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Microsoft kündigt Software-Paket als Online-Version an

Microsoft-Chef: CeBIT 2009 die wichtigste in ihrer Geschichte
Von dpa / Thorsten Neuhetzki
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Microsoft hat erstmals ein Online-Software-Paket für Unternehmen auch für den deutschen Markt angekündigt. Von April an sei das Paket in 17 Ländern, darunter auch in Deutschland verfügbar, sagte Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg heute auf der Computermesse CeBIT in Hannover. Die Software wird für gemeinsames Arbeiten über das Internet als Service angeboten, sei aber im Aussehen und der Leistungsfähigkeit völlig identisch mit ihren stationären PC-Varianten.

Das Paket umfasst Online-Versionen von Microsofts E-Mail- und Kalender-Software Exchange, der Dokumenten-Verwaltung Sharepoint und Office Live für Web-Konferenzen. Die Geschäftsprozesse in Unternehmen wanderten immer weiter vom Schreibtisch in das Internet, sagte Berg. Mit den neuen Diensten ergebe sich für die Firmen bessere Möglichkeiten für die Zusammenarbeit der Mitarbeiter sowie ein Einsparpotenzial bis zu 30 Prozent, sagte Berg.

Einer der großen Trends in der IT-Industrie ist das sogenannte Cloud-Computing, bei dem sich Daten und die benötigte Software nicht mehr auf dem jeweiligen Arbeitsplatzrechner befinden, sondern über das Internet abgerufen werden. Microsoft hatte als traditioneller Software-Hersteller in den vergangenen Jahren zunehmend Konkurrenz durch Anbieter wie Salesforce.com oder auch Internet-Unternehmen wie Google bekommen. So dringt der Suchmaschinen-Betreiber mit Office-Anwendungen im Internet in das Kerngeschäft von Microsoft vor.

Bis zum Jahr 2012 würden voraussichtlich bereits 25 Prozent der Geschäftsanwendungen in Unternehmen in der "Wolke" genutzt werden, prognostizierte Berg. Einen Überblick über zahlreiche aktuelle Online-Programme haben wir unlängst in einer Meldung zusammengefasst.

Microsoft-Chef: CeBIT 2009 die wichtigste in ihrer Geschichte

Die diesjährige CeBIT ist nach Einschätzung von Microsoft-Deutschlandchef Achim Berg die wichtigste in der Geschichte der weltgrößten IT-Messe. "Sie ist sicherlich auch eine besonders nachdenkliche Messe, denn die Euphorie der letzen Jahre ist gewichen", sagte Berg. "Die ganze Diskussion um die Zahl der Aussteller interessiert mich überhaupt nicht", betonte er. Microsoft sei in diesem Jahr auf einer noch deutlich größeren Fläche präsent.

Das Geschäft mit Software und IT-Services werde auch in diesem Jahr weiter zulegen, sagte Berg. Durch das mögliche Einsparpotenzial, das moderne Software und IT-Infrastruktur böten, sei die Industrie geradezu eine "Krisenbewältigungs-Branche". Viele würden nur den Fehler begehen, Investitionen zurückzufahren und an den falschen Stellen, etwa in der Ausbildung, zu sparen. Microsoft werden in diesem Jahr hingegen neun Milliarden Dollar in Forschung und Entwicklung stecken.

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