aber Asus offenbar nicht mit.

Aufgrund der Bildschirmdiagonale von 5,5 Zoll lässt sich das Telefon nur schwer mit einer Hand bedienen, der Daumen dürfte bei einem Großteil der Nutzer dafür zu kurz sein. Wenn man Samsung und andere Hersteller dafür kritisiert, dass sie ihre Smartphones mit einer Vielzahl an Apps vollmüllen - was soll man dann erst zu Asus sagen? Sage und schreibe 43 Asus-Apps fanden wir auf dem Telefon vorinstalliert, wobei hier wichtige Basis-Software wie Tastatur, Taschenrechner oder Dateimanager mitgezählt sind. Trotzdem gibt es noch weitere Anwendungen wie Omlet Chat, Zentalk oder Fotocollage, über deren Sinn oder Unsinn man sich trefflich streiten kann. Hier sollte sich Asus in Zukunft deutlich zügeln und dem Nutzer überlassen, welche Dienste und Apps er nutzen möchte und welche nicht.

Zu sehen ist die Fülle der Apps auf den Homescreens und im App-Menü übrigens nicht sofort, da Asus bereits viele Apps in Ordnern zusammensortiert hat. Wichtige Apps findet man daher nach dem ersten Start des Geräts erst nach einer kurzen Suche.

Viele vorinstallierte Apps, zusammengefasst in Ordnern
Viele vorinstallierte Apps, zusammengefasst in Ordnern

Display: Nicht besonders strahlend

Im Test etwas überrascht waren wir vom IPS-Display des Zenfone 2. Einerseits ist es farbkräftig, wenn auch nicht knallig, und mit der Full-HD-Auflösung von 1920 mal 1080 Pixel sind kleinere Schriften und auch die Kanten von Icons gut zu erkennen. Eine Treppchenbildung oder verwaschene Strukturen konnten wir nicht feststellen. In den Farbprofilen kann man aber je nach Geschmack manuell auf ein etwas bunteres Farbprofil wechseln, das den Namen "lebendig" trägt.

Bleibt nur zu hoffen, dass möglichst viele Kunden unter "Display" den schon erwähnten Menüeintrag "Bildschirmfarbmodus" finden. Denn beim hier voreingestellten Profil "Balance" hatten bei unserem Testgerät weiße Flächen eine leichte grau-rosa Färbung. Beim Blaulichtfilter erscheint Weiß sehr stark gelbstichig, am ehesten weiß sah es beim Farbprofil "lebendig" aus. Die farbigen Hintergründe und Icons sehen dann schon fast so leuchtend aus wie bei einem AMOLED-Display, aber das ist natürlich Geschmackssache.

Für unsere Begriffe zu schwach ist aber die Helligkeit des Displays. Mit der automatischen Helligkeitseinstellung konnten wir praktisch nie arbeiten, da diese immer zu dunkel war. Und im Freien mussten wir die manuelle Regelung immer auf die höchste Helligkeitsstufe stellen, um noch etwas erkennen zu können, und das selbst bei bewölktem Himmel.

Zudem ist es um die Blickwinkelstabilität des Displays nicht gut bestellt. Schon bei leichtem Ankippen des Displays erscheint die Anzeige dunkler, wobei Texte aber weiterhin lesbar bleiben.

Auf der folgenden Seite schauen wir uns an, ob das Zenfone 2 wirklich - wie versprochen - auf beiden SIM-Karten gleichzeitig erreichbar ist und was der Prozessor taugt. Außerdem testen wir Akkulaufzeit und Kamera und betrachten die Netzwerk-Fähigkeiten des Zenfone 2.

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