Hörfunk/Audio

Audio: ARD-Radio beliebter als alle Streaming-Dienste zusammen

Die ARD sieht sich mit ihren Hörfunkprogrammen deutlich vor Musikstreamern wie Spotify und Co. Das unterstreiche laut den Öffentlich-Rechtlichen die erstmals erhobene Media Analyse Audio.
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Die ARD sieht sich mit ihren Hörfunkprogrammen vor Musikstreamern wie Spotify.Die ARD sieht sich mit ihren Hörfunkprogrammen vor Musikstreamern wie Spotify. Ist Musikstreaming inzwischen beliebter als das klassische Radio? Nein, sagt zumindest die zum dritten Mal erhobene Media Analyse Audio (ma 2017 Audio) aus. Vor allem die ARD sieht sich mit ihren Hörfunkprogrammen deutlich vor allen Musikstreamern. Die ARD-Radioprogramme erreichen über alle Verbreitungswege hinweg mit einer Tagesreichweite von insgesamt 35,867 Millionen Hörern ab 14 Jahren (Montag-Sonntag) mehr Menschen in Deutschland als alle teilnehmenden Online-Audio-Angebote aus der Kategorie User Generated Radios und Musikstreamingdienste zusammen (0,951 Millionen). Größtes Angebot in dieser Kategorie ist Spotify mit 0,853 Millionen Nutzern täglich.

Spotify im Wettbewerb mit Radiosendern nur auf Platz 20

Damit befänden sich die Ergebnisse der ma 2017 Audio im Einklang mit den halbjährlich veröffentlichen Zahlen der Media Analyse Radio (ma 2017 Radio II): Diese belegten, dass die ARD-Radioprogramme im Wettbewerb mit ihren kommerziellen Konkurrenten im klassischen Radiomarkt bereits deutlich die Nase vorn haben. (Tagesreichweite Private Gesamt: 28,408 Millionen Montag-Sonntag). Auch im Ranking der Einzelangebote liege die ARD ganz vorn: Unter den Top 10 der reichweitenstärksten Einzelprogramme in der ma 2017 Audio seien acht ARD-Programme vertreten (Rankingkriterium: Tagesreichweite). Spotify belege hier nur Platz 20.

Und selbst bei den bekanntermaßen online-affinen jungen Menschen unter 30 Jahren seien die ARD-Radioprogramme mit 5,613 Millionen Hörern täglich (Montag bis Sonntag) erfolgreicher als die teilnehmenden Online-Audio-Angebote aus der Kategorie User Generated Radios und Musikstreamingdienste (0,538 Millionen). Spotify komme hier auf 0,511 Millionen tägliche Nutzer.

Die ma Audio ist die Konvergenzstudie für Radio und Audio unter dem Dach der Arbeitsgemeinschaft Media Analyse (agma). Die nun veröffentlichte ma 2017 Audio ergänzt die ma Radio um Hörerzahlen für Webradios und weitere Online-Audio-Angebote, wie zum Beispiel User Generated Radios von laut.fm oder Radionomy sowie den Musikstreamingdienst Spotify. Damit können die Hörerzahlen klassischer Radioangebote mit denen teilnehmender Online-Audio-Angebote in der Programmwährung für den Radiomarkt, der Tagesreichweite, auf Basis der Grundgesamtheit der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren verglichen werden.

Wichtige Player fehlen in der Media Analyse

Zu bedenken gilt jedoch, dass nicht alle Musikstreamingdienste an der Media Analyse teilnehmen. Es fehlen etwa Amazon Prime Music, Deezer oder Apple Music. Daher dürfte die Gesamtreichweite aller Streamingdienste weit höher sein als von der ARD benannt.

Die ma Audio beruht methodisch auf drei Forschungsstudien, nämlich der ma 2017 Radio II Update, der ma 2017 IP Audio II sowie einer Online-Tagebuchstudie. Die jetzt vorgelegte Studie ist nach 2015 die dritte Veröffentlichung in dieser Reihe.

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