CeBIT-Messestart

CeBIT-Start: ITK-Branche gibt sich krisenfest

Fokus liegt auf Breitband und Mediendiensten
Von ddp / Steffen Herget
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Eine dichte Wolkendecke liegt über dem Messegelände von Hannover. Auf den Wegen zwischen den riesigen Hallen der Computermesse CeBIT geht es an diesem Montagmorgen verhältnismäßig ruhig zu. Einen Tag bevor die Hightech-Schau am Dienstag für Besucher ihre Tore öffnet, herrscht spürbar weniger Treiben als in den vergangenen Jahren. Rund ein Viertel ihrer Aussteller hat die CeBIT in diesem Jahr verloren. Von Dienstag bis Sonntag stellen rund 4 300 Unternehmen aus der Informations- und Telekommunikationsbranche ihre Neuheiten zur Schau.

Rund 200 000 Quadratmeter Ausstellungsfläche haben Unternehmen aus 69 Ländern in diesem Jahr bei der Deutschen Messe AG gebucht. Zum Vergleich: Vor sieben Jahren waren es noch mehr als doppelt so viel (2002: 432 000 Quadratmeter). Folgerichtig entdecken Besucher beim Gang durch die Messehallen dieser Tage viele leere Flächen.

Im Zuge der Wirtschaftskrise verabschiedet sich auch die Informations- und Telekommunikationsindustrie derzeit von den beständigen Wachstumsraten vergangener Jahre. Verglichen mit anderen Wirtschaftszweigen gehe es der Branche noch "relativ gut", sagt Bitkom-Präsident August-Wilhelm Scheer. Für das laufende Jahr erwartet er eine Stabilisierung der Umsätze in Höhe von knapp 145 Milliarden Euro. Eine Prognose für das kommende Jahr wagt der Verband in Hannover noch nicht. Zunächst wolle man die Messe und das Ende des ersten Quartals abwarten.

Breitband-Netze werden weiter ausgebaut

Die beiden großen Mobilfunkanbieter Deutsche Telekom und Vodafone haben in Hannover angekündigt, weiter in den Ausbau ihrer Breitbandangebote investieren zu wollen. Bitkom-Präsident Scheer rechnet sogar damit, dass die Unternehmen rund 50 Milliarden Euro in den Ausbau des VDSL-Netzes stecken werden. "Die Krise ist auch eine Chance", sagt er.

Bei der Deutschen Telekom ist von Flaute nichts zu spüren. Rund 300 Millionen Euro, ebenso viel wie schon im vergangenen Jahr, wolle man dafür in die Hand nehmen, um weiße Flecken zu tilgen und das Breitbandnetz schneller zu machen, sagt Telekom-Vorstand Timotheus Höttges. Schließlich ist das die Voraussetzung, um mit neuen Angeboten brillieren zu können. Und die gibts, Krise hin oder her, reichlich: Ab dem Sommer will T-Home das Breitbandportfolio um ein VDSL Double Play-Angebot erweitern. Mit bis zu 50 MBit/s könnten Telekomkunden dann im Web surfen.

Und, davon ist Höttges überzeugt, das Internetfernsehen IP-TV wird weiter an Bedeutung gewinnen, das Fernsehen wird digitaler. Deshalb werde das Unternehmen ab Sommer für Kunden des Entertain-Angebots einen neuen HD-Sender ins Programm aufnehmen. Der Musiksender MTVN HD werde Videoclips, Konzerte und Veranstaltungen der Musikbranche in hochauflösender Qualität zeigen.

Bitkom-Präsident Scheer sieht die Bedeutung der CeBIT trotz des massiven Ausstellereinbruchs ungebrochen. Die Messe in Hannover sei immer noch ein "Davos der Industrie". Ähnlich sieht es Achim Berg, Vorsitzender der Geschäftsführung von Microsoft Deutschland: Gerade jetzt sei es wichtig, den Kunden zu zeigen, was machbar ist, um auch mit IT-Lösungen die Krise zu bewältigen.

Wie gewohnt berichtet auch teltarif aktuell vom Geschehen in Hannover und ist mit seinen Redakteuren vor Ort. Wir freuen uns über zahlreiche Besucher an unserem Stand in Halle 26, E32. Hier besteht neben interessanten sowie fachkundigen Gesprächen auch die Möglichkeit zur Teilnahme an unserem Gewinnspiel.

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