Streaming

Jeder Fünfte nutzt Mediatheken von ARD & ZDF

Die Zahl der Inter­net­nutzer in Deutsch­land steigt erneut an, davon profi­tieren vor allem mediale Ange­bote wie Strea­ming. Zu diesen zentralen Ergeb­nissen kommt die ARD/ZDF-Online­studie.

Die Mediatheken von ARD und ZDF erfreuen sich zunehmender Beliebtheit Die Mediatheken von ARD und ZDF erfreuen sich zunehmender Beliebtheit
Screenshot: Michael Fuhr
Es gibt immer mehr Inter­net­nutzer in Deutsch­land. Davon profi­tieren vor allem mediale Ange­bote. Das Internet wird im Mittel jeden Tag fast 3,5 Stunden genutzt. Zu diesen zentralen Ergeb­nissen kommt die ARD/ZDF-Online­studie, die im Auftrag der ARD/ZDF-Forschungs­kom­mis­sion durch­geführt wird und seit 1997 jähr­lich Basis­daten zur Inter­net­nut­zung in Deutsch­land bereit­stellt.

Inter­net­nut­zung steigt auf 94 Prozent

Die Mediatheken von ARD und ZDF erfreuen sich zunehmender Beliebtheit Die Mediatheken von ARD und ZDF erfreuen sich zunehmender Beliebtheit
Screenshot: Michael Fuhr
Auch wenn die Inter­net­nut­zung in Deutsch­land auf einem hohen Niveau liegt, steigt sie weiter. Aktuell nutzen 94 Prozent der deutsch­spra­chigen Bevöl­kerung ab 14 Jahren das Internet zumin­dest gele­gent­lich. Dies entspricht 66,4 Millionen der insge­samt 70,6 Millionen Personen ab 14 Jahren in Deutsch­land, was einen Zuwachs von 3,5 Millionen bedeutet. Vor allem die älteren Ziel­gruppen ab 60 Jahren tragen dazu bei.

Die Tages­reich­weite des medialen Inter­nets hat sich im Vergleich zum vergan­genen Jahr weiter gestei­gert. Mit einem Plus von 6 Prozent­punkten gibt die Hälfte der Befragten an, am Tag mindes­tens ein mediales Online­angebot - das heißt Videos, Audio­inhalte oder Artikel - zu nutzen. Bei den 14- bis 29-Jährigen nutzen neun von zehn Befragten das Internet täglich für mediale Ange­bote, was einem Plus von 10 Prozent­punkten im Vergleich zu 2019 entspricht.

65 Prozent nutzen Video­ange­bote der Fern­seh­sender

65 Prozent der Befragten nutzen die Video­ange­bote der Fern­seh­sender, die über Media­theken und bei YouTube abrufbar sind, zumin­dest selten, bei den Strea­ming­diensten sind dies 47 Prozent. Die tägliche Nutzung ist hier jedoch mit 14 Prozent doppelt so hoch wie bei den Online-Video­ange­boten der TV-Sender, und die mindes­tens wöchent­liche Nutzung hat mit 36 Prozent ein vergleich­bares Niveau (40 Prozent). Nur in der Alters­gruppe der unter 30-Jährigen liegen Netflix und andere Strea­ming­dienste bei der zumin­dest wöchent­lichen Nutzung deut­lich vor den TV-Inhalten in den Media­theken oder auf YouTube. Die Werte der mitt­leren Alters­gruppe der 30- bis 49-Jährigen befinden sich bei TV-Inhalten und Strea­ming­diensten auf ähnli­chem Niveau.

Die ARD Media­thek und die ZDFmediathek verzeichnen mit jeweils plus 6 Prozent­punkten einen deut­lichen Zuwachs: Mitt­ler­weile ruft jeder Fünfte mindes­tens wöchent­lich Bewegt­bild-Inhalte von ARD (21 Prozent) und ZDF (20 Prozent) auf. Damit liegen die beiden führenden Media­theken vor Amazon Prime Video (18 Prozent, plus 2 Prozent­punkte), aber hinter Netflix (28 Prozent, plus 6 Prozent­punkte).

Musik steht bei der Online-Audio­nut­zung im Vorder­grund. Musik­strea­ming­dienste (von 35 Prozent mindes­tens wöchent­lich genutzt) und Musik über YouTube (31 Prozent) stehen im Ranking der genutzten Ange­bote vorn. Radio­sen­dungen live nutzen 19 Prozent mindes­tens einmal in der Woche, bei den Podcasts sind es 12 Prozent. Fast ein Viertel der 14- bis 29-Jährigen (24 Prozent) hört mindes­tens einmal in der Woche Podcasts. Bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 14 Prozent.

ARD und ZDF wollen Digi­tal­stra­tegie ausweiten

"Inter­net­nut­zung ist nun auch für die ältere Bevöl­kerung der Stan­dard. Medi­enan­gebote zeit­sou­verän nutzen zu können, ist weiterhin ein zentraler Wachs­tums­treiber", sagt ZDF-Planungs­chef Dr. Florian Kumb zu den Ergeb­nissen der ARD/ZDF-Online­studie. "Ich freue mich, dass die öffent­lich-recht­lichen Ange­bote von dieser Dynamik beson­ders stark profi­tieren und gegen­über Strea­ming­diensten das größere Nutzungs­poten­tial aufweisen. Dies bestärkt uns darin, die 2016 begon­nene Digi­tal­stra­tegie des ZDF mit Nach­druck weiter­zuver­folgen. In der best­mög­lichen Vernet­zung aller Ausspiel­wege sehen wir den Schlüssel, um zukünftig alle Menschen in Deutsch­land mit den Ange­boten des ZDF zu errei­chen."

Benjamin Fischer, Leiter von ARD Online und des ARD Digi­tal­boards, ordnet die aktu­ellen Ergeb­nisse so ein: "Der digi­tale Wandel verän­dert grund­legend, wie Menschen Medien nutzen. Die ARD gestaltet diesen Wandel aktiv mit. Dafür haben wir eine umfang­reiche Digi­tal­offen­sive gestartet, die den Weg der Fokus­sie­rung und Stär­kung der gemein­samen ARD-Platt­formen konse­quent weiter­geht. Wie erfolg­reich dieser Weg für uns ist, zeigen jetzt die Ergeb­nisse: Die ARD Media­thek verbucht deut­liche Zuwächse in der Nutzung. Darauf sind wir stolz - wir nehmen diesen Schwung mit für die ambi­tio­nierten nächsten Schritte, um noch mehr Menschen im Netz zu errei­chen und ihnen dort ein exzel­lentes Nutzungs­erlebnis zu bieten."

Trotz immer weiter stei­gender Zahlen bleibt jedoch auch die lineare Fern­seh­nut­zung weiter auf konstant hohem Niveau, wie der Digi­tali­sie­rungs­bericht 2019 der Landes­medi­enan­stalten beschei­nigte. Zu den Münchner Medi­entagen (24. bis 30. Oktober 2020) gibt es neue Zahlen.

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