Studie von ARD und ZDF

Studie zum Internet: Zahl der Nutzer wächst weiter

Frauen sind häufiger im Netz unterwegs als Männer, junge Leute sogar durchschnittlich viereinhalb Stunden täglich - das ist das Ergebnis einer Studie, die von ARD und ZDF in Auftrag gegeben wurde. Die großen Gewinner im Vergleich zum Vorjahr sind Netflix und Amazon.
Von dpa /
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ARD ZDF Onlinestudie 2017ARD und ZDF haben die diesjährige Onlinestudie zur Internetnutzung in Deutschland veröffentlicht Neun von zehn Deutschen gehen einer Studie zufolge mittler­weile regelmäßig oder gelegentlich ins Internet. Nach einer Untersuchung im Auftrag von ARD und ZDF ist die Zahl der Online­nutzer im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Millionen auf insgesamt rund 62,4 Millionen Menschen gestiegen. Das entspricht einem Bevölkerungs­anteil von 89,8 Prozent. Täglich seien rund 50,2 Millionen Menschen online, heißt es in der Studie. Der Zuwachs sei unter anderem auch auf eine geänderte Abfrage zurückzuführen.

Zugenommen habe gegenüber dem vorigen Jahr auch die durch­schnittliche tägliche Nutzungs­dauer: Um 21 auf 149 Minuten. Männer seien gut zwei Stunden online (2:05 Stunden), Frauen fast drei Stunden (2:55). Die Gruppe der 14- bis 29-Jährigen verbringt der Studie zufolge mehr als viereinhalb Stunden am Tag im Netz (4:34). Bei älteren zwischen 50 und 69 Jahren beträgt die tägliche Verweil­dauer nur etwas mehr als anderthalb Stunden.

Für die individuelle Kommunikation wie das Austauschen von SMS- oder Whatsapp-Nachrichten sind Männer und Frauen täglich gleich lang online, nämlich 59 Minuten. Auch hier gilt: Die Jungen zwischen 14 und 29 (1:42 Stunden) sind deutlich aktiver als die Älteren zwischen 50 und 69 (0:40).

Streaming-Seiten weiter im Aufwind

Insgesamt leicht rückläufig ist der Studie zufolge die Nachfrage nach Videos im Internet. 53 Prozent der Befragten gaben an, mindestens einmal pro Woche Bewegt­bilder anzuschauen (Vorjahr: 56 Prozent). Große Gewinner seien die kosten­pflichtigen Video-Streamingdienste wie Netflix oder Amazon Prime, die ihre Reich­weite von 12 auf 23 Prozent fast verdoppelt hätten.

Deutlich gefragter als im Vorjahr seien Audio­angebote, was vor allem auf eine ebenfalls stärkere Nutzung der Streaming­dienste zurückzu­führen sei. Die Reich­weiten von Fernseh- und Radio­sendungen im Internet - live oder zeit­versetzt - seien stabil geblieben. So hören drei Prozent der Deutschen mindesten einmal pro Woche zeitversetzte Radiosendungen, während vier Prozent Podcasts konsumieren. Wiederum drei Prozent der Online-Nutzer hören sich Hörbücher oder ganze Hörspiele im Netz an.

Für die Studie wurden Personen ab 14 Jahre zwischen dem 6. März bis 13. April 2017 befragt. Die Untersuchung gilt als repräsentativ und wird inzwischen seit 20 Jahren regelmäßig vorgenommen.

Lesen Sie in einer weiteren Meldung, warum gerade jüngere Nutzer wieder verstärkt auf TV und Radio setzen.

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