Touch?

Träge und kein Erlebnis: LG Arena KM900 im ersten Test

Schickes Äußeres kann nicht über Fehler im Inneren hinwegtäuschen
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Das LG Arena KM900 gehört sicherlich zu den Handys in Barcelona, die auf und im Umfeld des Mobile World Congress am meisten auffallen. Kaum eine offizielle Publikation kommt ohne Hinweise zum LG Arena aus, auf dem Messegelände ist die LG-Werbung eine der dominantesten und auch außerhalb hat LG als eines von ganz wenigen Unternehmen Werbung gebucht. Nicht nur deshalb, sondern auch aufgrund der neuen 3D-Benutzeroberfläche ein Grund für teltarif.de, sich das Handy einmal näher anzusehen. Dabei haben wir uns auf eben jenes Bedienkonzept und den Touchscreen selbst konzentriert, weitere Features waren zum Teil aufgrund der örtlichen Gegebenheiten nicht testfähig.

Langsame Verarbeitung und träge Reaktionen trüben das Bild

LG KM900 Arena
Multimedia auf dem LG Arena KM900
Foto: teltarif.de
Das 105 Gramm schwere Quadband-Handy LG Arena liegt mit seinen 12 Millimeter Dicke angenehm in der Hand, die Verarbeitung macht einen sehr edlen und gelungenen Eindruck. Der 480 mal 800 Pixel auflösenden TFT-Touchscreen mit 16 Millionen Farben gibt die Farben brillant und klar wieder. Hier endet allerdings auch der positive Eindruck des Tests, da vor allem im Bereich der Bedienbarkeit des Touchscreens und der Reaktionsgeschwindigkeit des Displays auf unsere Eingaben hin, starke Schwäche auftraten.

Allen in Barcelona gezeigten Modellen des LG Arena KM900 ist gemein, dass die Anzeige von bestimmten Inhalten, wie etwa Bilder von gespeicherten Kontakten oder CD-Cover zu Musikstücken sehr schleppend erfolgen, man meist deutlich die Reihe verfolgen kann, in der sich die einzelnen Bilder aufbauen. Auch die Scroll-/Flipgeschwindigkeit zwischen einzelnen Kontakten bzw. Musikstücken hinkte meist deutlich hinter der Fingerbewegung her. Hier muss LG bis zum Marktstart des Arena KM900 noch deutlich nachbessern, will man hier seine Kunden nicht enttäuschen.

Das Telefonbuch des LG Arena KM900
Foto: teltarif.de
Ebenso deutliche Schwächen werden beim Touchscreen deutlich. Zwar quittiert das Display jede Berührung mit einem leichten Vibrieren, jedoch wird längst nicht jede Berührung vom LG Arena auch wahrgenommen bzw. verarbeitet. Nicht nur im Test von teltarif.de war es mehr Glücksache, ob die übliche 2-Finger-Zoombewegung in Bildern funktioniert, so erging es parallel auch weiteren Besuchern. Auch die Treffgenauigkeit der Touchbewegung stimmte häufiger nicht, speziell im Startbildschirm öffneten sich vereinzelt Programme, obwohl man deren "Nachbarn im Menü" starten wollte.

3D-S-Class-Benutzeroberfläche: Ansprechend, aber unnötig visualisiert

Der Homescreen des LG Arena KM900 hochkant ... Foto: teltarif.de Die 3D-Navigation anhand eines Würfels, den man - allerdings immer in der gleichen Ebene - einmal um 360 Grad drehen kann und so vier verschiedene Seiten erhält, ist sicherlich eine gute Idee. Diese vier Würfelseiten zu individualisieren ebenso. Auch die Abbildung dieses Konzeptes auf einen eindimensionalen Startbildschirm, der in vier Zeilen geteilt ist und innerhalb derer die einzelnen Elemente horizontal nach rechts und links geschoben werden können, ist pfiffig. Hält man das LG Arena senkrecht, wirkt so alles sehr aufgeräumt und übersichtlich, dreht man das Handy um 90 Grad, springt der Bildschirm wie bei vielen anderen Handys ins Querformat. Damit geht die Übersichtlichkeit der Icons leider verloren. Es können dann zwar nicht mehr nur 16, sondern 32 Icons dargestellt werden, dies erscheint aber bei einem schnellen Blick auf das Handy zu viel. Weniger wäre hier mehr, zumindest in Puncto Übersichtlichkeit. ... und im Querformat. Foto: teltarif.de

Auch an anderen Stellen, etwa bei der Anzeige der Kontakte oder im Musikverzeichnis, ist am oberen Rande des LG Arena KM900 stilisiert die 3D-Benutzeroberfläche abgebildet. So steht dem Nutzer der Weg zu anderen Ansichten offen, leider wird hier aber nicht sofort sichtbar, welche Karte als nächstes folgt - dies erfährt man erst nach einem kleinen Wisch auf dem Display.

Fazit: Schickes Layout außen, innen noch deutliche Verbesserungen nötig

Zweifelsohne sieht das LG Arena KM900 auf den ersten Blick schick aus, der Startbildschirm sieht ebenso sehr aufgeräumt aus. Die neue 3D-Würfel-Optik ist aber mehr Spielerei, vor allem weil der Touchscreen noch nicht so funktioniert wie er sollte und wie man sich das sicherlich auch beim Hersteller wünscht. Hier und bei der Software deutliche Verbesserungen müssen bis zum Marktstart erfolgen, damit das LG Arena KM900 nicht nur auf den Werbeplakaten sondern auch in den Händen vieler Nutzer eine gute Figur macht.

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