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Erster Test vom Walkman-Handy Sony Ericsson W995

8,1-Megapixel-Kamera, integriertes GPS und HSPA-Unterstützung
Von Björn Brodersen / Stefanie Frevert-Schönherr
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Die Handy-Serien Walkman und Cyber-shot von Sony Ericsson laufen sich langsam tot. Mehr Megapixel, stärkeres Aufhelllicht und mehr Speicher, Touchscreen, stärkerer Akku und günstige Handy-Modelle für Einsteiger - der Hersteller hat inzwischen die meisten Produktlücken in den beiden Handy-Reihen geschlossen. Etwas Neues muss her, das hat auch Sony Ericsson erkannt und führt nun die Stärken beider Geräteserien zusammen. Vor allem das neue Flaggschiff Idou, das Sony Ericsson auf dem Mobile World Congress in Barcelona ankündigte, soll Ausdruck dieser Kombination aus leistungsstarkem Musik- und Foto-Handy sein. Das Gerät wird voraussichtlich im späten Sommer oder frühen Herbst dieses Jahres in Deutschland auf den Markt kommen.

Sony Ericsson W995

In Barcelona hat Sony Ericsson aber unter anderem auch das Modell W995 vorgestellt. Während der Buchstabe im Namenskürzel auf ein Gerät der Walkman-Handy-Reihe hinweist, kommt das Gerät dank 8,1-Megapixel-Kamera mit Autofokus, Gesichtserkennung, Bildstabilisator und Videoaufnahme mit umfangreichen Fotofunktionen daher. Zudem ist ein GPS-Empfänger für Navigations-Dienste oder Geotagging im Sony Ericsson W995 eingebaut. Das W995 soll im zweiten Quartal dieses Jahres für einen empfohlenen Verkaufspreis von 539 Euro ohne Vertrag auf den Markt kommen. Wir haben jetzt das neue High-End-Handy einem ersten Test unterzogen.

Kompakt und edel

Sony Ericsson W995 im Test Ein Gewicht von 113 Gramm könnte einigen Handy-Nutzern zu schwer für ein Mobiltelefon sein, wir empfinden dagegen das so viel Gewicht auf die Waage bringende und 15 Millimeter flache Sony Ericsson W995 als angenehm kompakt und durchaus auch für die Mitnahme in der Hosentasche geeignet. Die äußeren Tasten des Sliders für die Bedienung des Musikplayers und der Kamera liegen relativ flach an, das Metall-Gehäuse erscheint solide verbaut, das Design edel. Auch beim Aufschieb des Sliders ruckelt oder hakt nichts. Die dabei sichtbar werdenden Zifferntasten lassen sich etwas schwer drücken, besitzen aber einen klaren Druckpunkt. Fürs Tippen von SMS- oder kurzen E-Mail-Texten liegen die einzelnen Tastenfelder weit genug auseinander, so dass man mit dem Finger nicht ständig auf das falsche Feld gerät. Zum Navigieren durch das Handy-Menü steht ein 5-Wege-Key unterhalb des Displays bereit, Eingaben kann man sich auf Wunsch per Vibrationsfeedback vom Gerät bestätigen lassen.

Das 240 mal 320 Pixel auflösende und 262 144 Farben darstellende TFT-Display mit einer Bildschirmdiagonalen von 2,6 Zoll enttäuscht etwas für ein Gerät dieser Preisklasse: Es ist nicht so klar, scharf und kontrastreich wie etwa der Bildschirm des Sony Ericsson C903, das der Hersteller im Januar auf der CES in Las Vegas vorgestellt hat. Berührungsempfindlich ist das kratzfeste Display des Sony Ericsson W995 nicht, auch über eine Lagesensor verfügt es nicht. Allerdings kann der Nutzer beim mobilen Surfen auf Internet-Webseiten die Ansicht vom Hoch- auch ins Querformat wechseln.

Smile Shutter funktioniert zuverlässig

Sony Ericsson W995 im Test Auf der Rückseite des Gehäuses sitzt ungeschützt die 8,1-Megapixel-Kamera mit einer LED-Leuchte, die auf ganz kurze Entfernungen ihren Dienst verrichtet. Ein Xenon-Blitz ist nicht an Bord. Leider konnten wir die Kamera nur in den Abendstunden und damit unter sehr schwierigen Lichtverhältnissen ausprobieren, erfuhren aber so, wo ihre Grenzen liegen. Zuverlässig reagierte dagegen die Smile-Shutter-Funktion, die bei einem Lächeln auf dem Gesicht einer in den Fokus gerückten Person den Auslöser akitivert. Insgesamt fällt auch trotz seines Gewichts das Fotografieren mit dem Sony Ericsson W995 schwer und die Bilder verwackeln leicht.

Für solche Fälle hat Sony Ericsson auch ein kleines dreibeiniges Stativ im Zubehör-Angebot, gerade sitzt das Handy auf der Halterung jedoch meist nicht, schnell kippt die Konstruktion auch mal um. Zum Ansehen von Videoclips hat Sony Ericsson dem W995 einen ausklappbaren eigenen Standfuß spendiert.

Geschossene Fotos können direkt auf Webseiten hochgeladen oder per MMS versendet werden. Wer das Bild allerdings per Bluetooth auf ein anderes Handy übertragen will, muss beim W995 den Umweg über das Menü und den Dateimanager wählen. Alternativ können die Fotos auch auf der 8 GB großen wechselbaren Speicherkarte im Memory-Stick-Micro-Format abgelegt werden, die im Lieferumfang enthalten sind wird. Der interne Speicherplatz beträgt 118 MB. Zudem stehen Programme wie Fotofix, PhotoDJ und VideoDJ zur Bearbeitung der Bilder bereit.

Am Musikplayer des W995 haben wir nichts auszusetzen. Der Nutzer kann Playlisten erstellen und manuelle Einstellungen an der Equalizer-Funktion vornehmen, die Funktion SenseMe stellt Playlisten nach Stimmung zusammen. Für den guten Sound sorgen die Sony-Audiotechnologien Clear Stereo und Clear Bass, der Player liefert klare Höhen und satte Bässe. Dazu hat Sony Ericsson am W995 gleich drei äußere Lautsprecher am Kopf- und Fußende des Handys angebracht. Außerdem ist ein UKW-Radio mit RDS-Funktion eingebaut. Bedient wird der Player über die seitlichen Tasten oder per Shake Control durchs Schütteln des Geräts.

Mit der Applikation Media Go können Nutzers des Multimedia-Handys Musik, Videos, Fotos und Podcasts vom Computer auf das Handy auf einfache Weise übertragen. Die Software wandelt die Daten automatisch in die geeigneten Formate. Media Go ermöglicht außerdem das Rippen von Audio-CDs, um die Lieblingstitel aus der eigenen CD-Kollektion immer mit dabei zu haben.

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