Handy-Touchscreen

Das Touchscreen-Display im Handy: So funktioniert es

Touchscreen-Technologien im Überblick
Von Hagen Hellwig

Um unabsichtliche Eingaben bei rein kapazitiven Displays zu verhindern, hat RIM im Modell Blackberry Storm ein System verbaut, das einen zusätzlichen Druckimpuls erfordert. Fühl- und sichtbar muss die gesamte Frontglasscheibe des Displays ein wenig heruntergedrückt werden, um eine Eingabe zu machen. Der Anwender erhält so ein unmittelbares Feedback auf seine Eingabe, wohingegen der Anwender eines rein kapazitiven Gerätes nur an der Befehlsausführung erkennen kann, ob eine Eingabe erfolgt ist. Eine versehentliche Betätigung der virtuellen Tasten bleibt beim Blackberry Storm weitgehend ausgeschlossen. Was am Ende die bessere Variante ist, lässt sich nicht sagen. Das eine Frage persönlicher Vorlieben - wie bei sensor- bzw. kippschaltergesteuerten Lichtschaltern und Waschmaschinen. Der Nutzer sollte daher vor der Kaufentscheidung für ein Smartphone unbedingt die Bedienung über den Touchscreen ausprobieren.

Die fingergesteuerte Sensortechnologie in Verbindung mit maßgeschneiderter Software macht einige spezielle Anwendungen möglich, die mit einer reinen Tastatursteuerung nicht möglich wären. Der Touchscreen kann verschiedene Fingerbewegungen als unterschiedliche Gesten verarbeiten. Beim iPhone vergrößern sich die benötigten Tasten automatisch, man kann mit einer Wisch-Bewegung einfach "umblättern" und mit zwei Fingern einen Ausschnitt auf dem Display vergrößern oder verkleinern.

Im Gegensatz zur fest installierten Tastatur lassen sich beim Touchscreen die virtuellen Tasten quasi beliebig auf dem Display platzieren. Der Anwender kann Shortcuts auf die am häufigsten genutzen Funktionen einfach auf den Desktop seines Handys legen, ähnlich beim PC, um jederzeit bequem darauf zugreifen zu können.

Steuerung per Schwerkraft

Je nach Lage des Handys verändert sich das Display des iPhone.
Apple
Eine weitere Variante der Steuerung ist mittlerweile zusätzlich in einigen Smartphones integriert. Ein Beschleunigungssensor erkennt die Lage des Gerätes und wechselt automatisch vom Hoch- in das Querformat.

So ändert zum Beispiel beim iPhone, HTC  Touch HD, Nokia N97 oder beim M8800 von Samsung die komplette Tastatur ihre Position, wenn zwischen vertikaler und horizontaler Position gewechselt wird. Dabei messen winzige Siliziumfedern mithilfe von Strom die Position von Siliziummasse. Aus den gemessenen Werten kann die Position des Gerätes ermittelt werden.

Derlei Steuerungsmöglichkeiten regen die Kreativität der Softwareprogrammierer an. Für das iPhone sind mittlerweile auch einige Spiele im App Store erhältlich, die den Lage-Sensor zur Steuerung benutzen.

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