Keine Rechteprobleme

ARD und ZDF dürfen Handball-EMs übertragen

ARD und ZDF dürfen die Handball-Europameisterschaften 2016 und 2018 übertragen. Offenbar gab es diesmal keine Probleme mit dem Rechteinhaber, wie zuletzt bei der Weltmeisterschaft.
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Handball-Europameisterschaften 2016 und 2018: Übertragungsrechte bei ARD und ZDF Handball-Europameisterschaften 2016 und 2018: Übertragungsrechte bei ARD und ZDF SportA, die Sportrechte-Agentur von ARD und ZDF, hat die exklusiven Medienrechte für die EHF EURO, die Handball-Europameisterschaft der Männer, 2016 in Polen und 2018 in Kroatien erworben. Was vor einem Jahr noch eine Randnotiz und Pro Forma-Meldung gewesen wäre, hat heute einige Relevanz. Denn ARD und ZDF durften die letzte Handball-WM nicht ausstrahlen, da die Signale über Satellit frei in ganz Europa zu sehen gewesen wären.

ARD und ZDF bei EM auf allen Verbreitungswegen dabei

Der neue Vertrag für die Euromeisterschaft umfasst alle audiovisuellen Verwertungsrechte für die Bundesrepublik Deutschland und wurde mit Infront SportsMedia, dem exklusiven Vermarktungspartner der Europäischen Handballföderation (EHF) für die EHF EURO Events, geschlossen. ARD und ZDF dürfen das Event also über alle relevanten Verbreitungswege Kabel, Satellit, DVB-T sowie im Internet und IPTV ausstrahlen.

Im Rahmen dieser Vereinbarung übertragen die öffentlich-rechtlichen Sender (ARD, ZDF und/oder die Landesrundfunkanstalten) sämtliche Spiele der deutschen Nationalmannschaft und weitere Höhepunkte der beiden Turniere. Das TV-Signal werde vom Host Broadcaster Polsat unter Führung von Infront in HD-Qualität und mit bis zu 15 Kameras pro Spiel produziert.

Die EHF EURO 2016 der Männer findet vom 15. bis zum 31. Januar in den Städten Danzig, Kattowitz, Breslau und Krakau in Polen statt. In den insgesamt 48 Spielen kämpfen 16 Teams - einschließlich Deutschland - um den prestigeträchtigen Europameisterschaftstitel. Die EHF EURO 2018 der Männer folgt vom 12. bis 28. Januar in Kroatien. Die Qualifikationsspiele (Phase 2) für dieses Turnier finden ab Oktober 2016 statt.

Rechteproblematik aufgrund von unverschlüsselter Satellitenverbreitung

Im Vergleich zur letzten Handball-WM hat der Rechteinhaber der kommenden EM offenbar keine Probleme damit, dass die Satellitensignale von ARD und ZDF in ganz Europa zu sehen sind. Anders war es bei der Weltmeisterschaft: Dass ARD und ZDF damals die Rechte nicht bekommen haben, lag daran, dass der damalige Rechteinhaber beIN Sports offenbar ein Problem damit hatte, dass ARD und ZDF als Free-TV per Satellit übertragen wird. Damit wären die übertragenen Spiele in ganz Europa zu sehen gewesen, was die Lizenzkosten in anderen Ländern geschmälert hätte.

Experten erwarten, dass die öffentlich-rechtlichen Sender in Zukunft bei dem Erwerb von Sportrechten öfter mit diesem Problem konfrontiert werden. Eine Verschlüsselung des Satellitensignals lehnen die Sender ab, sie könnten aber auf dem Satelliten Astra temporär auf einen so genannten Spotbeam geschaltet werden, der die Ausstrahlung auf Deutschland beschränkt und ein breites Overspill auf andere europäische Länder verhindert. Das würde aber auch bedeuten, dass die Öffentlich-Rechtlichen zum Beispiel in den Urlaubsgebieten in Spanien oder Italien nicht mehr über Satellit zu sehen wären. Über Internet ist dies bereits heute der Fall: Das so genannte Geoblocking sorgt dafür, dass die Livestreams außerhalb von Deutschland nicht zu sehen sind.

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